Diskussion:Ülosophie

Aus wiki.comanitas.com
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Christoph Bösch

Mut zur Wahrhaftigkeit und Liebe zur Freiheit

Grundlegende Fragen

  • Gibt es eine Bestimmung?
  • Glaube ich an ein freies Spiel der Kräfte?

Eine der grundlegendsten Fragen, die wir uns stellen können, lautet: Gibt es eine Bestimmung – woher diese auch kommen mag? Ist alles beliebig, zufällig, planbar oder machbar? (Oder gibt es einfach Dinge, die wahrscheinlicher sind als andere?)

Fast niemand bezweifelt, dass es Naturgesetze gibt. Aber hat auch jeder einzelne Mensch eine Bestimmung? (Und ist allein dadurch mehr oder weniger anders als jeder andere?) Bestimmung könnte eine Art Rollenbeschreibung sein, ein Drehbuch, eine Gebrauchsanweisung. Nichts absolut Bindendes – aber doch etwas, was Neigungen und Wahrscheinlichkeiten festlegt… (Zufälle könnten ja Teil einer Bestimmung sein: warum sollte Gott nicht manchmal würfeln, manchmal aber auch nicht?)

Freies Spiel der Kräfte, hieße nicht Willkür – sondern könnte, ja müsste wohl, innerhalb gewisser Grenzen, Regeln stattfinden. (Freies Spiel der Kräfte muss also nicht heißen, dass ein Regenwurm den Nobel-Preis gewinnen kann!) Diesen Rahmen könnte zum Beispiel eine „Bestimmung“ liefern. (Ob sie nun von der Natur, von Gott oder woher auch immer kommen mag... „Naturgesetze“ könnten auch Teil einer Bestimmung sein.)

Auch der "freie Wille" kann sich ja nur innerhalb von bestimmten Grenzen entfalten. (Die umstrittene Frage ist ja wohl eher: wie ENG sind diese Grenzen?)

Man könnte Bestimmung als Wahrscheinlichkeit - also eben nicht unbedingt als etwas absolut Zwingendes ansehen. (Was ja der gesunde Menschenverstand - oder vielleicht besser: die praktischen Erfahrungen der meisten Menschen – wohl nahe legt…)

Und das freie Spiel der Kräfte könnte gleichsam eine Kräfteparallelogramm aus vielen Kräfteparallelogrammen sein – freier Wille, persönlicher Einsatz, Tugendhaftigkeit, aber auch Glück, könnten dabei eine Rolle spielen. (Und jedes Individuum könnte dabei die eigene Rolle spielen – als "Kraftpfeil" in diesem mehr oder weniger freien Spiel der Kräfte.)

Und "freies Spiel der Kräfte" könnte natürlich auch sowohl Kooperation als auch Konkurrenz beinhalten. (In allen möglichen Kombinationen.)

Sind wir auf der Welt, um etwas zu bekommen – oder um zu geben und zu nehmen?

Absolute Gleichheit gibt es im Grunde im Leben nicht. Doch alle Menschen sind einander natürlich mehr oder weniger ähnlich. Und wer sich genetisch nahe steht („verwandt“ ist), der wird sich meist auch emotional eher näher stehen – auch wenn das nicht sein muss. (Begriffe wie „Nation“ oder „Rasse“ sind belastet – man sollte vielleicht eher von näherer oder fernerer Verwandtschaft sprechen.)

Niemand weiß genau, wie sich ein anderer fühlt. Es kann zum Beispiel auch jemand, der viel weniger hat, weit zufriedener sein, als jemand, der alles hat… Gleichheit muss jedenfalls keineswegs immer grecht sein - auch wenn Ungleichheit natürlich sehr ungerecht sein kann!

Warum sollen eigentlich alle "gleich" sein – nur, weil sie auf demselben Planeten leben?

Gerechtigkeit im Zusammenhang mit individueller Bestimmung, könnte „Rollengerechtigkeit“ heißen. Jedem Einzelnen seinem Wesen (seiner Bestimmung) gemäß gerecht zu werden – bei aller Unterschiedlichkeit. (Manche Menschen glauben an Karma – also dass ihr Schicksal durch ihr „Vorleben“ beeinflusst wird. Andere wiederum – etwa gemäß der Bergpredigt – dass es ein Nachleben gibt, indem sie für im „Diesseits“ erlittenes Unrecht entschädigt werden. Alles Ansätze, die man weder beweisen, noch widerlegen kann – die aber von Milliarden von Menschen geglaubt werden oder wurden… Sie erschweren jedenfalls die Definition des Begriffes „Gerechtigkeit“ – zum Beispiel, wenn es ums Erben geht: sei es von Geld, von Schuld(en) aber auch von Fähigkeiten oder guten Eigenschaften… Was ist für wen, was wird wem gerecht?)

Wer nicht an eine Bestimmung glaubt, dem sind wenig Grenzen gesetzt. Wer nicht an ein freies Spiel der Kräfte glaubt, dem sind sehr enge Grenzen gesetzt.

Wenn wir nicht an eine Bestimmung glauben, dann kann auch der Staat Gott spielen – wobei die (Rechts-)Gewalt des Staates (aber auch von Industrie, Wissenschaft, manchen Glaubenslehren und Ideologien) letztlich doch auch wieder auf dem Faustrecht beruht.

