Diskussion:Mehr Wahrheit

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Inhaltsverzeichnis

Christoph Bösch

Wer die Wahrheit liebt

…braucht sich nicht zu fürchten!

Der Konfuzius hat völlig recht: erst müssen einmal die Begriffe geklärt sein. Und wie Heidegger sagt: die Sprache gehört dem Angesprochenen! (Sonst kommt jeder daher und verwendet Begriffe einfach so, wie es ihm gerade in seinen Kram passt, wie er es gerade versteht…)

Ich empfehle ein ETYMOLOGISCHES Lexikon: der Sprache auf die Wurzeln gehen. (Statt irgendwo an den Blättern herumzuschnipseln.)

Und Sloterdijk hat auch die moderne Ges(ch)ichtslosigkeit beschrieben: alle orientieren sich nur noch an der Mode, den anderen, dem Durchschnitt. Die Sitten sind in Vergessenheit geraten. (Und jeder hält sich selbst für den Schöpfer von allem und jedem…)

In der neuen Beliebigkeit sind alle ohne Ursprung, ohne Wurzeln, ohne Ort und Gestalt. Immer auf der Flucht in die Eskalation: Materialschlacht, Wettrüsten, Dosissteigerung… (Und das wird dann Wachstum und Fortschritt genannt!)

Apokalypse heißt übrigens Enthüllung, Offenbarung – Leiden bringt das nur für jene, die die Wahrheit lange Zeit verdrängt haben…

Wer die Wahrheit liebt, braucht sich nicht zu fürchten!

Ich glaube, was ich empfinde

Es ist besser, die Wahrheit selbst herauszufinden - als von anderen belehrt zu werden...

Keine zwei Menschen sind wirklich ganz gleich – und keine zwei Menschen können daher wohl wirklich ganz das gleiche glauben… Denn Glauben ist letztlich auch eine Empfindung; etwas, das man also in sich selbst findet. (Glaube kann natürlich auch eine Vorstellung sein. Aber vorstellen mag man sich so gut wie alles...) Das Empfinden lässt sich hingegen nicht so leicht manipulieren.

Viele verstehen unter Glauben natürlich auch Vertrauen und Hoffnung. Im Grunde gibt es jedoch kein einziges zwingendes Indiz dafür, dass die Welt an sich „gut“ (oder aber auch „schlecht“!) ist. Es bleibt offen.

Wir können allerdings entscheiden, ob wir andere Menschen gut behandeln oder schlecht. (Und hier spielt sicher auch wieder Vertrauen eine Rolle...)

Das Problem mit den Religionen ist vielleicht, dass sie dem Individuellen nicht ausreichend gerecht werden. Braucht also jeder Mensch gleichsam seine eigene Religion? Vielleicht, indem er sich aus jeder Religion das für ihn Passende heraussucht - was natürlich die Gefahr des Opportunismus birgt?

Das Wichtigste an Religion wäre vielleicht, dass sie uns daran erinnert, dass es etwas Größeres gibt als das eigene Ego: Sei es nun Gott, die Natur – oder andere Menschen.

Was ist Wahrheit ?

„Die“ Wahrheit ist meist das, was wir nicht wahrhaben WOLLEN. (Dass 2 plus 2 gleich 4 ist, ist zwar auch eine „Wahrheit“, aber nicht DIE Wahrheit, weil es nämlich niemand bestreitet…)

DIE Wahrheit ist also eigentlich das, was verdrängt wird, weil es unbequem oder unerwünscht ist. Das Angenehme würde wohl kaum jemand als „die“ Wahrheit bezeichnen – oder ?

Aber vielleicht haben wir manchmal mehr Angst vor dem Verdrängten, als notwendig wäre ?

Weil es nur deshalb so schlimm erscheint, weil wir uns schon so lange nicht hinzusehen getraut haben…

Relativismus und Absolutismus

Dass die Wahrheit meist nicht „objektiv“ ist, spricht mE nicht gegen die Wahrheit – sondern nur gegen jene, die ihre (subjektive) Wahrheit verabsolutieren wollen…

Und es gibt wohl einen Weg, der uns der Wahrheit so gut wie immer NÄHER bringt: nämlich Ehrlichkeit. Meistens ist die Wahrheit aber wohl weder vollkommen absolut, noch ganz und gar relativ. Ich bin aber schon zufrieden, wenn ich das Gefühl haben kann, ihr wenigstens NÄHER gekommen zu sein… (Sowohl der „Relativismus“ als auch der „Absolutismus“ können uns mE hingegen leicht in den Wahnsinn führen.)

