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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Welt verändert sich nicht durch immer neue Maßnahmen sondern durch eine neue Gesinnung. Albert Schweitzer

Leitgedanken

  • Als der chinesische Philosoph und Religionsstifter Konfuzius (511-479 v. Chr.) von seinem jungen Kaiser gefragt wurde, was er tun müsse, um sein zerrüttetes Reich wieder in Ordnung zu bringen, antwortete er kurz und bündig: "Stelle die Bedeutung der Begriffe wieder her und dulde keine Unordnung in den Worten." Damit wurde ein bis heute wichtiger Grundsatz der Staatslehre formuliert, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder bestätigt worden ist: Daß zwischen sprachlicher und politisch-gesellschaftlicher Ordnung ein enger Zusammenhang besteht. Große Reiche sind nicht nur durch militärische oder revolutionäre Gewalt zusammengebrochen, sondern auch durch einen langsamen Prozeß einer "babylonischen Sprachverwirrung". Quelle
  • Dieses Leben ist nicht ein Wesen, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung: M. Luther
  • ...und in allem und überall jene mittlere Linie einzuhalten, in der immer die Tugend besteht: „In medio stat virtus“. Die wahre Tugend ist immer in der Mitte, weder im einen, noch im andern Extrem. – Pius XI.: Ansprache an die Teilnehmer des Pilgerzuges des Bundes christlicher Arbeiter Frankreichs (CFTC) in der Audienz vom 18.September 1938 in Castel Gandolfo.

Sonstiges

entdeckung / erfindung

wie entstehen entdeckungen? wurde einstein einmal gefragt. "sehr einfach. eine entdeckung entsteht dann, wenn du dasselbe beobachtest wie die anderen und dabei merkst du etwas, was die anderen nicht sehen. alle wissen, es ist unmöglich zu machen, dann findet sich einer, der das nicht weiss; der wird ein erfinder (entdecker)!"

  • autor unbekannt

Schöpferische Gedanken

Der schöpferische Gedanke kommt am ehesten zum Durchbruch, wenn. wir auf das zu geschäftige Treiben des alltäglichen Verstandes verzichten und dem spontanen Gefühlseindruck den allerweitesten Spielraum gewähren. Hieraus muß alles, was lebendig und genial ist, entstehen. Die Menschen mahlen und mahlen in der Mühle der Gemeinplätze und dabei kommt nichts anderes heraus, als was hineingetan ward. Im selben Augenblick aber, wo sie die Tradition verlassen, um einer ursprünglichen Idee zu folgen, eilen auch schon Poesie, Witz, Hoffnung, Tugend, Kenntnisse und anschauliches Beispiel zur Hilfe.

  • Ralph Waldo Emerson

Babylonische Sprachverwirrung

Der Begriff Babylonische Sprachverwirrung (lateinisch: „confusio linguarum“) stammt aus 1. Mose 11, 7-9, und gilt als der Beginn der „Sprachverwirrung“. Danach verwirrte Gott die Erbauer des Turms zu Babel, so dass „keiner des anderen Sprache verstehe“. Darin wird die Sprachenvielfalt als Gottesstrafe an der gesamten Menschheit dargestellt. Die Bibel beschreibt den Turmbau zu Babel. Da das Vorhaben als Versuch, Gott gleichzukommen, gesehen wird, strafte er die Bauleute damit, dass nun jeder seine eigene Sprache besaß, damit keiner mehr den anderen verstand. Zuvor habe die ganze Welt eine gemeinsame Sprache gesprochen. Der Bau blieb aufgrund der Sprachprobleme unvollendet. Als Erklärung für die Verschiedenartigkeit der Sprachen finden wir in der Bibel zwei Erklärungen: Noah habe drei Söhne gehabt; von ihnen sollen die über alle Kontinente verstreuten Menschengeschlechter abstammen. Sem war der Erstgeborene; seine Nachkommen seien alle Menschen in den östlichen Regionen, die Semiten (semitische Sprachen). Auf Ham, den Zweitgeborenen, sollen die Hamiten zurückgehen, die Altägyptisch und Koptisch sprachen. Der Jüngste, Japhet, soll zum Stammvater aller Indoeuropäer geworden sein (indoeuropäische Sprachen). Die Bibel nimmt das Thema der Sprachverwirrung nochmals in der Pfingstgeschichte des Neuen Testaments in Apostelgeschichte 2,6 LUT auf. Der Heilige Geist der durch Jesus Christus ermöglichten Gottverbundenheit bewirkt, dieser Erzählung zufolge, ein neues Reden und Verstehen über alle Sprachgrenzen hinweg. Das Wort Babel, das auf Aramäisch bab-ili (= Tor Gottes) zurückgeht, findet sich dann im Hebräischen bilbel (= Verwirrung) und gelangte von dort auch in die heutigen europäischen Sprachen: dt. babbeln, engl. to babble, ital. babele, franz. babiller.


Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das, was gesagt wird, nicht das Gemeinte. Wenn das, was gesagt wird, nicht das Gemeinte ist, dann sind auch die Taten nicht in Ordnung. Sind die Taten nicht in Ordnung, so verderben die Sitten. Verderben die Sitten, so wird die Justiz überfordert. Wird die Justiz überfordert, so weiß das Volk nicht, wohin es sich wenden soll. Deshalb achte man darauf, daß die Worte stimmen. Das ist das Wichtigste von allem. Konfuzius (551-479 v. Chr.)

Namensfestlegung

Hier ist eine von Konfuzius aufgestellte bekannte Theorie der Namensfestlegung besonders zu erwähnen; "Namensfestlegung" bedeutet, die Namen zu berichtigen oder zu definieren. Als Zi Lu (542-480 v. Chr.; Schüler des Konfuzius) Konfuzius fragte, was er zuerst tun möchte, wenn der Herrscher des Staates Wei auf ihn, den Meister, wartet, um die Regierung auszuüben, antwortete Konfuzius: "Unbedingt die Namen richtigstellen!" und: „Wenn die Namen nicht stimmen, dann ist die Rede nicht in Ordnung; wenn die Rede nicht in Ordnung ist, dann können die Sachen nicht vollbracht werden; wenn die Sachen nicht vollbracht werden, dann entsteht weder Sitte noch Musik; wenn Sitte und [harmonische] Musik nicht vorhanden sind, dann greifen die gesetzlichen Strafen nicht recht; wenn die gesetzlichen Strafen nicht recht greifen, dann weiß das Volk nicht, was es tun und was es lassen soll" (Gespräche des Konfuzius, Kap. XIII, 3). Der Monarch soll Monarch sein, Beamte Beamte, der Vater Vater und der Sohn Sohn. Sie alle müssen ihrer eigenen Namensfestsetzung streng folgen, und alle Menschen sollen ihrem Namen wirklich entsprechen. Es ist nichts gegen die Sitte und die Oberen erlaubt, was die gesellschaftliche Ordnung beschädigen könnte. Die Aufstellung der fünf zwischenmenschlichen Beziehungen ist Ausdruck der Theorie der Namensfestlegung des Konfuzius. In den fünf zwischenmenschlichen Beziehungen steht der Vater zum Sohn in einem Verhältnis der gegenseitigen Liebe, wie der Monarch zum Beamten, der Mann zur Frau, Alt zu Jung, der Freund zum Freund. Der Sohn (oder die Tochter) soll vor dem Vater (bzw. der Mutter) Ehrfurcht haben und der Vater (die Mutter) dem Sohn (der Tochter) liebevoll begegnen. Beamte sollen dem Monarch loyal ergeben sein; der Monarch soll die Beamten gerecht behandeln, wie Konfuzius sagt: "Der Monarch möge seine Beamten anständig und höflich behandeln. Die Beamten sollen dem Monarch in treuer Ergebenheit dienen" (ebd., Kap. III, 19). Mann und Frau sollen sich gegenseitig verehren. Jung soll Alt respektieren und Alt soll Jung Liebe und Fürsorge schenken. Zwischen Freunden sollen gegenseitige Anteilnahme und gegenseitiges Vertrauen herrschen. Gerade aus diesem Liebe Gewähren und Erwidern, aus dem gegenseitigen Respekt und gegenseitiger Fürsorge entsteht dann eine harmonische Gemeinschaft der Menschen, die sich zunächst als Familie, dann als Staat und zuletzt als die ganze Welt konfiguriert. In einer solchen Gemeinschaft erweist jeder dem anderen Liebe, zugleich erhält jedes Glied dieser sich durch Harmonieauszeichnenden Gemeinschaft die Empfindung von Sicherheit und Zugehörigkeit.

  • Shaoping Gan, Die chinesische Philosophie, 1997

Killing our dreams

Wie Sie Ihre Träume töten

Im Kern argumentiert Coelho, daß der Mensch erst im Aus-sich-Hinausgehen, in der Öffnung auf das Transzendete seine Erfüllung findet. Dieses Größere ist in letzter Hinsicht Gott, aber natürlich auch der Dienst am Mitmenschen (Caritas) und am Gemeinwohl (Politik).

