Bürgerliches Glaubensbekenntnis

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Inhaltsverzeichnis

Literaturhinweis

Diskussionsgrundlage

  • « Ein Bild sagt mehr aus tausend Worte. » Welches Bild vermittelt die Idee dieses Projektes besser als ein Ammonit ?
  • ABC-Bildungswerk

Vorwort

  1. Sollen die Österreicher (gilt auch für die Einwohner anderer EU-Staaten) jene direkt-demokratischen Rechte erwerben, deren Bestand von den Schweizern offensichtlich mit unzulänglichen Mitteln verteidigt wird ?
  2. Wenn ja, was fehlt den Schweizern zur erfolgreichen Verteidigung der bezeichneten Rechte bzw. zu deren aktiver Vermittlung an Dritte ?

Ausgangssituation

  1. Traditionell weist die Schweiz neben den etablierten Parteien eine beachtliche Menge von politischen Vereinigungen im weitesten Sinne auf.
  2. In Österreich konzentriert sich die politische Meinungsbildung hauptsächlich auf die fünf im Nationalrat vertretenen Parteien, ihre Vorfeld-Organisationen und die staatlich gelenkten Medien.
  3. Volks- bzw. Bürgerinitiativen haben erfahrungsgemäß in beiden Ländern relativ kurze Lebensdauern und geringe Erfolgsquoten.
  4. Die (Neu-)Organisation von Volks- bzw. Bürgerinitiativen ist mit erheblichem Aufwand verbunden und in beiden Ländern durch bürokratische Hürden erschwert.
  5. Bisher haben beispielsweise Allmenden, geistliche Ordensgemeinschaften und einschlägige Genossenschaften auf beiden Seiten des Rheins beachtenswerte Nachhaltigkeit bewiesen.

Wunschvorstellung

  1. Mit fachgerechter Unterstützung eigenverantwortlicher Lehrender und Lernender entwickeln sich nachhaltig wirksame Rechtsträger, für die über-regionale gesellschaftspolitische Bildung zentraler Auftrag ist.
  2. Ihre gemeinsame Rechtsform ist die Genossenschaft nach Schweizerischem Recht.
  3. Mit vereinten Kräften wird zunächst ein Prototyp als Lehr- bzw. Lern-Beispiel geschaffen.
  4. Als Rechtsträger zur Entwicklung des Prototyps dient die « IG Appenzell » als einfache Gesellschaft nach Schweizerischem Recht.

Nachwort

  1. ABC-BILDUNGSWERK und vorstehende Überschriften dienen befristet als Arbeitsbezeichnungen für das Projekt.
  2. Ist der Ammonit geeignet, den Sinn des Projektes kurz und bündig zu vermitteln ?
  3. Ist der Spruch « multi vocati - pauci electi » geeignet, gewillte und befähigte Vorarbeiter für dieses Projekt zu finden ?

Bemerkungen und Verbesserungsvorschläge

zum Vorwort

Bis zum 07.12.07 wurden hier Bemerkungen und Verbesserungsvorschläge, besonders zu Pkt. 1.2 gesammelt:

  1. Solche negativen Prämissen holen keinen Hund hinter dem Ofen hervor... Das muss man positiv für alle Menschen formulieren, die Schweizer haben zwar eine gute Tradition, müssen aber ähnliche Probleme lösen, wie andere: Die Alternative zur globalisierten Raub- und Kriegswirtschaft ist eine Zivilgesellschaft, die das Leben durch Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Selbstverwaltung, Selbstversorgung, Selbstbestimmung, d. h. mit Direkter Demokratie sichert. Mut zum eigenen Denken und Handeln ist unsere Bestimmung und Aufgabe. E.R.
  2. Was meinen Sie unter dem ersten Punkt mit „unzulänglichen Mittel“? R.R.
  3. Zu 1.2: Würde ich weglassen. S.E.
  4. Wie soll ich diese Frage bewerten ? Die zweite Frage ist meiner Ansicht nach nicht mit Punkten bewertbar, sondern verlangt einerseits Kenntnisse, andererseits Vorschläge. Ich halte die "Richtigkeit der Frage" für unentscheidbar. D.K.
  5. Mir scheint, auch in der Schweiz ein Zug zum Zentralismus zu fahren. A.T.
  6. Manche Punkte sind nicht bewertbar (zB 1.2 verlangt eine Bemerkung, nicht eine Bewertung). A.B.
  7. Die Hälfte der Fragen sind mir unverständlich. T.B.
  8. Die Macht des Kapitals, der abhängigen Presse und der Einsatz der Schweizer. A.H.
  9. Halte vom Begriff "direkt-demokratische Rechte" wenig. R.T.
  10. Den Schweizern fehlt ein Bewusstsein der eigenen Vergangenheit und die Fähigkeit, daraus zu lernen. Die Rechte werden bis heute nicht bestritten. Doch werden diese in der Regel nur von einem ungefähr einem Drittel der Stimmberechtigten benutzt, was auf die Steuerung der Mehrheit durch eine Minderheit hinausläuft (20 % Stimmberechtigte entscheiden, was dann alle betreffen wird. Welche „Dritte“ sollen derartige Prinzipien vermittelt erhalten?) R.S.
  11. Ich würde diese Frage weglassen. Möglicherweise gibt es zukünftig Innovationen, aus denen eine Verbesserung des "Schweizer" Systems hervorgeht ... H.B.
  12. Freie Presse, aktive Personen, weniger Gleichgültigkeit und Egoismus, gute Bildung usw. - und vor allem, je länger desto mehr, der Anstand ! H.M.
  13. Also was fehlt den Schweizern zur erfolgreichen Verteidigung der besprochenen Rechte ... ? P.V.
  14. Politiker müssten noch mehr das Volk informieren. D.Z.
  15. An der Formulierung "Sollen die Österreicher (gilt auch für die Einwohner anderer EU-Staaten) jene direkt-demokratischen Rechte erwerben, deren Bestand von den Schweizern offensichtlich mit unzulänglichen Mitteln verteidigt wird?" stört mich vor allem das Verb "erwerben". Von wem sollen sie die direkt-demokratischen Rechte "erwerben"? Von Brüssel? Von Wien? Zudem bezieht sich der Terminus "direkt-demokratisch" in der europäischen Diskussion nicht auf eine Dezentralisierung, sondern auf eine weitere Zentralisierung durch eine direkt-demokratische Legitimierung des Europaparlaments durch das Europäische Stimmvolk. Übel Nummer 1 ist die in den Köpfen der Intellektuellen und Meinungsmacher verankerte Sehnsucht nach dem zentralistischen Großreich, die zu einem Gutteil die Aushöhlung des Dezentralismus in der Schweiz vorantreibt. Daher wäre es ein Gebot der Stunde, einem gesunden Regionalismus (Patriotismus statt Nationalismus) das Wort zu reden. Wie dies in eine Frage gegossen werden kann ohne den Befragten zu beeinflußen, kann ich Dir ad hoc leider nicht mitteilen. G.H.
  16. Es geht den meisten von uns halt ohne persönliches Dazutun viel zu gut. Die unbedarfte Mehrheit der Schweizer - Innen haben eine viel zu grosse und „überlieferte Obrigkeits-Gläubigkeit“. Dieser Glaube verhindert, dass persönlich und ernsthaft über „Probleme“ nachgedacht wird. „Der Volksvertreter wird’s schon richten !!“ E.O.
  17. Um jene (im Sinne eines kreativen Prozesses) zu provozieren, die die Frage 1.1 mit NEIN beantworten, suche ich noch geeignete Anschlussfragen für diese Option : zB « Sollen die Österreicher (gilt auch für die Einwohner anderer EU-Staaten) auf die Entwicklung ihrer direkt-demokratischen Rechte verzichten ? » Nach einer sorgfältigen Gliederung der Frage 1.2 möge jeder Befragte « Die Vermittlung an Dritte » selbst mit JA / NEIN beantworten. E.H.
  18. Die Zentralisierungstendenzen haben in den letzten Jahren auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen an Dynamik gewonnen. Wie kann diesem negativen Trend, der maßgeblich zur Entmündigung der Person, zur Entsolidarisierung der Gesellschaft und zur Zerstörung von dezentralen Entscheidungsstrukturen beigetragen hat, Einhalt geboten werden und der Grundstein für eine eigenverantwortliche, wertorientierte Gesellschaft gelegt werden? Welchen Beitrag können zu diesem Unterfangen direkt-demokratische Methoden leisten? Welche nicht? G.H.
  19. Ich finde diese neue Fragestellung enorm besser, zumal sie unterstellt, dass es einerseits bereits direkt-demokratische Rechte gibt, andererseits dass eine Weiter-Entwicklung ansteht. Ich würde noch ergänzen auf "Einwohner/-innen Österreichs (gilt auch für jene anderer Staaten)", damit nicht nur - zumindest auf Gemeinde-Ebene und nicht nur in der EU - die Staatsbürger gemeint sind. A.B.
  20. alternative zur frage 1.2: gehen wir auf die barrikaden, um für die direkt-demokratischen rechte in österreich zu kämpfen ? p.s.
  21. Zu 1.1: Sollen die Österreicher (gilt auch für die Einwohner anderer EU-Staaten) jene direkt-demokratischen Rechte in ihr Staatswesen übernehmen, deren Bestand von den Schweizern im Laufe vieler Jahrhunderte erkämpft worden sind und sich als friedenserhaltend erwiesen haben. Zu 1.2: kann entfallen. F.D.
  22. Zu 1.1: Sollen die Österreicher die Rechte der Direkten Demokratie (wie in der Schweiz) erwerben ? Zu 1.2: streichen A.H.
  23. Den Schweizern fehlt die demokratische Bildung und es fehlt der Wille zur Umsetzung der direkten Demokratie. G.S.

