Diskussion:Mehr Sozialismus

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Inhaltsverzeichnis

Christoph Bösch

Österreich ist auch ein sozialistisches Land

… doch weil wir es gewohnt sind, fällt es keinem wirklich auf...

Von rechter oder gar rechtsextremer Politik reden oft jene, für die die „Mitte“ ziemlich weit links liegt… Vom überall verbreiteten Sozialismus spricht dagegen fast niemand.

Ungleiches gleich behandeln per Gesetz. Umverteilung (nicht nur von Geld, sondern auch von "Rechten", also am liebsten gleich von "Schicksal"), Gleichmacherei, Sicherheitsdenken auf Kosten der Freiheit, Kollektivismus, Einmischung seitens des Staates… Alles relativ? Der internationale Vergleich macht es vielleicht deutlich.

Wenn die Grünen nicht so rot wären

... wenn der ORF nicht so grün wäre und wenn Liberale doch die „ganze“ Wahrheit meinten

Grüne sind für Minderheitenrechte, für das Recht auf Anderssein – aber nicht, wenn es um Geld, Bildung oder andere Statussymbole geht... Sie sind zwar für Multikulti, aber bitte ohne Hierarchien. (Umverteilung von Geld, Macht, Rechten. Ungleiches gleich behandeln… Leute wollen sich zwar selbst nicht ändern, aber von außen „gleich“ gemacht werden.)

Liberale sind gegen Gleichmacherei, haben aber weniger gegen Hierarchien, sofern sie auf Leistung beruhen. (Allerdings gibt es natürlich nie ganz gleiche Startbedingungen.) Liberale ziehen Vertragsfreiheit einer "Inflation der Rechte" vor. (Vertragsfreiheit statt staatlich verfügter "Rechte".)

Letztlich geht es aber beiden zu sehr um Ideologie, Rechtfertigung von Eigennutz. Weniger oder nicht wirklich um Prinzipien. Echte Vielfalt bedeutete eigentlich sowohl vertikale (hierarchische) als auch horizontale („Geschmäcker sind verschieden“) Differenzierung.

Was wir bräuchten? Vielleicht eine liberale Partei, die nicht nur Teile der Freiheit (nämlich vor allem die jeweils eigene) meint, sondern die ganze – also Freiheit als Prinzip. (Selektive Freiheitsbegriffe betreffen ja meist etwa nur den Markt, nur Natur, Kunst, Kultur etc.)

Oder eine „grüne“ Partei, die an die Zukunft und auch an andere Menschen denkt – aber nicht immer auf Kosten individueller Freiheit. („Recht auf Ungleichheit, Schicksal und Scheitern…“) Oder eine christliche, die sowohl „grüne“ als auch „liberale“ (individuelle Verantwortung des Einzelnen) Ansätze versöhnt.

Die Linken reden von Rechten und Freiheiten. Die Rechten von Recht und Ordnung. Wer redet von Recht und Freiheit als Prinzip?

Auf lange Sicht hat der Markt recht

– kurzfristig oft überhaupt nicht

...weil Märkte (also viele ihrer Teilnehmer) hysterisch oder manisch-depressiv sind – zwischen Gier und Panik schwanken, also oft überhaupt nicht „rational“ denken, entscheiden oder gar handeln! (was heißt außerdem „rational“ – maximaler Egoismus?) Außerdem gehen "Maximierungsmodelle" oft davon aus, dass mehr (desselben) immer auch besser bedeuten muss.

