Diskussion:Ülosophie

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Inhaltsverzeichnis

Adi F

Naturwunder ? Foto Adi F.

unverwechselbare Spur

Eigensinn lohnt sich! Denn zu leben mit dem Bewusstsein, dass kein Lebensweg dem anderen gleicht, hilft, die eigene, unverwechselbare Spur zu finden - den Sinn, der uns zufrieden sein lässt mit dem, was war, und neugierig auf das, was kommt. Inspiration und Ermutigung zu einer Lebenshaltung, die innere Freiheit schenkt - klar, tief und dennoch leicht.

wort zum dienstag

  • je mehr du dich deinem ziel näherst, desto leichter kommst du vom weg ab. paul simon

das ganze nennen wir weisheit

wir denken langsamer, entscheiden zögerlich, mischen uns aus erschöpfung selten ein und haben keine kraft mehr, uns aufzuregen.

Christoph Bösch

Liebe und Liberalismus

Fängt beides mit LI an… Wenn es zwei Begriffe gibt, dann ist es natürlich nicht das Gleiche. Gemeinsamkeiten und Unterschiede…

Aber Liebe ist ein Gefühl, dass recht stark werden – und auch ins Gegenteil umschlagen kann. (Die meisten Morde geschehen unter BEKANNTEN – ja oft sogar unter Leuten, bei denen Liebe (und dann oft Eifersucht) im Spiel war...)

Die Stärke des Liberalismus ist mE, dass er von all den Ismen einer der weniger „ideologischen“, fanatischen ist…

Eine gewisse Gelassenheit also. (Kann natürlich auch zur fixen Idee werden – aber nicht so ein „Massenphänomen“.) Politik sollte doch eher emotionslos sein – oder?

Auch wenn – oder gerade weil? - natürlich die politische Propaganda oft sehr stark mit Emotionen arbeitet. (Wobei ich ja denke, dass Emotionen ja eher das sind, was entsteht, wenn Gefühle/Empfindungen länger unterdrückt worden sind.)

Man wird sich also wohl entscheiden müssen. (Wie meistens…)

Phantasie statt Ideologie

Renaissance heißt Wiedergeburt – und das klassische Altertum und die Renaissance waren die größten Blüten Europas – und mE der Welt… Einzige Alternative zur Revolution sozusagen…

Das ist sicher „romantisch“ – aber es wäre richtig – wenn auch vielleicht nicht sehr wahrscheinlich. Es geht/ginge dabei mE um das Schöpferische (statt um immer mehr Verbrauch). Um Geist statt Materie. (Und um Erlösung statt Verschuldung! J) Ich glaube sogar, dass Renaissance genau das wäre, was FJ mit seinem Lieblingsbegriff, "Evolution der Nächstenliebe" (aus meiner Sicht etwas missverständlich) meinen könntest?

Wir brauchen nicht noch mehr Wachstum und Fortschritt, Flucht in die Eskalation, Wettrüsten und Materialschlacht – sondern Rückbesinnung und Umkehr… Zurück zu den Quellen, Wurzeln und Ursprüngen! Zum Wesentlichen. Zum EMPFINDEN (IN sich Finden) – und dann zur Wahrhaftigkeit: was auch immer ich empfinde, ist meine Wahrheit – schön, wenn es Liebe ist; aber besser ich empfinde meine eigene Wahrheit – als ich stelle mir eine „fremde“ vor... (Liebe, die nicht im Herzen ist, sondern nur in der Vorstellung, bringt gar nichts! Wir stellen uns mE viel zu viel vor – und empfinden viel zu wenig…)

Die Französichen Revolution hat versucht, die „Erlösung“ des Individuums zu verstaatlichen. Nicht mehr jeder allein muss seinen Weg gehen – wir machen das jetzt industriell! Individuelle Wahrheit ist uninteressant – der Wissenschaftsstaat liefert ein Patentrezept. Alles gleich für alle! Nur was wir messen können, gibt es überhaupt. Wachstum, Fortschritt, Evolution… Und die lästige Seele werden wir auch noch los. Ist doch viel hygienischer...