praktischer Lösungsansatz

zum Vorwort

  1. Wer will in mindestens 5 von 23 vorstehenden (Wort-)Meldungen den « gemeinsamen Nenner » suchen ? Dazu ist eine grobe Gliederung in Arbeit:
    1. Zweifel an den Fragen
    2. voreilige Antworten
    3. ausgewählte Anregungen und Lösungsansätze
  2. Wer will mit dem gefundenen « gemeinsamen Nenner » ein besseres Vorwort verfassen ?
  3. Zu welchen Bedingungen soll das bessere Vorwort verfasst und in Altach vorgelegt werden ?
  4. Wer ist zur Bewertung des vorgelegten Vorwortes eingeladen ?
  5. Wer stimmt dem vorgelegten Vorwort vorbehaltslos zu ?
  6. Wer stimmt dem vorgelegten Vorwort bedingt zu ?
  7. Wer lehnt das vorgelegte Vorwort ab ?

bevorzugte Anregungen

zum Vorwort

Jedem Bewerter sind aus der Zusammenfassung der numerischen Bewertungen drei ausgewählte Anregungen und Lösungsansätze zur besonderen Beachtung bzw. Behandlung provisorisch zugeordnet.

Die Erkenntnisse aus der Zusammenfassung werden einem eingeschränkten Teilnehmerkreis am 12.04.08 in Altach erstmalig präsentiert. Über weitere Schritte bzw. Aufgaben an Interessierte wird anschliessend an alle Bewerter berichtet.

Gregor Hochreiter, Wien

  • Die Alternative zur globalisierten Raub- und Kriegswirtschaft ist eine Zivilgesellschaft, die das Leben durch Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Selbstverwaltung, Selbstversorgung, Selbstbestimmung, d. h. mit Direkter Demokratie sichert.
  • Mut zum eigenen Denken und Handeln ist unsere Bestimmung und Aufgabe.
  • Ich würde noch ergänzen auf "Einwohner/-innen Österreichs (gilt auch für jene anderer Staaten)", damit nicht nur - zumindest auf Gemeinde-Ebene und nicht nur in der EU - die Staatsbürger gemeint sind.

