Diskussion:Mehr Sprüche
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Brigitte Imb
Ein Jahr ist nichts...
Ein Jahr ist nichts, wenn man's verputzt,
ein Jahr ist viel, wenn man es nutzt.
Ein Jahr ist nichts, wenn man's verflacht;
ein Jahr war viel, wenn man es ganz durchdacht.
Ein Jahr war viel, wenn man es ganz gelebt;
in eigenem Sinn genossen und gestrebt.
Das Jahr war nichts, bei aller Freude tot,
das uns im Innern nicht ein Neues bot.
Das Jahr war viel, in allem Leide reich,
das uns getroffen mit des Geistes Streich.
Ein leeres Jahr war kurz, ein volles lang:
nur nach dem Vollen misst des Lebens Gang,
ein leeres Jahr ist Wahn, ein volles wahr.
Sei jedem voll dies gute, neue Jahr.
Christoph Bösch
Empfehlung
Zähigkeit und Schlauheit schlängeln Dich durch die Unbilden der Prozesse des Lernens. Lebe die Instinktkräfte bewußt und laß Dich von ihnen leiten, jeweils das Optimalste zu tun. Durchforste Dein Leben nach Verhaltensweisen und eingefahrenen Mustern, die an Deiner Vitalität zehren.
Ernst Heim
Sprüchesammlungen
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Gruß aus Wolfurt
Der Bauer schickt den Jockel aus, er soll den Haber schneiden. Der Jockel schneidet den Haber nicht und kommt auch nicht nach Haus.
Der Bauer schickt den Pudel aus, er soll den Jockel beißen. Der Pudel beißt den Jockel nicht. Der Jockel schneidet den Haber nicht und kommt auch nicht nach Haus.
Der Bauer schickt den Prügel aus, er soll den Pudel prügeln. Der Prügel schlägt den Pudel nicht, der Pudel beißt den Jockel nicht, der Jockel schneidet den Haber nicht und kommt auch nicht nach Haus.
Der Bauer schickt das Feuer aus, es soll den Prügel brennen. Das Feuer brennt den Prügel nicht, der Prügel schlägt den Pudel nicht, der Jockel schneidet den Haber nicht und kommt auch nicht nach Haus.
Der Bauer schickt das Wasser aus, es soll das Feuer löschen. Das Wasser löscht das Feuer nicht, das Feuer brennt den Prügel nicht, der Prügel schlägt den Pudel nicht, der Pudel beißt den Jockel nicht, der Jockel schneidet den Haber nicht und kommt auch nicht nach Haus.
Der Bauer schickt den Ochsen aus, er soll das Wasser saufen. Der Ochse säuft das Wasser nicht, das Wasser löscht das Feuer nicht, das Feuer brennt den Prügel nicht, der Prügel schlägt den Pudel nicht, der Pudel beißt den Jockel nicht, der Jockel schneidet den Haber nicht und kommt auch nicht nach Haus.
Der Bauer schickt den Metzger aus, er soll den Ochsen schlachten. Der Metzger schlachtet den Ochsen. Der Ochse säuft das Wasser, das Wasser löscht das Feuer, das Feuer brennt den Prügel, der Prügel schlägt den Pudel, der Pudel beißt den Jockel, der Jockel schneidet den Haber und kommt dann auch nach Haus.
Der Fuchs und die Trauben
An einer hohen Mauer wuchs ein Weinstock empor. Daran hingen herrliche saftige Trauben. Das sah ein hungriger Fuchs. Er war gierig und wollte die Trauben haben. Immer wieder sprang er hoch und schnappte nach den Trauben, aber er konnte sie nicht erreichen. Er wollte die Mauer hochklettern, aber auch das schaffte er nicht. Alle Mühe war umsonst - die Trauben hingen zu hoch! Da sagte der Fuchs verächtlich: „Die Trauben sind mir viel zu sauer!“ Er machte ein hochmütiges Gesicht - und ging davon. nach Äsop
Wünsche zum neuen Jahr
Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit. // Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid. // Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass. // Ein bisschen mehr Wahrheit das wäre was.
Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh. // Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du. // Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut. // Und Kraft zum Handeln, das wäre gut.
In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht. // Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht. // Und viel mehr Blumen, solange es geht. // Nicht erst an Gräbern, da blühn sie zu spät.
Ziel sei der Friede des Herzens, besseres weiss ich nicht.
Hilf dir selbst
Ein Fuhrmann saß im Schlamme fest
mit seiner Fracht. Das nächste Nest
fünf Meilen fern. Kein Mensch ringsrum.
Der Abend nah, der Tag bald um.
Voll Wut verflucht er fürchterlich
Pferd, Straße, Wagen, Welt und sich.
Zuletzt fleht leise er zu Gott:
"Hilf! Mach den Karren wieder flott!"
Da hört er eines Engels Stimme:
"Gott mag nicht, daß man rasch ergrimme.
Selbst ist der Mann! Sei rührig, rege!
Wo liegt das Hindernis im Wege?
Schau nach! Die Achsen sind voll Dreck.
Schaff erst den Schlamm von ihnen weg!
Schütt Steine in das Loch! Getan?"
"Ja." - "Nun die Peitsche!" - "Ja." - "Treib an!"
Hauruck! Hü hott! Und was passiert?
Der Karren läuft wie frisch geschmiert.
"Nun", ruft es, "merkst du was, du Lümmel?
Hilf dir selbst, dann hilft dir auch der Himmel!"
Fritz Danner
Den Teufel wird man nie erwischen
Ein Mensch - was noch ganz ungefährlich - Erklärt die Quanten (schwer erklärlich!).
Ein zweiter, der das All durchspäht, Erforscht die Relativität.
Ein Dritter nimmt, noch harmlos, an, ein Geheimnis stecke im Uran.
Ein vierter ist nicht fernzuhalten, von dem Gedanken, Kern zu spalten.
Ein Fünfter - reine Wissenschaft - Entfesselt der Atome Kraft.
Ein sechster, auch noch bonafitlich, Will die verwerten, doch nur friedlich.
Unschuldig wirken sie zusammen: Wen dürfen, einzeln, wir verdammen?
Ist’s nicht der siebte erst und achte, Der Bomben dachte und dann machte?
Ist’s nicht der Böseste der Bösen, Der’s dann gewagt sie auszulösen?
Den Teufel wird man nie erwischen: Er steckt von Anfang an dazwischen.
Peter Streitberger
Appenzeller Hausspruch
« Wünsch' mir jeder noch so viel, geb' ihm der Herr zweimal soviel. »
