Diskussion:Jedem das Seine

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Christoph Bösch

Jedem das Seine

(Absolute) Gleichheit ist nur manchmal (zufällig!), aber eher selten gerecht. Ein Phantom. Aber praktisch für alle, die sich für zu kurz gekommen erachten – aber nicht mehr anstrengen wollen…

Gleichheit für Gleiches, UNgleichheit für Ungleiches, wäre mE richtig. Aber was tun dann die Sozialingenieure den ganzen Tag? Die müssten ja dann vielleicht gar etwas arbeiten….

Das Leben ist ziemlich ungerecht – und der Sozialismus macht es nur noch ungerechter…

Es ist immer suspekt, wenn vor Wörtern wie Markt, Gerechtigkeit etc. noch irgendwelche Adjektive gebraucht werden. Würde es nicht genügen, einfach von Gerechtigkeit zu sprechen? Denn es wird wohl niemand bestreiten, dass Gerechtigkeit gerecht ist – oder? Wenn aber Gerechtigkeit gerecht ist, dann ist soziale Gerechtigkeit entweder ungerecht – oder zumindest eine leere Phrase! (Oder ein Beispiel dafür, dass man mit Wörtern, die als gut oder „positiv“ gelten, einen guten Eindruck erwecken möchte – also täuschen.) Da gibt es eigentlich nichts herum zu diskutieren. Entweder etwas ist gerecht oder es ist nicht gerecht. Sozial gerecht, ist entweder eine Floskel – oder sogar ungerecht…

Und Gleichheit ist eben nur gerecht, wenn es sich auf Gleiches bezieht – aber ungerecht, wenn es sich auf Ungleiches bezieht. Wobei es sehr schwer ist festzustellen, was überhaupt gleich – oder aber auch gerecht – ist.

Man könnte natürlich sagen, man meine, dass es hier um eine Gerechtigkeit gehe, die sich eben auf den sozialen, also gemeinschaftlichen Bereich beziehe. Aber gerade das ist ja das Problem: dass man das Soziale, also vor allem das Materielle, aber auch das äußerlich Sichtbare, abgetrennt sieht – und überbewertet. Das ist aber keine ganzheitliche Sicht. Das Schicksal ist aber ganzheitlich: es gibt so viele Aspekte, die einen Menschen glücklich oder unglücklich machen können, dass sich das niemals durch Umverteilung ausgleichen ließe…

Im Mitgefühl, ist das Subsidiaritätsprinzip verwirklicht. Nur ich hier und jetzt vor Ort, kann entscheiden was hier und jetzt vor Ort gerecht ist. Wie ich meinem NÄCHSTEN gerecht werden kann. Es gibt hier keine globalen und ewigen Rezepte. Nur Illusionen, die letztlich polarisieren und die Konflikte verschärfen.

Soziologie ist eine Ersatzhandlung dafür, etwas Sinnvolles oder Nützliches zu tun! Mit dem Kopf kann man nicht lieben. (Sondern nur – auch wenn es fast kitschig klingt – mit dem Herzen.) Der wirklich mitfühlende Mensch redet nicht, sondern handelt. Und geht mit gutem Beispiel voran – ohne es an die große Glocke hängen.

Der neue „Sozialismus“

Freiwillig geben, was man hat oder kann – und nur nehmen, was man auch wirklich braucht. Denn nichts zu brauchen, ist viel besser, als alles zu haben.

Rollengerechtigkeit (statt „Verteilungsgerechtigkeit durch Umverteilung“), gerechte Rollenverteilung: Jeder kann (s)eine Rolle finden. Jedem das Seine – nicht: Jedem das Deine… Wir brauchen nicht ein Kollektiv der Gleichen, sondern eine Gemeinschaft von Individuen; ein Gefüge, in dem einander eigenständige Persönlichkeiten in Vielfalt ergänzen.

Je mehr Verantwortung wir dabei freiwillig übernehmen, je mehr wir uns auf das jeweils Wesentliche konzentrieren (und auf das Unwesentliche verzichten), desto weniger werden wir letztlich vom Staat - wohl aber auch durch Krieg, Kriminalität, Naturkatastrophen etc. dazu gezwungen...

Jedem das Seine

De-Mut gehört auch dazu. Kein Über-Mut. Und Durst ist ja nicht gleich Gier: Im Gegenteil, man empfindet ihn im INNEREN. NOTwendig. (Wie ein „Summen“…) Gier wird doch eher durch äußere Reize angstachelt, weil etwas „winkt“. (Etwa aus Neid. Manchmal ist es auch nur Ungeduld!) Aber jeder hat andere Fähigkeiten und Bedürfnisse. Eine andere Bestimmung. Letztlich ist es auch eine Kunst: das Feuer nicht ausgehen zu lassen; sich aber auch nicht zu verbrennen. Wie viel Bedeutung GEBE ich den Dingen? Genug, um motiviert zu sein; aber nicht zu viel…

Die Buddhisten betonen die GeLASSENheit, wir eben eher Leistung, Begeisterung, Freude, Liebe. Das eine kann etwas öde sein; das andere dafür ziemliche Schmerzen verursachen… Jedem das Seine, alles zu seiner Zeit… Manchmal hilft auch Pragmatismus.