Dölf Zwahlen, Lustenau

  • Zudem bezieht sich der Terminus "direkt-demokratisch" in der europäischen Diskussion nicht auf eine Dezentralisierung, sondern auf eine weitere Zentralisierung durch eine direkt-demokratische Legitimierung des Europaparlaments durch das Europäische Stimmvolk.
  • Übel Nummer 1 ist die in den Köpfen der Intellektuellen und Meinungsmacher verankerte Sehnsucht nach dem zentralistischen Großreich, die zu einem Gutteil die Aushöhlung des Dezentralismus in der Schweiz vorantreibt.
  • Die Zentralisierungstendenzen haben in den letzten Jahren auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen an Dynamik gewonnen.

Günter Sieber, Meiningen

  • Daher wäre es ein Gebot der Stunde, einem gesunden Regionalismus (Patriotismus statt Nationalismus) das Wort zu reden.
  • Wie kann diesem negativen Trend, der maßgeblich zur Entmündigung der Person, zur Entsolidarisierung der Gesellschaft und zur Zerstörung von dezentralen Entscheidungsstrukturen beigetragen hat, Einhalt geboten werden und der Grundstein für eine eigenverantwortliche, wertorientierte Gesellschaft gelegt werden?
  • Ich finde diese neue Fragestellung enorm besser, zumal sie unterstellt, dass es einerseits bereits direkt-demokratische Rechte gibt, andererseits dass eine Weiter-Entwicklung ansteht.

Renate Heim, Wolfurt

  • Das muss man positiv für alle Menschen formulieren, die Schweizer haben zwar eine gute Tradition, müssen aber ähnliche Probleme lösen, wie andere:
  • Daher wäre es ein Gebot der Stunde, einem gesunden Regionalismus (Patriotismus statt Nationalismus) das Wort zu reden.
  • Sollen die Österreicher (gilt auch für die Einwohner anderer EU-Staaten) jene direkt-demokratischen Rechte in ihr Staatswesen übernehmen, deren Bestand von den Schweizern im Laufe vieler Jahrhunderte erkämpft worden sind und sich als friedenserhaltend erwiesen haben.

Armin Brunner, Bregenz

  • Politiker müssten noch mehr das Volk informieren.
  • Übel Nummer 1 ist die in den Köpfen der Intellektuellen und Meinungsmacher verankerte Sehnsucht nach dem zentralistischen Großreich, die zu einem Gutteil die Aushöhlung des Dezentralismus in der Schweiz vorantreibt.
  • Sollen die Österreicher die Rechte der Direkten Demokratie (wie in der Schweiz) erwerben ?

Peter Streitberger, Schlins

  • Mut zum eigenen Denken und Handeln ist unsere Bestimmung und Aufgabe.
  • Ich finde diese neue Fragestellung enorm besser, zumal sie unterstellt, dass es einerseits bereits direkt-demokratische Rechte gibt, andererseits dass eine Weiter-Entwicklung ansteht.
  • Sollen die Österreicher die Rechte der Direkten Demokratie (wie in der Schweiz) erwerben ?

Rahim Taghizagedan, Wien

  • Das muss man positiv für alle Menschen formulieren, die Schweizer haben zwar eine gute Tradition, müssen aber ähnliche Probleme lösen, wie andere:
  • Zudem bezieht sich der Terminus "direkt-demokratisch" in der europäischen Diskussion nicht auf eine Dezentralisierung, sondern auf eine weitere Zentralisierung durch eine direkt-demokratische Legitimierung des Europaparlaments durch das Europäische Stimmvolk.
  • Wie kann diesem negativen Trend, der maßgeblich zur Entmündigung der Person, zur Entsolidarisierung der Gesellschaft und zur Zerstörung von dezentralen Entscheidungsstrukturen beigetragen hat, Einhalt geboten werden und der Grundstein für eine eigenverantwortliche, wertorientierte Gesellschaft gelegt werden?

