Diskussion:Mehr Bildung

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Christoph Bösch

Frauen sind besser ausgebildet denn je

Frauen sind besser ausgebildet denn je, hören wir jetzt täglich.

Unser Bildungssystem ist allerdings so schlecht wie schon sehr lange nicht, sagt man uns ebenfalls. „Bildung“ wird immer öfter mit Ideologisierung verwechselt. (Bis an die Grenze kollektiver Verblödung...) Eigenständiges Denkvermögen, Urteilsfähigkeit und Bewusstsein für Zusammenhänge; Kreativität und gesundes Empfinden werden jedenfalls sicher nicht verbessert, eher geschwächt. Es wird meist nur so genanntes „Wissen“ übertragen – im Grunde also oft nicht viel mehr als ideologische Modeerscheinungen! Jedenfalls sehr theoretisch und daher ziemlich weltfremd.

Wie gut also, sind wir dann wirklich ausgebildet – oder besser gefragt: wofür?

Das Leben ist ein Mysterium

Wir brauchen eine Alternative zum Sozialismus. Es besteht die Gefahr, dass sich Links- und Rechtsradikale verbünden: „Starker“ Staat.

Wir brauchen eine Alternative zu Materialismus, Wissenschaftshörigkeit, Kollektivismus.

Freiheit ist eine Seite – aber warum übernimmt jemand Verantwortung? Aus Liebe, Mitgefühl - vielleicht aber auch im Rahmen eines „Handels“ mit anderen. (Diesen müsste die Politik vermitteln – durch faire Ziele und Regeln - die von der Mehrheit mitgetragen werden.)

Man lebt ja nicht nur, um zu produzieren und zu verbrauchen. Das Leben ist auch ein Mysterium – einen Sinn zu finden, kann interessanter sein, als immer wieder nur die eigenen Triebe und Bedürfnisse zu befriedigen. (Oft sind es ja auch nur Ersatzbefriedigungen, überdies. Manche Zivilisationen unterdrücken Triebe, damit der Reiz des Verbotenen entsteht. Vielleicht, damit Menschen von der Suche nach den für sie eigentlich wesentlichen "Wahrheiten" abgelenkt werden: Ich verbiete etwas, das dadurch interessant wird. Dann biete ich Ersatz (Konsum, Brot und Spiele, Feindbilder…), um mich beliebt zu machen. So stelle ich die Massen ruhig. Sie vergessen, worum es eigentlich überhaupt gehen könnte, gegangen wäre… Teile und herrsche: Der Staat spielt Bürger gegeneinander aus. Und alle profitieren: Industrie, Medien, Wissenschaft; die Kirche hat es natürlich auch gemacht, früher…)

Wozu muss es immer Sieger und Verlierer (Vergleiche) geben? Wenn jeder ER SELBST ist, braucht er keine Konkurrenz… (Das ist auch der blinde Fleck der Marktfetischisten – oder aber auch von Kriegshetzern und religiösen Eiferern: Es muss immer jemand besiegt werden – man muss immer beweisen, dass man „besser“ ist – sogar die politisch korrekten Gutmenschen tun es – wir stecken da noch alle irgendwie drin: Ich bin „gut“, weil der andere „schlecht“ ist – eigentlich fast primitiv.)

Marketing und Soziologie

Die Welt wird beherrscht von aufgeklärt korrekten Soziologen und abgeklärt hemmungslosen Marketingleuten...

Akademisches Proletariat

@ Lisa Nimmervoll c/o Standard

mit Interesse las ich Ihren Kommentar! Sie haben die eine Seite sehr schön herausgearbeitet. Wie meist, gibt es meiner Meinung nach, auch noch eine andere…