Ernst Heim

Anfrage 3

@ Sachverständige: ich bitte Sie um Prüfung einer Idee zur Teilung von Gütern (zB wertvolle Gemälde, Liegenschaften, Firmen udgl) die real nicht teilbar sind.

Der Lösungsansatz für zwei Miteigentümer könnte lauten: „A und B schließen einen Vertrag mit glaubwürdiger Präambel. A will den Vertrag unter Einhaltung vereinbarter Bedingungen beenden. A liefert B dazu den Vorschlag für gegenseitigen Kauf bzw Verkauf der Anteile. B entscheidet sich innerhalb der vereinbarten Frist für Kauf des komplementären Anteils von A oder Verkauf des eigenen Anteils an A mit der von A angezeigten Bewertung."

Entspricht der vorliegende Lösungsansatz dem „Geist” der Rechtsordnung ?

Anfrage 2

@ Gesellschafter, Beiräte und Bekannte: "hast du eine Ahnung, wo ich die Goldene Regel speziell zur Teilung von Gütern (zB wertvolle Gemälde, Liegenschaften, Firmen udgl) finde, die real nicht teilbar sind ?

Der Lösungsansatz für zwei Miteigentümer könnte lauten: A und B schliessen vorgängig einen gültigen Vertrag mit glaubwürdiger Präambel. A will den Vertrag unter Einhaltung vereinbarter Bedingungen beenden. A liefert dazu den Vorschlag für gegenseitigen Kauf bzw Verkauf der Anteile. B entscheidet sich innerhalb der vereinbarten Frist für Kauf des komplementären Anteils von A oder Verkauf des eigenen Anteils an A."

Vorbeugen ist bekanntlich besser als heilen. So mancher "Scheidungskrieg" könnte vermieden weden, wenn die Parteien bessere Verträge geschlossen hätten. Zweckdienlich wäre mE zunächst eine brauchbare, frei zugängliche Textvorlage.

Aufteilung des Kuchens

Es gibt ein Stück Kuchen für zwei Kinder. Wie kann dieser Kuchen für die zwei Kinder aufgeteilt werden, damit die beiden Kinder zufrieden sind? Die Zufriedenheit der beiden Kinder gilt hier als das beabsichtigte Ergebnis, und der Verteilungsregel entspricht der Mechanismus, der in diesem Aufteilungsspiel durchgeführt werden soll. Ein guter Mechanismus lautet hier: Kind A soll das Kuchenstück in zwei Teile aufteilen, dann wird Kind B zunächst ein Teil davon auswählen, das andere Teil erhält Kind A. Somit kann man die Ungleichgewichte Verteilung des Kuchens von Kind A vermeiden.

Anfrage 1

@ Gesellschafter und Beiräte: "hast du eine Ahnung, wo ich die "Goldene Regel" speziell zur Teilung von Gütern (zB wertvolle Gemälde, Liegenschaften udgl) finde, die real nicht teilbar sind ?

Der Lösungsansatz für zwei Mitbesitzer könnte lauten: A liefert den Teilungsvorschlag für Kauf und Verkauf der Anteile; B entscheidet sich innerhalb der vereinbarten Frist für Kauf des komplementären oder Verkauf des eigenen Anteils."

Gregor Hochreiter

Literaturhinweis

Zu dem von Dir geschilderten Fall kenne ich keine einschlägige Literatur. Der im Email geschilderte Vorschlag ist ziemlich gut, wenngleich er ein großes Problem hat. Wer macht den Vorschlag, wer hat das Recht zu entscheiden? Man könnte auch versuchen, daß die beiden Parteien sich auf einen Kaufpreis einigen und dann das Los ziehen. Der Gewinner hat entweder die Pflicht oder das Recht, das Grundstück zu übernehmen und dem Verlierer die Hälfte des gemeinsam ermittelten Kaufpreises zu erstatten. Selbstverständlich wäre im Vorhinein festzulegen, ob der Gewinner zum Kauf berechtigt oder verpflichtet ist.

Auf Wikipedia habe ich folgenden Literaturhinweis gefunden: S.T.Brams, A.D.Taylor; The Win-Win Solution; Guaranteeing Fair Shares To Everybody; Norton 1999.

Meister Eckhart

Der Weg ist das Ziel

Der Mensch soll in allen seinen Werken seinen Willen Gott zukehren und auf Gott allein ausgerichtet sein. Und so gehe er voran und habe keine Furcht, sinne also auch nicht darüber nach, ob es auch recht sei, seiner jeweiligen Eingebung gemäß zu handeln, um nur nicht etwas Unrechtes zu tun. Denn wollte ein Maler bereits beim ersten Strich alle weiteren Striche bedenken, so würde nichts aus dem Bilde. Ginge jemand in eine Stadt und überlegte schon, wohin er den letzten Schritt setzen sollte, so würde auch aus seinem Unterfangen nichts. Darum soll man dem ersten Anstoß folgen und voranschreiten. Auf solche Weise kommt man dahin, wohin man soll, und so ist es recht.