Die bürgerlichen Irrtümer

« Niemand irrt für sich allein. Er verbreitet seinen Unsinn auch in seiner Umgebung. » Lucius Annaeus Seneca


  1. Der Glaube an die Allmacht des Staates
  2. Der Glaube an den staatlichen Schutz von Leben und Eigentum
  3. Der Glaube an das allgemeine Streikrecht
  4. Der Glaube an die "soziale Gerechtigkeit"
  5. Der Glaube an die Meinungsfreiheit

usw.

Die bürgerlichen Erkenntnisse

« Der Anfang des Heils ist die Kenntnis des Fehlers. » Epikur, Wege zum Glück


  1. Das grammatikalische Geschlecht (Genus) wird gern mit dem natürlichem Geschlecht (Sexus) gleichgesetzt. Das scheint naheliegend, schließlich heißt es “der Mann” und “die Frau”. Innen-Politik: Diskriminierung der Sprache
  2. Jeanne Hersch, die alte weise Philosophin aus Genf, sagte schon 1988: «Ich beobachte eine breite und tiefe Kluft zwischen denen, welche die öffentliche Meinung machen und dem Rest der Bevölkerung. Unter den heutigen Meinungsmachern herrscht weitgehende Übereinstimmung. Es ist ein unglaublicher internationaler Konformismus entstanden, der sich als nonkonformistisch ausgibt. Die schreibende und redende Welt ist einem Papageientum verfallen. Und je mehr diese Leute über mächtige Medien verfügen, desto konformistischer werden sie. Leider spielt dieser Konformismus zum Nachteil der demokratischen Einrichtungen. Mit allen Mitteln wird versucht, die Bindungen an die freiheitliche Ordnung und an die Vergangenheit zu zerstören.»
  3. Umverteilung kann funktionieren, wenn sie ab und zu erfolgt. Als permanente Einrichtung unterläuft sie sich selbst. (Weil Leute nicht einmal mehr die Hoffnung haben, die Früchte ihrer Bemühungen auch ernten zu können.) Vom Auffangnetz zur Vollkaskoversicherung / Nr. 21, 4. September 2009
  4. « Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, daß wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen. » George Bernard Shaw
  5. ...

Tipps für die (bürgerliche) Praxis

« Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg’ auch keinem andern zu. » Goldene Regel

Sonstiges

Unsere Republik basiert auf Niederlagen

In der Schweiz (oder auch USA) ist die Demokratie wie eine "Monarchie" - hat einen Mythos, man ist stolz, identifiziert sich... In Österreich basiert die Republik auf Niederlagen - entsprechend ist das Selbstbewusstsein.

Also sollten wir mit unserer Geschichte Frieden schließen - unsere Identität nicht nur auf ANTI-Haltung (Monarchie, Faschismus) aufbauen. Österreich könnte wieder ein bedeutendes Land sein - aber nicht mit dieser Kleinkariertheit!

Parteien sind Medien

... und Medien sind Parteien

Die Gewaltentrennung funktioniert bezüglich der "vierten Gewalt" leider so schlecht, wie bezüglich aller anderen...

Das öffentliche Geschehen wird von einem Machtkartell etablierter Institutionen beherrscht: Parteien, Medien, Experten... Man schimpft zwar über einander - aber alle sind Teil eines Esatblishments. Die Parteien dominieren in der österreichischen Politik Regierung und Parlament, beeinflussen aber auch die Justiz. Medien und Parteien brauchen einander mehr denn je. Und die "Experten" sind meist Spezialisten mit genau definierter Revierzuständigkeit... Alle sind aufeinander angewiesen.

Es geht wohl weniger um einzelne Personen; um die Farben bestimmter Parteien oder die Ausrichtung einzelner Medien. Eher um die Gleichschaltung, den Verlust der Differenzierung. Meist gibt es nur noch zwei Alternativen: Für oder gegen längst Vorhandenes... Und die Polarisierung führt dazu, dass die Schuld(en) ständig auf die jeweils anderen geschoben werden.