Im Grunde ginge es wohl darum zuzulassen, dass jeder sich gemäß der eigenen Bestimmung im freien Spiel der Kräfte entfalten kann. Spiel bedeutet ja letztlich immer bestimmte Freiheiten innerhalb gewisser Regeln. (Schicksal könnte ja dann vielleicht auch als Kräfteparallelogramm aus Bestimmung und freiem Willen gesehen werden... Bestimmung wäre also nie „ganz“ bestimmt; das freie Spiel, der freie Wille nie „ganz“ frei.)

Es könnte also eine Bestimmung geben – und ein freies Spiel der Kräfte, das innerhalb dieser Bestimmung abläuft.

Gut und Böse

Ohne Antagonismen ist das Leben uninteressant

Wir brauchen die Spannung, den Wettbewerb. Wir brauchen Probleme und Herausforderungen. Es wird immer Aggression geben, Eifersucht und Neid. So ist das Leben, so sind die Menschen. Auch 2000 Jahre nach Jesus Christus - und wohl so lange es Menschen geben wird.

Wo kann es dann also Fortschritt, Evolution, Verbesserung geben? Wir können unsere Differenzen und Konflikte immer mehr verfeinern, auf immer höheres Niveau bringen. Immer weniger Gewalt anwenden, weniger Ressourcen verschwenden. Letztlich braucht es immer auch (die Androhung von) Gewalt, um Gewalt zu verhindern. Es geht also um Legitimität. Man kann sich dabei auf demokratische Mehrheiten berufen, auf die "Natur" oder Gott. Im Endeffekt geht es auch dabei auch um Vernunft und das individuelle Empfinden jedes Einzelnen. Letztlich kann jeder nur sich selbst befreien; vielleicht Vorbild sein für andere.

Patentrezepte zur "Erlösung" aller bewirken hingegen meist eher einen Rückschritt.

Die Moral ist der Feind des Ethos

Moralvorstellungen können uns davon abhalten, unserem Gewissen zu folgen. Wir sollten das tun, was wir wirklich selbst in einer bestimmten Situation für richtig erachten – statt das, was „man“ uns sagt, dass „man“ zu tun habe… Ohne jegliche Tabus.

Denn sonst führt oft der sinnlose Zwang dazu, dass wir gerade dort, wo es eigentlich darauf ankäme, gewissenlos agieren… Welche „Verschwendung“ unserer Güte… Nicht weil mir jemand zusieht, möchte ich gut und richtig handeln – sondern aus Prinzip, um der Sache selbst willen.

Ernst Heim

Fragmente

Ülosophische Betrachtungen

„Es“ gibt ein Sein AN SICH – aber es lässt sich meist nur indirekt erfahren… (CB)

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage
Dafür sind aber viele Be-, Ent- und Vergegnungen notwendig.

Wer glaubt, dass aus Dreck durch Evolution Nächstenliebe entstanden ist, dem ist nicht zu helfen. Evolutionsglaube oder Schöpfungsglaube, das ist die Frage.


Rechtspositivismus, Evolutionismus und Evangelikalismus "gleichen sich wie ein Ei dem anderen". Im Sinne von Watzlawick sind es Ideologien. Im Sinne von Jesus sind es die "Werke falscher Propheten". Was soll ich da noch tun ?


Der Zweck heiligt nicht alle Mittel !


Wenn du eine vernünftigere Politik, menschengerechtere Wirtschaft, kreativere Kultur, bessere Gesundheit für Mensch und Natur willst - dann musst du selbst aktiv werden. Sei du selbst, gib dein Bestes, sei ein Mensch ! Vor allem aber: Sei ein Vorbild für andere, damit sie deinem Beispiel folgen ...


Statt mich mit dem Elend des Rechtspositivismus zu beschäftigen, werde ich die Gründung (unabhängiger, regionaler) Schlichtungsstellen unterstützen. Zum Elend des Rechtspositivismus zählt auch, dass es den "vereinigten Rechtsverdrehern" gelungen ist, die Gemeindevermittlungsämter praktisch auszuschalten


Ist "recht haben" eine erstrebenswerte ülosophische Qualität ?

Stimme Gottes

Das Gewissen, die Stimme Gottes in uns

Das Gewissen ist der Stellvertreter Christi in unserem Innern, prophetisch in seinen Unterweisungen, fordernd in seinen Entscheidungen, priesterlich in Segen und Fluch. Auch wenn das ewige Priestertum in der ganzen Kirche aufhören könnte, so würde doch im Gewissen das priesterliche Prinzip erhalten bleiben und weiterherrschen.

Entmengen der Menge

In dem entarteten Reich ist es so, dass es keinem gewährt ist, seine Angelegenheiten nach eigener Einsicht zu führen, sondern jeder steht unter der Botmässigkeit der Vielheit. Der wahre Herrscher befreit den Einzelnen von dieser Botmässigkeit; er entmengt die Menge und lässt jeden frei das Seine verwalten und die Gemeinschaft das Gemeinsame.

Ülosophischer Hammer

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. - Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer".

  • P. Watzlawick: Anleitung zum unglücklich sein.

Freundschaft

Und die Freundschaft soll keinen anderen Zweck haben, als den Geist zu vertiefen. [...] Denn was ist ein Freund, wenn ihr ihn nur aufsucht, um die Stunden totzuschlagen?