Der IQ eines Marktes ist so hoch, wie der durchschnittliche IQ seiner Teilnehmer – man kann also durchaus schlauer sein, als der Markt… Wie gut kann ich mit der verfügbaren Information umgehen? Habe ich zusätzliche Information, einzigartige Schlussfolgerungen, eine besonders gute Intuition, einfach Glück…? (Im Nachhinein wissen wir oft nicht einmal, warum wir schlauer oder weniger schlau als die anderen waren…)

Und der wesentliche Unterschied zwischen Markt und Demokratie ist wohl die Ungleichheit. Doch zum freien Spiel der Kräfte gehört letztlich auch der Wettbewerb ZWISCHEN Staat und Markt... (Letztlich wird es immer das Recht des Stärkeren geben – aber auch das verbreitete Einvernehmen, dass alle auch irgendwie gleichberechtigt sind – und sei es nur, weil sich die Schwächeren gegen die Stärkeren verbünden.)

Der Wert der "besseren Ideen" wird wohl am besten erkannt, wenn Ressourcen nicht verschwendet - sondern möglichst gezielt und nutzenstiftend eingesetzt werden. Kreativität bedeutet ja letztlich auch, aus der Not heraus erfinderisch zu sein. (Statt Wettrüsten und Materialschlacht.) Im Überfluss bedarf es ja keiner guten Ideen... (Arbeit wird wohl früher oder später billiger, Rohstoffe dafür teurer werden (müssen.)

Und zum Thema "Regulierung" böte sich schließlich Nietzsche an: Dem wird befohlen, der sich nicht selbst gehorchen kann… Es sollte vielleicht überhaupt weniger um Regulierung gehen - obwohl ja jedes Spiel auch Regeln braucht, um interessant zu sein; „Nachhaltigkeit“ heißt ja eigentlich nichts anderes als Ehrlichkeit (also Probleme nicht zu verdrängen – in die Zukunft, auf Kosten anderer), sondern (möglichst selbst) zu lösen!

Naturschutz und Nächstenliebe

... statt Grünideologie und Sozialismus

Gegenpositionen aufbauen: wer nehmen will, muss auch etwas zu geben bereit (und fähig) sein Wer gegen Sozialismus ist, muss den Sozialisten den Wind aus den Segeln nehmen. Denn jede Ideologie hat auch berechtigte Argumente. (Das zu bestreiten, wäre Fundamentalismus. Die Fundamentalisten wollen die Welt nicht in ihrer Ganzheit akzeptieren, wie sie ist - sondern sie nach eigenen Vorstellungen, vor allem aber Vorlieben, neu komponieren!) Man sollte die plausiblen Argumente aufgreifen – und bessere Schlussfolgerungen daraus ziehen… Eine bessere Alternative anbieten. Zu sagen, „alles nur Blödsinn“, wie es derzeit fast alle gegenseitig tun, garantiert bestenfalls Stagnation.

Auch ein gutes politisches Programm braucht, wie ein ausgewogenes Investment-Portfolio, geschickte „Gegenpositionen“. Immer nur einseitig das Maximum für sich selbst zu fordern, ist kein Erfolgsrezept. (Politische Programme sind ja keine Speisekarten. Wer immer nur die eigenen Vorstellungen zu hundert Prozent umsetzen will, wird wenig erreichen... Auch wenn es für das eigene Ego kurzfristig befriedigend sein mag.)

Gute Menschen statt Gutmenschen

Mitgefühl statt Sozialismus. Freiheit statt Materialismus. Ganzheitlichkeit statt Verdrängung.

Was sollte daran schlecht sein, ein "guter Mensch" zu sein? Solange man bei sich selbst beginnt. Als Vorbild, statt ständig anderen Vorwürfe zu machen, daraus Forderungen abzuleiten? Wir bräuchten einen realistischen Mix aus Altruismus und Eigennutz. Stattdessen wird so getan, als ob überhaupt niemand anders könne, als egoistisch zu sein; oder aber man postuliert gleich eine Welt, in der sich alle lieb haben. Doch Wettbewerb ist gut, Mitgefühl ebenfalls.

