Ferdinand Riedmann

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Auszüge aus dem Nachlass

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« Die heute im Kinosaal in Lustenau versammelten Bürger von Lustenau haben beschlossen, durch Agitation in Versammlungen und Flugschriften das Volk von Vorarlberg zu gewinnen, es möge bei der zukünftig stattfindenden Abstimmung über die Entscheidung Vorarlbergs (sich) in irgend ein Staatswesen (einzuordnen), wobei nur die Deutsch-Österreichische Republik, die Schweizer Eidgenossenschaft und die Deutsche Republik in Betracht kommen können, für die Einordnung in die Schweizer Eidgenossenschaft seine Stimme ab(zu)geben.

Eine selbständige Republik, die nur das Vorarlbergische Gebiet umfasst, erachtet die Versammlung als eine Unmöglichkeit, die gar nicht in Betracht zu ziehen wäre.

Die Versammlung, die sich aus Bürgern aller Stände und Parteien zusammensetzt, ersucht auf Grund der Selbstbestimmungsrechtes der Völker den Landesrat, er möge ihrer vorerwähnten Agitation seine Unterstützung angedeihen lassen. »

  • Protokoll über die am 13. Nov. 1919 im "Kino" in Lustenau stattgefundene Versammlung

Werbeausschuss für den Anschluss an die Schweiz

neungliedriges Agitationskomitee

  • Lehrer Ferdinand Riedmann, Obmann
  • Georg Bösch, Obmann-Stellvertreter
  • Rudolf Hofer, Fabrikant
  • Ernst Hämmerle, Fabrikant
  • August Hämmerle, Bauer
  • Ludwig Hämmerle, Stickereibesitzer
  • Otto Riedmann, Wirt und Baumeister
  • Gebhard Kremmel, Schulleiter
  • Lorenz Walter, Sattler

Grundlegender Beitrag zur Geschichte

Der Werbeausschuss für den Anschluss Vorarlbergs an die Schweiz wurde vertreten durch mich, Ferdinand Riedmann, Initiator und Führer der Bewegung. Damit bin ich der einzige Lustenauer, der einen grundlegenden Beitrag zur Geschichte geleistet hat.

  • Aus dem Tagebuch von Ferdinand Riedmann / Daniel Witzig, Die Vorarlberger Frage, 1974, S 24

Schweizer Bund

Mitteilungen des Vereines «Pro Vorarlberg» in Bern und der Schweizer Anschlussfreunde in Vorarlberg

Verbindungen

Sonstiges

Riedmanns politisches Ende kam von „oben“: Im Anschluß an ein vom Landesschulrat durchgeführtes Disziplinarverfahren wurde er nicht nur als Lehrer suspendiert sondern auch zur Niederlegung der politischen Ämter angehalten. Ob diesem Verfahren im Jahre 1924 tatsächlich eine dienstliche Verfehlung vorangegangen war oder ob der Präsident des Landesschulrates, Landeshauptmann Dr. Ender, einen geringen Anlaß zur Ausschaltung Riedmanns benutzte, läßt sich heute nicht mehr feststellen. Der betreffende Akt ist im Landesarchiv nicht mehr vorhanden.

  • Werner Dreier / Meinrad Pichler, Vergebliches Werben, Bregenz 1989

Denkanstoss für Erinnerunstafel: verkannt, verlassen, vergessen