Die Bürger könnten selbst die Verantwortung übernehmen; stärker den eigenen Überzeugungen folgen, auf unnötigen Konsum (auch Medien, Sozialstaat, Expertenmeinungen) verzichten; und wiederum anderen über ihr Beispiel Vorbild sein: Durch ehrliches Hinschauen - und den Mut, das als richtig Erkannte wirklich zu tun.

Achtung, Sie sind ein Opfer

Alle gehen ins Casino. Die Verlierer bezeichnen sich nachher als Opfer.

Wer im Schicksalscasino verliert, muss nicht unbedingt benachteiligt gewesen sein. Er hat sein Glück gesucht (bis zur Sucht) – aber nicht gefunden… Alle sind gierig – und die, die weniger ergattern, sind nachher eben neidisch… Der Konsum ist ja vor allem auch die Droge der breiten Massen. Das Schicksal ist ein Casino. Alle spielen, mehr oder weniger freiwillig, mit.

Aber die Berufsparanoiker sagen: „Wir sind alle benachteiligt.“ Eine ganze Industrie von Soziologen, Psychologen und Pädagogen lebt davon, andere Menschen darüber aufzuklären, dass sie von Dritten missbraucht werden. Wer sich noch nicht benachteiligt fühlt, der muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass auch er ein Opfer ist! Der Verfolgungswahn wird institutionalisiert, die Beweislast umgekehrt, von jedem nur das Schlechteste angenommen… Es gibt nur noch Täter oder Opfer. (Obwohl die allermeisten Menschen ja sowohl Täter als auch Opfer sind.)

Und wenn man irgendeinen Vertreter einer Minderheit oder einer der anderen ständig neuen Opfergattungen falsch tituliert, rückt der politisch „korrekte“ Lynchmob sofort aus; wenn aber ein des Betruges Beschuldigter, nach einem Selbstmordversuch querschnittgelähmt ist, wird im Fernsehen eine süffisante, unsensible Anmoderation präsentiert. Es geht nicht um die Menschen; schon gar nicht um die Leidenden... Eher um Vorwände für Hass, Selbstgefälligkeit, Menschenhatz. Es geht um ideologische Kriegsführung, Rechthaberei, Kompensation von Inferioritätsgefühlen. Die Wehleidigen sind eben meist unsensibel – wenn es nicht um sie selber geht - oder um jene, zu deren Schutzpatronen sie sich stilisiert haben. Die politisch „korrekte“ Medienmeute ist leider oft brutal, zynisch und hemmungslos – und meist auf einem Auge blind.

Der „korrekte“ Extremismus - ein selbstgerechter „Idealismus“?

Die anderen sind auch nicht nur immer die Dummen und Bösen

Vorurteile sind meist nicht ganz falsch – allerdings nur, wenn man sie nicht automatisch auf jeden Einzelnen überträgt.

Amnestie statt Amnesie: Verzeihen und um Verzeihung bitten. Reue ist heilsam. (Betroffenheit nicht nur bei den Betroffenen…) Schuldzuweisungen verlängern hingegen den Teufelskreis. Die Nachkommen „profitieren“ gleichsam von den Leiden ihrer Vorfahren…

Die Gefahr besteht immer: Dass Schuld missbraucht wird, um Vorwürfe zu machen, daraus Ansprüche abzuleiten. (B soll dann oft seine Schuld, die er gegenüber A hat, dem C begleichen! Wozu führt das? Dass irgendwann D – oder sogar B selbst – kommt und wieder Ansprüche und Vorwürfe gegenüber C erhebt! Usw. Usw.)

Verdrängen ist meist schlecht; aber auch Vergessen kann mitunter heilsam sein - wenn endlich (fast) alles bereinigt ist. Vielleicht ist ein Vergessen, das nicht auf Verdrängung beruht, sogar ein Zeichen dafür, dass die Wunden verheilt sind…?


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