Die Kunst läge wohl darin, Charakter und Menschlichkeit zu so etwas wie "Statussymbolen" zu machen. Charakter bedeutet allerdings nicht nur Tugend, sondern auch Eigenart. Hier läge vielleicht sogar der Schlüssel: Je mehr jeder sein eigenes Wesen entwickeln und ausleben kann, desto größer wohl die Bereitschaft, dies auch anderen zuzugestehen - oder ihnen wenn nötig zu helfen. (Und desto weniger Hilfe braucht jeder Einzelne überhaupt.) Minderheitenschutz einmal anders: Nicht als Vorwand für den Staat, sich noch mehr einzumischen; sondern als Renaissance klassischer europäischer Werte.

Sozialismus und Wissenschaft

Warum eigentlich sind wir so subaltern gegenüber „der“ Wissenschaft, „den“ Experten?

Fast niemand traut sich mehr, einfach zu sagen, was er denkt, empfindet, glaubt. Man meint, sich immer eine Legitimation durch Experten, Studien oder Statistiken holen zu müssen. „Wir wissen jetzt“, „man konnte zeigen“, „es gilt nun als erwiesen“ – und ein paar Monate später ist alles anders... Beweisen kann man viel – in lauterer wie unlauterer Absicht.

Das Leben, der Mensch ist nicht objektiv. Jeder Mensch ist anders - auch wenn viele alle(s) gleich machen wollen. Wissenschaft und Sozialismus sind zwei Töchter der Französischen Revolution. Beide haben viel versprochen – und können immer weniger halten.

Demokratie, Minderheiten und der Opportunismus

Zuerst treten alle für „Demokratie“ ein – wenn sie dann eine Wahl verloren haben, fordern sie plötzlich „Minderheitenrechte“.

Minderheit schlechthin ist das Individuum. (Aber etwa auch Hausbesitzer gegenüber Mietern).

„Linke“ Ökonomie hat im Wesentlichen EIN Instrument: Umverteilung. (Das funktioniert nur, solange es noch „Reiche“ gibt, denen man etwas wegnehmen kann.) Das Problem ist nicht der „freie“ Markt, sondern dass aus allem ein Markt gemacht wird... (Doch Konkurrenz wird, ja muss es immer geben – oder wollen wir etwa auch die Partnervermittlung durch den Staat regeln lassen?)

Wir sollten nicht nur den auf Gier basierenden Kapitalismus kritisieren, sondern vor allem den Materialismus. (Und Sozialismus ist ja auch materialistisch – er basiert eben auf Neid!)

Menschen haben letztlich nur jene Rechte, die sie einander (mehr oder weniger freiwillig) zugestehen. Alles andere ist Theorie – oder führt zur Gewalt.

Auch Frauen sind nur Menschen – also gilt für sie das Gleiche. (Aber da sie ja eine Mehrheit bilden, bietet sich hier eher der Weg der Demokratie an – statt der Berufung auf einen „Minderheiten-Status“.)

  • Brief an Ina Zwerger c/o ORF

Wähler lassen sich nicht bevormunden

Sie machen, was sie wollen

Die Propaganda der ideologisch „Korrekten“ wird immer lauter, massiver – die Wähler kümmern sich immer weniger darum. Oder machen sie sogar bewusst das Gegenteil? Der Bürger muss sich ohnehin genug bevormunden lassen – bei den Wahlen tut er es aber offensichtlich nicht (mehr). „Demokratie“ ist für viele nur noch ein Vorwand: Für Sozialismus, Gleichmacherei, Einmischung und Umverteilung. Wer eine „Minderheit“ ist, bestimmen die Korrekten. „Jedem das Deine“, heißt es dann. Man gibt nie, ohne vorher genommen zu haben… Von Dritten, natürlich: Rechte, Macht, Geld… Geld kann man drucken, Rechte einfach postulieren – doch real bringt das immer weniger.