PS: von wegen Träumer und Pessimismus: das verträgt sich schlecht… Zuerst muss ich doch realistisch schauen, wie die Welt, das Leben, die Menschen wirklich sind – dann überlegen, wie man etwas verbessern könnte… (Und wenn wir die Erbsünde nicht hätten, dann wäre ohnehin alles halb so schlimm – oder? J)

Man kann mE sehr wohl wahrhaftig sein – und dennoch träumen. Man sollte sogar! (Wobei träumen ja nicht heißt, sich Illusionen hinzugeben – etwa dass alles schon von selbst irgendwie gut werden wird – sondern es heißt mE, die verborgenen, oft verschütteten Quellen des Unbewussten „anzuzapfen“, es sprudeln zu lassen, sozusagen; den Heiligen Geist „fliegen“ zu lassen; sich etwas einfallen zu lassen (statt theoretische Konstrukte in der Vorstellung zu produzieren, wie es unzählige Soziologen tun… Mehr Phantasie, weniger Ideologie.)

Die Verstaatlichung des Lebens

... beginnt im Kindergarten !

"Jeder Mensch ein Soziologe", scheint das Motto einiger Bildungs-"Experten" zu lauten…

Wir "brauchen" (daher) schon im Kindergarten Betreuung durch Akademiker: denn wir brauchen ja auch die Gesamtschule - und danach müssen natürlich auch alle Gesamtschüler Akademiker werden - und da man natürlich an sich nicht so viele Akademiker braucht, soll eben jeder Mensch ein Soziologe werden! (Die braucht man zwar auch nicht in dieser Menge - doch das ist egal, denn wir erfinden eben einfach neue Berufe für sie: zum Beispiel akademische Briefträger, akademische Müllentsorger, akademische Raumpfleger oder eben auch akademische KindergärtnerInnen...)

Jetzt werden wir alle gescheit. GLEICH gescheit, noch dazu... Das nennt man „soziale“ Intelligenz. Und wer hat die höchste soziale Intelligenz? Der Staat natürlich! Daher muss es unser Ziel sein, dass immer mehr Entscheidungen zentral gefällt und gesteuert werden. Dem Individuum und seiner Entscheidungskompetenz ist einfach nicht zu trauen. Womit wir wieder bei der Gesamtschule wären…

Jesus Christus konnte Wasser in Wein verwandeln. Das können wir (noch) nicht. Aber kleine Wunder wirken wir auch: wir schütten Weine verschiedenster Qualität in ein Fass - und heraus kommt: reiner Spitzenwein! (So haben wir das ja auch schon beim Euro gemacht: und jeder kann sehen, wie gut das funktioniert - oder?) Wir sind die großen Nivellierungs- Magier. Das Gleichheits-Glas ist immer halbvoll...

Gerechtigkeit unter Ungleichen

Bitte auch zu bedenken: der/die eine ist schön, gesund, klug, der andere reich, glücklich, erfolgreich – WORAUF bezieht sich also „Gerechtigkeit“ – auf das GESAMTE „Schicksal“ (oder etwa nur aufs Geld zB)??

Und dann gibt es noch die Idee von KARMA oder auch die Erbsünde – aber auch die Bergpredigt (die Letzten werden die ersten sein!). Also WAS ist „gerecht“?

Wer kann sich anmaßen, das zu entscheiden?

Ich kann nur nach bestem Gewissen versuchen, in meinem Umfeld den Menschen und Situationen gerecht zu werden. (Und Subsidiaritätsprinzip: HELFEN kann ich nur jenen, die SELBST etwas tun (nicht: alles STATT ihnen tun!)

Nächstenliebe ist dabei eine gute Richtschnur – oder eben MITGEFÜHL (wie etwa die Buddhisten sagen – etwas neutraler und „bescheidener“..) Und nur wer sich selbst lieben kann, wird letztlich auch andere lieben – oder?

Fazit: ich glaube, wir müssen immer feiner DIFFERNZIERN – aber die Teile auch immer mehr in Beziehung setzen (Bewusstsein für Zusammenhänge) – also die WECHSELWIRKUNG VERSTÄRKEN ZWISCHEN den eigenständigen und „differenten“ Teilen/Persönlichkeiten…

Also nicht Autismus, aber auch nicht Sozialismus – sondern eben kreative und „komplementäre“ Wechselwirkung in Vielfalt. (Kommunizieren und Beziehungen eingehen kann man nicht nur unter „Gleichen“ – ganz im GEGENTEIL – oder?)

PS: und dazu passt noch etwas: Spieltheorie ist besser als Ideologie. (Ideologen versuchen mE das Unmögliche zu erreichen, indem sie das MÖGLICHE „opfern“ – also gar nichts erreichen letztlich.)