  • Jeder Mensch kann sich (selbst) bilden, wenn er dafür eine Grundausbildung hat. (Nicht jeder braucht jedoch den Status eines akademischen Grades fürs eigene Ego... Wenn nämlich jeder Magister ist, dann verliert der Titel ohnehin seinen Wert – wie alles, wovon es zu viel gibt...)
  • Die „Akademikerquote“ ist doch letztlich so belanglos wie die meisten anderen Quoten auch… Je mehr Studenten, desto geringer das Niveau – das ist schwer zu leugnen. (Es wäre genug Geld da, um alle Studienplätze zu finanzieren, die wirklich gebraucht werden. Alles andere ist Privatvergnügen – auf Kosten derer, die wirklich etwas leisten. Daher wohl auch keine Solidarität seitens der Arbeiter… Sie beschreiben ja selbst die „prekäre“ Situation des universitären Mittelbaus – er wird eben, ganz hart formuliert, einfach nicht WIRKLICH gebraucht – genau das ist das eigentliche (Luxus-)Problem!)
  • Wir brauchen nicht tausende diplomierte Publizisten, Soziologen, Pädagogen etc.
  • Wir brauchen Leute, die bereit sind, einen gesellschaftlichen Nutzen zu stiften, für den andere bereit sind, Gegenleistungen zu erbringen.
  • Wir leben nicht im Schlaraffenland – und die Uni ist auch kein Kindergarten. (Übrigens: Was soll der überzogene Jugendkult? Lediglich Weltmeister im Stellen von Ansprüchen zu sein, ist etwas dürftig.)
  • Der Vergleich mit den Obdachlosen ist wirklich interessant: Sie werden nun in den VORHANDENEN Hilfseinrichtungen untergebracht. Da hätten sie wohl auch gleich hingehen können… Und genauso die Studenten: Es gäbe genug Studienplätze - für manche Studienfächer jedoch, gibt es einfach keine Arbeitsplätze (soll die dann auch der Staat künstlich schaffen?)
  • Der Anspruch, ein Unistudium zu brauchen, um sich „bilden“ zu können, ist nicht nur unfinanzierbar, sondern auch absurd: Denn wer erst eine Universität braucht, bei dem wird die „Bildung“ wohl ohnehin auf keinen sehr fruchtbaren Boden fallen…

Jeder Mensch ein Professor

Warum nehmen sich die Studenten eigentlich so wichtig ?

Akademische Titel stiften per se keinen Nutzen - Akademikerquoten sind so unsinnig wie alle Quoten! Durch Studieren wird man an sich auch nicht gescheiter. Wer andere braucht, um „sich“ zu bilden, wird wohl immer ungebildet bleiben… Und „Recht auf Bildung“, bedeutet letztlich vor allem immer Nivellierung nach unten.

Wer „gibt“ eigentlich ein Recht auf Bildung? Was umfasst es - wo ist die Grenze? Forderungen zu stellen, ist keine Leistung. (Immer unzufrieden zu sein, keine Kunst…) „Wir dürfen alles, müssen gar nichts; ihr dürft zahlen - und den Mund halten! Und es kann, darf doch wohl nicht wahr sein, dass Geld eine Rolle spielt…“, tönt es überall. Fazit also: Professorentitel für alle – die kosten wenigstens nichts.

Wir sind alle gleich schlecht

Noch nie waren wir so dumm wie heute... Ideologisiert bis an die Grenze der Debilität!

Ernst Heim

ABC-Bildungswerk

Modell-Organisation zur Bildungs-Selbsthilfe mit genossenschaftsähnlichen Strukturen

also "Bildung" im besten Sinne des Wortes? (statt nur Information und Wissen zu vermitteln) eigentlich auch ein kulturelles Projekt CB

Märchen aus China

Nur ein paar Schritte zurück

« Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand. » Arthur Schopenhauer

« Das „Psychologische“ an dieser Krise ist vielleicht, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte des modernen Fortschritts richtig zurückstecken müssen. Dass es einer Umkehr bedürfen könnte, die nicht nur vorübergehend ist, es also kein Zurück zum Wachstums- und Fortschritsmodell der Zeit seit der Aufklärung zu geben scheint... » CB
« Im letzten Informationsbrief hatte ich Wieland zitiert, der Rohrmosers Gedanken in etwa so wiedergab: der Überlebensimperativ bestehe in einer Wiederaneignung der suspendierten Herkunftskultur inklusive ihrer Stiftungsreligion. In der Geschichte könnten Situationen eintreten, in denen ein paar Schritte zurück der einzige Weg wären, uns voranzubringen. » RS

Was meint euer natürlicher Verstand dazu ?

Wie immer: Doppelstrategie, auch gegenüber Kirche: „nach außen“ verteidigen, intern aber kritisieren… CB

Also Auftreten statt austreten ?

Hilfe zur Selbsthilfe

Wer meint Menschen bewerten zu müssen, hat den Hermann´schen Dreischritt noch nicht verstanden. Es geht dort darum, von Menschen vorgestellte Ideen, hergestellte Dinge udgl. zu bewerten und in der Folge zu verbessern.

Menschen zu bewerten überlasse ich deshalb lieber ihrem Schöpfer.