Die Leute merken, dass es ihnen wenig Nutzen bringt. Ideologie soll ja vor allem den Eigennutz der Ideologen rechtfertigen. Mit „liberal“ meinen sie vor allem die eigene Freiheit; mit „sozial“, den eigenen Vorteil. Mit „grün“ meistens „rot“. „Recht“ definieren sie jeweils nach Bedarf; und „Demokratie“ ist nur gut, solange man gewinnt…

Freiheit und Verantwortung

Ich glaube eigentlich, dass das Zeitalter des Subjektiven kommt. (Nicht des Subjektivismus.) JEDER SOLL DOCH GLAUBEN, WAS ER SELBST WIRKLICH GLAUBT - (nicht, was "die" Wissenschaft gerade sagt...)

Die Wissenschaft ist doch genauso eine Tochter der französischen Revolution, wie der Sozialismus: Beides ist materialistisch. (Also eigentlich matriarchalisch - von wegen Patriarchat.)

Der Mensch, das Leben ist letztlich subjektiv. Wissenschaft nimmt den Menschen als (Forschungs-)Objekt. (Doch jeder Mensch, Ort, Zeitpunkt ist ja einmalig.)

Letztlich ist aber alles sicher auch eine Glaubensfrage; eine Frage der Moden und Vorlieben. (Relativ - ja oft sogar paradox...)

Ich glaube überhaupt nicht an Patentrezepte - egal ob Demokratie, Rechtsstaat, Markt oder Wissenschaft. (Also keine Götzen - andererseits natürlich alles nützliche Instrumente... Im freien Spiel der Kräfte - aller Kräfte.) Eher an die individuelle Freiheit und Verantwortung (und Fehlbarkeit) des Subjekts. (Subjekt heißt ja der "Unterworfene" - das hört man zwar nicht gern, aber gar so weit ist es als Mensch auf dieser Welt mit der Freiheit wohl nicht her... Ich glaube auch an einen freien Willen (innerhalb einer Bestimmung - also oft kann man eben nur wählen, zwischen vorhandenen Alternativen...)

Die entscheidende Frage scheint mir zu sein, ob man an eine Bestimmung glaubt - oder nicht. Wenn nicht, gibt es entweder Sozialismus oder Egoismus. Wenn schon, muss jeder seine eigene Rolle finden...

Sozialismus ist wie Doping

Wir werden nicht glücklicher, wenn wir uns selbst belügen…

Im Sport wird Doping immer mehr kriminalisiert. In der Politik wird es hingegen idealisiert. Jedes Mittel ist recht, um Unterschiede aufzuheben. Der Absurdität sind kaum Grenzen gesetzt: Schicksal, Wahrheit, ja sogar Freiheit ist den Menschen offensichtlich nicht mehr zumutbar – muss geradezu tabuisiert werden. Der Begriff des „Rechts“ wird ständig missbraucht - und in immer kleinere Rechte zerstückelt… „Demokratie“ ist schon Vorwand für fast alles – bis einmal eine Abstimmung so ausgeht, wie sie eigentlich gar nicht ausgehen dürfte... Und alle reden von Minderheiten, nur die Minderheit schlechthin, das Individuum wird bevormundet.

Lügen werden gleich direkt in die Sprache eingebaut – und institutionalisiert… Man hat die Götter offenbar nicht vertrieben, weil man nicht mehr an sie glaubt – sondern weil man lieber selbst Gott spielen möchte! Mit Hilfe von Gesetzen und Experten; durch Steuern und Umverteilung; durch Dauerpropaganda und Gewissensterror. Doch man kann schmutziges Wasser leider nicht dadurch reinigen, dass man sauberes hinein schüttet…

... oder wie Nietzsche meinte, "Das lahme Bein sitzt mit zu Pferde."