Statt Gleichmacherei müsste man vielleicht also sagen: wer hat mehr zu verlieren?

Wie löse ich das Gefangenen-Dilemma? (und das macht mE die viel gescholtene Angela M. recht gut, mit ihrem Pokerface – oder?) Ideologie hingegen, führt nur zu Polarisierung – gegenseitiger Schuldprojektion – und permanentem Patt… (was den Ideologen nützt, denn wenn sie die Konflikte kreativ auflösten, hätten sie ja keine Mission mehr…)

Empfehlung

Zähigkeit und Schlauheit schlängeln Dich durch die Unbilden der Prozesse des Lernens. Lebe die Instinktkräfte bewußt und laß Dich von ihnen leiten, jeweils das Optimalste zu tun. Durchforste Dein Leben nach Verhaltensweisen und eingefahrenen Mustern, die an Deiner Vitalität zehren.

Glaube und Aberglaube

Evolution ist ja auch eine Religion – da gefällt mir der Heilige Geist besser, ist eleganter. Also mE ist die Technik keine Evolution, macht die Menschen nicht (mehr) besser, ist zum Selbstzweck (auch durch die Vermarktung) geworden…

Prothesen machen uns doch schwächer – Geist und Körper verkümmern (Taschenrechner, Rechtschreibprogramme, Google – das macht uns doch nicht gescheiter, sondern abhängiger; und die Muskeln werden auch immer „verkümmerter“; also der Charakter der Menschen wird nicht besser, sondern schlechter durch den „Fortschritt“: immer fauler, degenerierter, dekadenter…

Wie bitte kann man an das Gute (als Ergebnis) glauben, wenn alles zufällig ist – das ist doch völlig unlogisch – oder? Die Erbsünde ist für mich ein Faktum - egal, wie man sie nun nennt: wir erben und vererben alle unsere ökonomischen, ökologischen und „ethischen“ Schulden: aber jeder will das Angenehme als selbstverständlich nehmen – mit den „Nebenwirkungen“ will keiner etwas zu tun haben – das ist unsere „Evolution“…

Die Welt wird letztlich weder besser, noch schlechter – die Zyklen gehen ständig auf und ab: manches wird besser, anderes schlechter – manchmal gleichzeitig, manchmal abwechselnd…

Der Mensch, wie ich ihn kenne, wird nicht besser - erlösen kann man sich m.E. aber am ehesten durch Religion. Sind wir nicht alle – mehr oder weniger schuldig? Schau doch bitte einmal die Welt (und die Geschichte!) an…

Evolution ist einfach Anpassung – ist also im Endeffekt Geschichte! Zwei Schritte vor, einer zurück; einer vor, zwei zurück... Dass wir so verweichlicht und abhängig sind, sehe ich eher als Nachteil. Das ist eher die Falle der Werbung, die Falle des „wissenschaftlichen“ Fortschritts... Ich sehe kaum echten Fortschritt seit Hellas – und glaube auch nicht, dass Menschen auf dieser Welt jemals einen dauerhaften machen werden.

Evolution bedeutet, dass die Birkenschwärmer schwarz werden, um sich dem Dreck anpassen zu können. Die Evolution spricht überdies weniger von Nächstenliebe, eher von Nächsten-Eliminierung: töten, um leben zu können.

Ich glaube an Konkurrenz UND Kooperation – als realistische und sinnvolle Strategien. Eine „Evolution“ wäre in meinem Sinne eine Renaissance – also neine Wiedergeburt des Geistes - durch die Befreiung vom Materialismus und Kollektivismus... (Die seit der Frz. revolution alles beherrschen.)

Befreien kann uns nur eines: illusionslose Wahrhaftigkeit – jeder für sich, Ernüchterung! Aber den Spaß müssen wir uns ja trotzdem – oder gerade deshalb – nicht verderben lassen. Frei ist, wer nicht mehr hoffen muss! (Nicht geboren werden, ist der Menschen Wünsche größter, sagte schon Sophokles) Aber wenn wir nun schon einmal leben, lasst es uns mit Humor nehmen. Und solange wir leben, auch mit Mitgefühl und Liebe…

Und Demut ist auf jeden Fall eine Tugend – gegenüber den Göttern, wenn wir an sie glauben. Und zum Schutz vor dem eigenen Größenwahn, wenn nicht…