Halbwahrheiten

Na, wie wäre es, wenn wir es unter (m)eine neue Rubrik "Halbwahrheiten" einreihten? das ist mir heute eingefallen und gefällt mir sehr... die "halbe" Wahrheit ist ja immerhin etwas! Was hieltest Du davon?

« Ganze Sachen sind immer einfach wie die Wahrheit selbst. Nur die halben Sachen sind kompliziert. » Heimito von Doderer, EH

Danke! (Aber erscheinen nicht gerade Halbwahrheiten - und Halbwissen - oft zu schön und einfach, um wirklich wahr zu sein? Denke an unseren Freund Lao-Tse...)

Als ich 1993 mein Dienstverhältnis in Zug beendete, hat mir mein Freund Fredi K. (vermutlich Mitglied einer evangelischen Freikirche) ein Büchlein von Rainer Haak mit dem Titel "Keine halben Sachen mehr " geschenkt. Also Mehr Wahrheit statt "Mehr Halbwahrheiten" ! EH

Fast nichts ist "Unfassbar" - wenn man bereit ist, sich wirklich in die anderen "Hinein" zu versetzen...

ORF: Unabhängig, aber nicht unparteiisch

Gerade die Unabhängigkeit erlaubt es ORF-Mitarbeitern, ganz ungeniert Partei zu ergreifen

Vor allem Radio Ö1 (aber auch die Bereiche Information, Wissenschaft, aber auch Kultur im TV) ist derzeit die unverschämteste Propaganda-Maschine Österreichs. Dass das ganze auf ziemlich hohem Niveau stattfindet, macht die Sache nur noch gefährlicher. Praktisch jeder fühlt sich berechtigt, nach Belieben Propaganda in eigener ideologischer Sache zu machen. Man ist schließlich politisch korrekt – und daher über Argumente erhaben! (Wäre ja noch schöner, sich auch noch auf lange Diskussionen einzulassen…) Es reicht vollkommen, in salbungsvoll-wissendem Ton etwas zu behaupten. Aus Vorwürfen werden Ansprüche abgeleitet, Forderungen gestellt. Die Schutzpatrone der Entrechteten fühlen sich selbst zu fast allem berechtigt. Manipulation wird als zulässig erachtet, weil man sich ja im Besitz der „höheren“ Wahrheit wähnt. Und dieser müssen eben notfalls die (Interessen der) vermeintlich Mächtigen geopfert werden.(Dabei hat man kein Problem, in die Rechte Dritter einzugreifen oder dies zu fordern.) Ideologie wird wechselweise als „Bildung“ oder „Wissenschaft“ ausgegeben… Und es fällt anscheinend fast niemandem mehr auf. Da ist der Boulevard völlig harmlos dagegen.

Dem ist nichts hinzuzufügen, (leider) alles wahr! Armin Brunner

Empfinden und Mut zu handeln

Was die Wahrheit betrifft, glaube ich, dass es wichtig ist, wirklich dem eigenen Empfinden zu vertrauen – und den Mut (und die Disziplin) zu haben, entsprechend zu handeln.

Vorstellung verdrängt Bewusstsein

/ Vorstellungen verdrängten Bewusstsein

Sein und Bewusst-Sein stimmen dann NICHT überein…

Auf Kosten der Wahrheit.

Selber denken macht schlau

Die Wahrheit ist meist das Unangenehme!

Mehr Wahrheit

... klingt zwar etwas ironisch, aber "Mehr Demokratie" sagt auch noch nichts über deren Qualität.

Ernst Heim

Was ist Wahrheit?

«... Nach diesen Worten ging er wieder zu den Juden hinaus und sagte zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.» (Joh 18,27f)

Ketzerische Fragen

Ist Mehr Wahrheit subjektiv (qualitativ) fühlbar ?

Ist Mehr Wahrheit objektiv (quantitativ) messbar ?

Die Wühlarbeit geht weiter

« Hunderte von Akademikern und Lehrern tarnen sich geschickt und beeinflussen die Schweiz auch politisch. »

Abendland in Christenhand

- ein Wahlplakat als Objekt gutmenschlicher Empörung.