Ernst Heim

Formen des Linksdralls

Das erniedrigende Streben nach Gleichheit und der Haß gegen das Andersgeartete charakterisiert alle Formen des Linksdralls. Seine Ideologien sind unvermeidlich totalitär, weil sie uns, den gottgewollten Unterschiedlichkeiten des Universums zum Trotz, gewaltsam Nämlichkeit aufzwingen wollen – und Nämlichkeit ist die Schwester der Gleichheit. Die Vision der Linken zielt auf Gleichförmigkeit: eine Nation mit einem Führer, einer Rasse, einer Sprache, einer Klasse, einem Schulsystem, einem Gesetz, einer Sitte, gleichem Einkommen für alle, und so weiter. Da aber die Natur Unterschiedlichkeiten schafft, ist diese tödliche Nämlichkeit nur mit Gewalt zu erreichen, durch Einebnen, erzwungene Angleichung, Exil und Völkermord. Alle Formen des Linkksdralls, alle linken Ideologien, die in der französischen, der russischen und der deutschen Revolution gipfelten, sind diesen Weg gegangen

  • Portland-Manifest

Gott ist kein Grüner

Mit dem Prototyp für (s)einen Rundbrief Zur Sache zeigt CB die aktuellen Möglichkeiten unter wiki.cc. Dieses war der erste Streich und der zweite folgt sogleich ! Oder ?

Gratulation !
Extreme sind (fast) immer schlecht, weil sie zu leicht in Fanatismus ausarten. Darum hat mir besonders gefallen, dass im Artikel die Einseitigkeit Walsers (Rechtsextremismus am Pranger, Linksextremismus nicht erwähnt) herauszulesen ist. Aber vermutlich ist Walser selbst so weit links, dass einerseits neben ihm nur ein unendliches, rechtes Spektrum möglich ist, andererseits er selbst sich sicher nicht als extrem, geschweige diktatorisch einstuft. AB

christlich-sozial

- ein Unding des 19. / 20. Jahrhunderts

  1. Jesus Christus war alles andere als ein SOZI. Seinen Namen für Partei- dh. Sonderinteressen zu verwenden, ist eine Unverschämtheit.
  2. Das Wort "sozial" ist in der Regel eine nichtssagende Worthülse. Siehe dazu F. A. von Hayek: « Ich muss gestehen, wenn Sie auch darüber entsetzt sein werden, dass ich nicht sozial denken kann, denn ich weiß nicht was das heißt. Ich sehe nur mit Besorgnis, dass dieser sprachliche Kollektivfetisch das Denken zerstört, und ich muss an den Ausspruch von Konfuzius denken, der einmal gesagt haben soll, dass, wenn Worte ihre Bedeutung verlieren, die Menschen ihre Freiheit verlieren. Mir will fast scheinen, als ob das nächste Wort, das daran ist, auch zum Wiesel-Wort zu werden, das Wort Demokratie selbst ist, sei es nun Volks- oder Sozial-Demokratie. Die schönen Symbole der Freiheit werden langsam alle in Irrlichter verwandelt, die uns einen falschen Weg führen. »

Viel Feind viel Ehr

Auf wen - ausser sich selbst - soll oder muss MF in dieser parteipolitisch abgewirtschafteten Republik noch Rücksicht nehmen ?

Re: Linksüberholer

Der Begriff "Linksüberholer" trifft den Nagel auf den Kopf. Was diese Sozial-Träumer wollen, hat mit "liberal" im ursprünglichen Sinne des Wortes absolut nichts mehr zu tun. "Wenn Worte ihren Sinn verlieren, verlieren die Menschen ihre Freiheit". (Konfuzius)

Freiheitsfeinde auf Marx´ Spuren ...

« Dieser ganzen fanatischen Verteidigung von Planwirtschaft und Sozialismus liegt oft nichts anderes zugrunde als das insgeheime Bewußtsein der eigenen Minderwertigkeit und Ineffizienz. Menschen, die sich ihrer Unfähigkeit im Wettbewerb bewußt sind, verachten "dieses kranke Konkurrenzsystem. Wer seinen Mitmenschen nicht zu dienen in der Lage ist, will sie beherrschen. »

Ohne wenn und aber

« Wer der mit Gulag und KZ untrennbar verbundenen Planwirtschaft nichts abgewinnen kann, wird sich mit dem „Kapitalismus“ abfinden müssen - ohne wenn und aber...! »

  • Andreas Tögel, Mödling

Michael Twardosz

Gott ist kein Grüner

Mit den grundsätzlichen Feststellungen (für viele andere werden es allerdings schlicht Behauptungen sein) kann ich durchaus übereinstimmen.