Die wichtigste Stunde

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, / der bedeutendste Mensch immer der, / der dir gerade gegenübersteht, / und das notwendigste Werk immer die Liebe.

Die entscheidende Frage im Leben ist also nicht, was ich tue, / sondern wer ich bin. / Es bedeutet nicht, nichts zu tun, sondern aus dem SEIN, / der inneren göttlichen Quelle heraus aktiv zu werden. Die Schöpfung ist der geeignete Ort, / um Schritt für Schritt in diese Seinsverbundenheit hineinzuwachsen.

Die Leute brauchen nicht so viel nachzudenken, / was sie tun sollen, / sie sollen vielmehr bedenken, was sie seien.

Robert Bauer

Wissensmaschine

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Fragmente zu Leitgedanken

B

  • Alle Menschen sind klug – die einen vorher, die anderen nachher. Voltaire
  • An allem Unfug, der passiert, sind nicht nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern. Erich Kästner
  • Einheit der Überzeugungen wäre für den Fortschritt der Erkenntnis ein Unglück; Einheit des Zweckes in den Angelegenheiten der Gesellschaft ist eine Notwendigkeit. Julius Fröbel
  • Es ist leichter, anderen mit Weisheit zu dienen als sich selbst. Francois de La Rochefoucauld
  • Für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun. Marie von Ebner-Eschenbach
  • Verantwortung ist der Nabelstrang zur Schöpfung. Martin Buber
  • Verstand ist die Erkenntnis des Allgemeinen. Urteilskraft ist die Anwendung des Allgemeinen auf das Besondere. Vernunft ist das Vermögen, die Verknüpfung des Allgemeinen mit dem Besonderen einzusehen. Immanuel Kant

C1

  • Alle großen Gedanken kommen aus dem Herzen. Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues
  • Du sollst nicht Gedanken, sondern denken lernen. Immanuel Kant
  • Ein Lebemeister ist besser als tausend Lesemeister. Meister Eckhart
  • Es gibt nichts Gutes: ausser man tut es. Erich Kästner
  • Es gibt zwei gefährliche Abwege: die Vernunft schlechthin abzulegen und außer der Vernunft nichts anzuerkennen. Blaise Pascal
  • Ich gebe, damit du gibst. Quelle
  • Ist es nicht schrecklich, dass der menschlichen Klugheit so enge Grenzen gesetzt sind und der menschlichen Dummheit überhaupt keine? Konrad Adenauer
  • Menschen nehmen nur dann die klügste Lösung, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Harald Lesch
  • Um Notwendiges zu erkennen, bedarf es - erstens der Erkenntnis, dass eine Not da ist - zweitens der Hoffnung, dass sie abwendbar ist, und - drittens der Debatte über die Wege zur Änderung. In diesem Dreischritt, meine ich, steckt der Aufbruch. Michael Brück: Wie können wir leben? S 140
  • Vielfalt, die nicht auf Einheit zurückgeht, ist Wirrwarr; Einheit, die nicht auf Vielfalt gründet, ist Tyrannei. Blaise Pascal

C2

  • Jedem das Seine geben: Das wäre die Gerechtigkeit wollen und das Chaos erreichen. Friedrich Wilhelm Nietzsche
  • Der höhere Mensch will Gerechtigkeit, der gewöhnliche Gunst. Konfuzius
  • Die Gerechtigkeit ist ohnmächtig ohne die Macht; die Macht ist tyrannisch ohne die Gerechtigkeit. Blaise Pascal
  • Gerechtigkeit lebt vom Differenzieren, nicht vom Vergleichen. Leon R. Tsvasman
  • In den Abgründen des Unrechts findest du immer die größte Sorgfalt für den Schein des Rechts. Johann Heinrich Pestalozzi
  • Laß dein Leben zum Reibungswiderstand gegen Ungerechtigkeit werden. Henry David Thoreau
  • Von allen Tugenden die schwerste und seltenste ist die Gerechtigkeit. Man findet zehn Großmütige gegen einen Gerechten. Grillparzer

C3

  • Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist, der einem jeden das Seine zuteilt, wie er will. 1 Kor 12,11
  • Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen. Hermann Hesse
  • Der Glaube ist ein besserer Ratgeber als die Vernunft. Die Vernunft hat Grenzen, der Glaube keine. Blaise Pascal
  • Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut. / Und Kraft zum Handeln, das wäre gut. Peter Rosegger
  • Große Dinge werden durch Mut errungen, größere durch Liebe, die größten durch Geduld. Peter Rosegger
  • Alle grossen Taten und alle grossen Gedanken haben in ihren Anfängen etwas Lächerliches. Die bedeutenden Werke werden oft an einer Strassenecke oder in der Windfangtür eines Restaurants geboren. Albert Camus
  • Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben. George Bernard Shaw
  • Der Schlüssel zu allem ist Geduld. Nicht durch Aufschlagen, sondern durch Ausbrüten wird aus dem Ei ein Küken. Aus China