Der Evolutions-Glaube ersetzt keine Religion. Er ist bestenfalls akademische Selbstbefriedigung und dient vielen als Religions-Ersatz. Feigen-Kaffee war ja auch kein Kaffee, sondern diente den verwirrten Mitläufern als Kaffee-Ersatz. Irgendwann muss sich jeder der "Gretchenfrage" stellen. Die bleibt auch dem letzten Evolutionisten nicht erspart. EH

Mut zur Wahrhaftigkeit und Liebe zur Freiheit

Gut und Böse

Ohne Antagonismen ist das Leben uninteressant

Wir brauchen die Spannung, den Wettbewerb. Wir brauchen Probleme und Herausforderungen. Es wird immer Aggression geben, Eifersucht und Neid. So ist das Leben, so sind die Menschen. Auch 2000 Jahre nach Jesus Christus - und wohl so lange es Menschen geben wird.

Wo kann es dann also Fortschritt, Evolution, Verbesserung geben? Wir können unsere Differenzen und Konflikte immer mehr verfeinern, auf immer höheres Niveau bringen. Immer weniger Gewalt anwenden, weniger Ressourcen verschwenden. Letztlich braucht es immer auch (die Androhung von) Gewalt, um Gewalt zu verhindern. Es geht also um Legitimität. Man kann sich dabei auf demokratische Mehrheiten berufen, auf die "Natur" oder Gott. Im Endeffekt geht es auch dabei auch um Vernunft und das individuelle Empfinden jedes Einzelnen. Letztlich kann jeder nur sich selbst befreien; vielleicht Vorbild sein für andere.

Patentrezepte zur "Erlösung" aller bewirken hingegen meist eher einen Rückschritt.

Die Moral ist der Feind des Ethos

Moralvorstellungen können uns davon abhalten, unserem Gewissen zu folgen. Wir sollten das tun, was wir wirklich selbst in einer bestimmten Situation für richtig erachten – statt das, was „man“ uns sagt, dass „man“ zu tun habe… Ohne jegliche Tabus.

Denn sonst führt oft der sinnlose Zwang dazu, dass wir gerade dort, wo es eigentlich darauf ankäme, gewissenlos agieren… Welche „Verschwendung“ unserer Güte… Nicht weil mir jemand zusieht, möchte ich gut und richtig handeln – sondern aus Prinzip, um der Sache selbst willen.

Ernst Heim

Fragmente

Ülosophische Betrachtungen

Ich reduziere den Begriff Liebe auf die zählbaren Verhältnisse mit meinen Nächsten und den Begriff Liberalismus auf die unzähligen Verhältnisse mit meinen "Übernächsten". Ich unterscheide also persönliche von un-persönlichen Verhältnissen.


Liebe und Liberalismus haben einen gemeinsamen Nenner: ihn zu suchen könnte eine lohnenswerte Aufgabe sein.


"Derhalben sage ich dir: Ihr (der Sünderin; früher haben offensichtlich nur die Weiber gesündigt) sind viele Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebt; welchem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig." Lk 7,47


Frei nach Laotse: Die Nächstenliebe, die sich definieren lässt, ist nicht die rechte Nächstenliebe.


„Es“ gibt ein Sein AN SICH – aber es lässt sich meist nur indirekt erfahren… (CB)

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage
Dafür sind aber viele Be-, Ent- und Vergegnungen notwendig.

Wer glaubt, dass aus Dreck durch Evolution Nächstenliebe entstanden ist, dem ist nicht zu helfen. Evolutionsglaube oder Schöpfungsglaube, das ist die Frage.


Rechtspositivismus, Evolutionismus und Evangelikalismus "gleichen sich wie ein Ei dem anderen". Im Sinne von Watzlawick sind es Ideologien. Im Sinne von Jesus sind es die "Werke falscher Propheten". Was soll ich da noch tun ?


Der Zweck heiligt nicht alle Mittel !


Wenn du eine vernünftigere Politik, menschengerechtere Wirtschaft, kreativere Kultur, bessere Gesundheit für Mensch und Natur willst - dann musst du selbst aktiv werden. Sei du selbst, gib dein Bestes, sei ein Mensch ! Vor allem aber: Sei ein Vorbild für andere, damit sie deinem Beispiel folgen ...


