Diskussion:Verpasst - verraten - vergessen

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Inhaltsverzeichnis

Armin Brunner

plakative Auflistung

@ Freunde, ich denke, dass eine möglichst plakative Auflistung der wichtigsten "Stationen" in dieser Angelegenheit der 1. Schritt zu einer umfassenden Abhandlung werden kann; dort, wo es geht, sollte auf ähnliche Entwicklungen - mit besserem Ergebnis (zB Liechtenstein) - verwiesen werden. Zielsetzungen (für mich) sind:

  • Aufklärung über diese zeitgeschichtlichen "Stolpersteine", auch um Fiktionen wie zB "Kanton Übrig" endlich zu beseitigen.
  • Rehabilitation "in Ungnade gefallener Personen"

passendes Vorwort

Ein passenderes und schöneres Vorwort als diese Aussage von Bilgeri kann ich mir nicht vorstellen.

Ernst Heim

verpasst - verraten - vergessen

@ Hermann Girardi,

den Anschluss des Landes an Liechtenstein haben die Vorarlberger Stimmbürger und die von diesen gewählten « Abgeordneten » offensichtlich noch nie ernsthaft überlegt.

Dabei wäre die Sache 1918/19 doch relativ einfach gewesen. Siehe den Artikel von Roland Hilti

Wurde das Selbstbestimmungsrecht der Vorarlberger also doch verpasst - verraten - vergessen ?


Bauer und Staatsmann

Wenn ich das Denkmal von Jodok Fink in Bregenz ansehe und dort die Bezeichnung lese « Bauer und Staatsmann », stellt sich mir die Frage, ob JF nach den gültigen Gesetzen des Reiches nicht eher als « Hoch- und Landesverräter » zu bezeichnen gewesen wäre.

Tatsache ist, dass JF den revolutionären Akt der « Provisorischen Landesversammlung » zu einem Zeitpunkt betrieben hat, als noch hunderttausende Österreichische Soldaten an den Fronten des 1. Weltkriegs im Einsatz waren. Durch die von ihm und Gleichgesinnten gesetzten revolutionären Handlungen sind ua auch viele Vorarlberger Soldaten in Gefangenschaft geraten.

Erinnerung an Benedikt Bilgeri

@ Freunde,

wer sich mit der jüngsten Vorarlberger Geschichte befasst, wird auf die Werke von Benedikt Bilgeri, Lehrer und Historiker aus Hard, stossen. Ihm und seiner landeskundlichen Arbeit habe ich den jüngsten wiki-Artikel gewidmet.

Mit dem Buch « Der Bund ob dem See » (Stuttgart, 1968) hat Benedikt Bilgeri den Hinweis zur Stiftung « Pro Vorarlberg » gegeben und damit indirekt auch auf die Schweizerische Aktion Pro Vorarlberg aufmerksam gemacht.

Wenn Benedikt Bilgeri schreibt: « Die Ursachen für das Scheitern des Schweizer Anschlusses sind natürlich ebenso sehr in der offiziellen Schweiz zu suchen. Sie versprach Nichtigkeiten und hielt das Versprechen nicht einmal ein. [...] Es war oft ein kaltes undemokratisches Hinweggehen über die so freundliche, hilfbereite Stimmung des eigenen Volkes, ... » dann bedient er sich der vielfach üblichen Schuldzuweisungen.

Das « kalte undemokratisches Hinweggehen über die Stimmung des eigenen Volkes » hat sich zunächst in der provisorischen Landesversammlung unter dem Vorsitz von Otto Ender in Bregenz abgepielt - also nicht in Bern, Wien, Paris, Genf oder anderswo. Das sollten sich alle landes-beamteten Vorarlberger Geschichtsfälscher hinter ihre Ohren schreiben.

Spät, aber nicht zu spät

kommt Otto Ender selbst zur Erkenntnis: « All das muss natürlich verfassungsrechtlich verankert sein. Und die Verfassung muß einer Volksabstimmung unterworfen werden. Ihre Änderung darf nur durch Volksabstimmung möglich sein. » Otto Ender, Vorarlbergs Schweizer-Anschluß-Bewegung, Dornbirn 1952, Bund und Land, S63

  • Wer hat Otto Ender im Frühjahr 1919 daran gehindert, die neue Verfassung dem Landesvolk zur Abstimmung vorzulegen ?
  • Wer hat Otto Ender daran gehindert, spätere Verfassungänderungen dem Landesvolk zur Abstimmung vorzulegen ?

errare humanum est

Wenn Benedikt Bilgeri meint, dass « nur Gedankenlose, Entwurzelte oder moderne Gewaltanbeter nicht zu schätzen vermögen, was die unerhörte Entwicklung zur demokratischen Freiheit » für das Vorarlberger Landesvolk seit dem 3. Nov. 1918 tatsächlich bedeutet, so irrt er sich. Aber irren ist bekanntlich menschlich - auch bei sogenannten Gelehrten.

verpasst - verraten - vergessen

@ Arnulf Häfele,

ich zitiere aus deiner Dissertation : « Die 101 eidgenössischen Räte aus allen Kantonen stützten sich bei ihrer Aussage über das Selbstbestimmungsrecht der Vorarlberger nicht zuletzt auf die Landesverfassung vom 14. März 1919. » Arnulf Häfele

Dazu meine Fragen:

  • Hat bis heute noch kein Sachverständiger die Rechtmässigkeit der « provisorischen Landesversammlung » als Verfassungsgesetzgeber ein wenig genauer geprüft ?
  • Wie konnte diese Versammlung selbstgefälliger Demokraten dem Land eine Verfassung geben, ohne dem Landesvolk per Volksabstimmung die Gelegenheit zu deren Annahme bzw. Ablehnung zu geben ?

Wer die Vorarlberger Geschichte etwas näher betrachtet, kann zur Überzeugung gelangen, dass das ehemals so hochgelobte Selbstbestimmungsrecht « verpasst - verraten - vergessen » wurde. Vielleicht findet sich ein Dissertant, der sich der Beantwortung dieser Fragen widmet.


Ernst Rüesch

« Allzu viele Menschen leben in unserer Wohlstandgesellschaft geschichtslos. » Die Schweiz ist kein Zufall, Heribert Küng, Braz 1991

Karlheinz Koch

Super-Titel !

peter streitberger

ich denke, die reihenfolge lautet besser verpasst - verraten - vergessen