Mir fällt dazu, besonders im letzten Absatz, erstens wieder einmal auf, dass die "Rechts-Links-Einteilung" nicht mehr durchgängig anwendbar ist: « Alles, was rechts der Mitte ist, wird gleich als „rechtsextrem“ verdächtigt. „Demokratie“ ist ein beliebtes Wort - deren Auswirkungen werden aber ungeniert ignoriert. (Etwa die Tatsache, dass es in Österreich in der 2.Republik, mit Ausnahme der Kreisky-Jahre, eigentlich immer ein Mehrheit rechts der Mitte gegeben hat.). »

Damit wird das "dritte Lager" wie üblich zu den Rechten gerechnet, aber wenn man sich heute einen H.C. Strache anhört, muss man oft erkennen, dass seine sozialpolitischen Forderungen sehr "links" sind. Und "national" kann auch durchaus "sozialistisch" sein, wie wir wissen, auch wenn die sozialistische Sprachregelung das erfolgreich camoufliert hat. Ich wäre also statt für links gegen rechts zum Beispiel für sozialistisch gegen liberal und füge hinzu, dass es in Österreich keine wirklich nichtsozialistische Partei gibt.

Viel wichtiger aber, weil prinzipiell, erscheint es mir zweitens, folgende Passage zu betrachten: « Es gibt überhaupt keine „Grundrechte“ – denn das wäre ja gleichsam eine Art Gottesbeweis… Rechte fallen nicht vom Himmel, wir müssen sie uns verdienen. Etwa durch die Erfüllung von Pflichten – aber dieses Wort ist natürlich tabu. »

Als Liberaler (Achtung, nochmals zur Sicherheit: das heißt weder "linksintellektuell" noch kirchenfeindlich!) begreife ich aber meine Grundprinzipien sehr wohl aus dem "Naturrecht", was ja "nur" bedeutet, dass jeder Mensch ex definitione (und nicht etwa auf Grund eines "Gesellschaftsvertrages" oder einer privaten Übereinkunft oder zufolge positiv-rechtlicher Satzung) ausschließlich sich selbst gehört.

Von diesem Prinzip leitet sich die Forderung nach Integrität der Person ("Leib und Leben") ab und in weiterer Entwicklung der Eigentumsbegriff (das alleinige Verfügungsrecht über legitim Erworbenes) und dann zum Beispiel die Aufgabe des Staates der Sicherung meiner Person und meines Eigentums, etwa auch durch Sicherung der Vertragstreue im privatrechtlichen Bereich. Und zugleich im Wesentlichen auch seine Beschränkung nur auf diese Aufgaben!

Vielleicht meint der Autor mit dem Satz « Das einzige Recht, das wir vielleicht hätten, wäre jenes, von anderen in Ruhe gelassen zu werden… » ohnehin etwas in der Richtung des liberalen Grundprinzips, dass ich nur mir gehöre.

Und jetzt lese man zur Entspannung den Text von Marlene Dietrichs Chanson Ich weiß nicht zu wem ich gehöre

Guter Kommentar !
Das Links-rechts-Schema besteht halt solange, wie die meisten noch daran glauben… Aber die Einwände teile ich!
Private property – John Locke – das Recht, sich selbst zu gehören, ist wohl eine der Wurzeln des Liberalismus… (Ich bin nur etwas pessimistischer: welche Rechte wir WIRKLICH gehabt haben – oder hätten – stellt sich erst heraus, wenn wir tot sind. Bis dahin ist nur eines unumstößlich: Das Faustrecht…) CB