Statt mich mit dem Elend des Rechtspositivismus zu beschäftigen, werde ich die Gründung (unabhängiger, regionaler) Schlichtungsstellen unterstützen. Zum Elend des Rechtspositivismus zählt auch, dass es den "vereinigten Rechtsverdrehern" gelungen ist, die Gemeindevermittlungsämter praktisch auszuschalten


Ist "recht haben" eine erstrebenswerte ülosophische Qualität ?

Ökosophie

... das ist vermutlich eine ältere Schwester der Ülosophie, oder ?

Jeder Mensch hat grundsätzlich von der Natur die Anlage, einen hohen Grad an Weisheit zu erlangen. Die bisherigen Kulturen lassen jedoch eine solche Entwicklung nur in Ausnahmefällen zu. Die Menschheit insgesamt zeigt keine Weisheit, sie gleicht einem Bakterienstamm, der sich ungehemmt solange vermehrt, bis seine Lebensgrundlagen verbraucht sind. Kultur braucht deshalb Erneuerung: eine humanistische Orientierung! (Marie von Ebner-Eschenbach)

Einkehr

In „Einkehr“ geht es um ein lyrisches Ich, das die köstlichen Früchte eines Apfelbaumes genossen hat. Diese Erzählung überträgt er aber vollständig in das Bild des Besuchs einer Gaststätte. In diesem Bild, das durch personifizierendes und metaphorisches Sprechen gezeichnet wird, erkennt man die Freundlichkeit und Großzügigkeit der Natur, die umsonst ihre Gaben gewährt.

Stimme Gottes

Das Gewissen, die Stimme Gottes in uns

Das Gewissen ist der Stellvertreter Christi in unserem Innern, prophetisch in seinen Unterweisungen, fordernd in seinen Entscheidungen, priesterlich in Segen und Fluch. Auch wenn das ewige Priestertum in der ganzen Kirche aufhören könnte, so würde doch im Gewissen das priesterliche Prinzip erhalten bleiben und weiterherrschen.

Entmengen der Menge

In dem entarteten Reich ist es so, dass es keinem gewährt ist, seine Angelegenheiten nach eigener Einsicht zu führen, sondern jeder steht unter der Botmässigkeit der Vielheit. Der wahre Herrscher befreit den Einzelnen von dieser Botmässigkeit; er entmengt die Menge und lässt jeden frei das Seine verwalten und die Gemeinschaft das Gemeinsame.

Ülosophischer Hammer

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. - Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer".

  • P. Watzlawick: Anleitung zum unglücklich sein.

Helmut L

Heilsame Selbstzüchtigung

Bei einem unglücklichen Ereignis, welches bereits eingetreten, also nicht mehr zu ändern ist, soll, man sich nicht einmal den Gedanken, daß dem anders sein könnte, noch weniger den, wodurch es hätte abgewendet werden können, erlauben: denn gerade er steigert den Schmerz ins Unerträgliche; so daß man damit zum Sichselbstpeinigenden wird. Vielmehr mache man es wie der König David, der, so lange sein Sohn krank daniederlag, der Jehova unablässig mit Bitten und Flehen bestürmte; als er aber gestorben war, ein Schnippchen schlug und nicht weiter daran dachte. Wer aber dazu nicht leichtsinnig genug ist, flüchte sich auf den fatalistischen Standpunkt, indem er sich die große Wahrheit verdeutlicht, daß alles, was geschieht, notwendig eintritt, also unabwendbar ist.

Bei allen dem ist diese Regel einseitig; Sie taugt zwar zu unserer unmittelbaren Erleichterung und Beruhigung bei Unglücksfällen: allein wenn an diesen, wie doch meistens, unsere eigene Nachlässigkeit oder Verwegenheit, wenigstens zum Teil schuld ist, so ist die wiederholte schmerzliche Überlegung, wie dem hätte vorgebeugt werden können, zu unserer Witzigung und Besserung also für die Zukunft, eine heilsame Selbstzüchtigung. Und gar offenbar begangene Fehler sollen wir nicht, wie wir doch pflegen, vor uns selber zu entschuldigen oder zu beschönigen oder zu verkleinern suchen, sondern sie uns eingestehen und in ihrer ganzen Größe deutlich uns vor Augen bringen, um den Vorsatz, sie künftig zu vermeiden, fest fassen zu können. Freilich hat man sich dabei den großen Schmerz der Unzufriedenheit mit sich selbst anzutun: aber der Mensch wird nicht erzogen, ohne daß er gestraft wird.