Rudolf Schmidheiny

Zeitgeist und Bernergeist

Wie das Feuer, welches ein ganzes Haus verzehrt, von einem Punkte ausgeht, geht der sittliche Krebs von einer Person aus; so hat das sittliche Verderben eines Volkes immer auch einen Brennpunkt, von welchem aus es über das Volk kömmt. Derselbe sitzt zumeist bei denen, welche die Gewalt haben, sei es, dass es ihre eigene Natur ist, oder ihr Schoss dazu gemacht wird, ohne dass sie es merken. Das ist ums so gefährlicher, weil man da nicht wehren kann, weil es da geht wie bei einer Feuersbrunst, wenn man die totschlägt, welche löschen wollen, und die zu Gnaden nimmt, welche das Feuer schüren. Da kömmt es dann darauf an, ob eine Kraft im Volke sei, welche grösser ist als die, welche ansteckt, eine Kraft da sei, welche mächtig ist, zu löschen und zu lähmen die, welche das Feuer haben wollen. Ist eine solche Kraft vorhanden, so rettet sie das Volk, wo aber nicht, so wird es elend und geht zugrunde.

Wer wir sind

Wissen wir das, können wir das wissen?

Doch, so viel ich zu wissen meine, ist's so, dass jeder Mensch, der sich natürlicher Erkenntnis nicht verschliesst, resp. sich nicht in Eigensinn und/oder Wahn versteigt, sich selber und seine Umgebung als Schöfpung wahrnehmen kann, d.h. dann: wir sind die Kreaturen des Kreators, Geschöpfe eines Schöpfergottes (Wollte niemanden provozieren, aber der Evolutionsglaube ist nun mal auch ein Glaube, zu dessen Meisterschaft ich es nie bringen werde.).

Idealerweise sind wir aber nicht Suchende nach mehr Wahrheit, sondern die nach traditionell christlichem Verständnis personifizierte Wahrheit hat sich in diese Welt begeben um zu suchen, was verloren ist. Doch wer seinen elenden Zustand nicht zu erkennen vermag, dem ist kaum zu helfen, der wird sich kaum finden lassen. "Amazing Grace, how sweet the sound, who saved a wretch like me, I once was lost, but now I'm found, was blind, but now I see!" Darin wäre gut ausgedrückt, wo ich mich einordnen wollte, dies ganz in Übereinstimmung mit Aussagen die mindestens auf 2500 Jahre zurückblicken.

Da steht doch der letzte Satz des schönsten Liedes, das ich je gelesen habe - die Melodie, zu der der Komponist es gesungen haben mag, wird vermutlich ein Geheimnis bleiben für uns - der letzte Satz des längsten und herrlichsten Liedes (Psalm 119 mit 176 Versen!) im Liederbuch der Lieder, aus dem die ganze Christenheit (und die Juden noch mit einschliesst), singt und es als gemeinsamen Schatz liebt und als Gebetsbuch hegt. Da am Schluss steht der Satz eines wahren Gottesanbeters: "Ich bin wie ein verirrtes und verlorenes Schaf; suche deinen Knecht, denn ich vergesse deine Gebote nicht."

Der Author David, der berühmteste König der Welt, der Mann nach dem Herzen Gottes, suchte nicht, sondern rief Gott an, dass dieser ihn suchen möchte. Sind wir Gefundene oder Suchende? Es gibt eine Suche, ob nach Wahrheit, Glaube oder Durchblick, die immer Suche bleiben wird. Das kann zwar ein Leben ausfüllen, unsere tiefstes menschliche Verlangen aber nicht stillen. Also, ein Geschöpf würde sich vorteilhaft an den wenden, der ihn gemacht hat, von dem zu lesen ist, dass ER die personifizierte Wahrheit sei, den Glauben schenkt nach seinem Rat und Weisheit (Durchblick) gibt dem, der darum bittet.

Haben wir uns finden lassen oder brauchen wir den nicht, der uns ausrichten lässt: "Ich will dich nicht vergessen noch versäumen"?

Tja, das war jetzt etwas riskant. Aber ruhig weiter geforscht. Meine Ansichten sind nicht wichtig und manchmal vielleicht etwas komisch. Es gibt auch das geflügelte Wort: Wer suchet der findet. Das stimmt, sofern man am richtigen Ort sucht. Es gibt wohl mehr falsche Orte als richtige, um erfolgreich Suchender zu sein.

Sollte das hier Geschriebene anstössig sein, so hätte der Schütze genau getroffen: Er wollte zum Nachdenken "anstossen", jedoch keines falls Ärger erregen.

Wahre Freiheit

Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Joh 8, 31-32