The first symptom of the process of our killing our dreams is the lack of time. The busiest people I have known in my life always have time enough to do everything. Those who do nothing are always tired and pay no attention to the little amount of work they are required to do. They complain constantly that the day is too short. The truth is, they are afraid to fight the Good Fight.

Das erste Symptom im Prozeß des Abtötens unserer Träume ist der Mangel an Zeit. Die geschäftigsten Menschen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, hatten immer genügend Zeit, um alles zu erledigen. Diejenigen, die überhaupt nichts tun, sind immer müde und bemerken gar nicht, wie wenig Arbeit es ist, die sie erledigen sollen. Sie beschweren sich immer, daß der Tag zu kurz ist. Die Wahrheit ist, daß sie Angst davor haben, den guten Kampf zu kämpfen. (GH)

The second symptom of the death of our dreams lies in our certainties. Because we don’t want to see life as a grand adventure, we begin to think of ourselves as wise and fair and correct in asking so little of life. We look beyond the walls of our day-to-day existence, and we hear the sound of lances breaking, we smell the dust and the sweat, and we see the great defeats and the fire in the eyes of the warriors. But we never see the delight, the immense delight in the hearts of those who are engaged in the battle. For them, neither victory nor defeat is important; what’s important is only that they are fighting the Good Fight.

Das zweite Symptom, das auf den Tod unserer Träume hinweist, liegt in unseren Sicherheiten. Weil wir das Leben nicht als großes Abenteuer sehen wollen, beginnen wir von uns als klug und fair und aufrichtig zu denken, weil wir so wenig vom Leben verlangen. Wir blicken hinter die Wände unseres Alltages, und wir hören den Klang brechender Lanzen, wir riechen den Staub und den Schweiß, und wir sehen die großen Niederlangen und das Feuer in den Augen der Krieger. Aber wir sehen niemals die Freude, die immense Freude in den Herzen jener, die den Kampf aufnehmen. Für diese ist weder Sieg noch Niederlage wichtig; wichtig ist allein, daß sie den guten Kampf kämpfen. (GH)

And, finally, the third symptom of the passing of our dreams is peace. Life becomes a Sunday afternoon; we ask for nothing grand, and we cease to demand anything more than we are willing to give. In that state, we think of ourselves as being mature; we put aside the fantasies of our youth, and we seek personal and professional achievement. We are surprised when people our age say that they still want this or that out of life. But really, deep in our hearts, we know that what has happened is that we have renounced the battle for our dreams – we have refused to fight the Good Fight. When we renounce our dreams and find peace, we go through a short period of tranquility. But the dead dreams begin to rot within us and to infect our entire being. We become cruel to those around us, and then we begin to direct this cruelty against ourselves. That’s when illnesses and psychoses arise. What we sought to avoid in combat – disappointment and defeat – come upon us because of our cowardice. And one day, the dead, spoiled dreams make it difficult to breathe, and we actually seek death. It’s death that frees us from our certainties, from our work, and from that terrible peace of our Sunday afternoons.

Das dritte Symptom unserer sterbenden Träume ist Friede. Das Leben wird [verkommt zu] einem Sonntag Nachmittag; wir fragen nach nichts Großem mehr, und wir hören auf vom Leben mehr zu verlangen als wir zu geben bereit sind. In diesem Zustand, denken wir, daß wir reif wären; wir legen alle jugendlichen Träumereien beiseite, and wir suchen persönliche und professionelle Erfolge. Wir sind überrascht, wenn Menschen in unserem Alter sagen, daß sie vom Leben noch immer dies oder das wollen. Aber in Wirklichkeit – tief verborgen in unseren Herzen, wissen wir, daß das, was passiert ist, ist, daß wir den Kampf für unsere Träume aufgegeben haben – wir haben uns geweigert, den guten Kampf zu kämpfen.
Wenn wir unsere Träume aufgeben und Frieden finden, gehen wir kurzfristig durch eine Periode von Ruhe. Aber die toten Träume beginnen in uns zu verrotten und infizieren unser gesamtes Sein. Wir werden grausam gegen die Menschen um uns und wir beginnen diese Grausamkeit gegen uns selbst zu richten. Das ist der Punkt, an dem Krankheiten und Psychosen auftauchen. Was wir im Kampf zu verhindern suchten – Enttäuschung und Niederlage – befällt uns aufgrund unserer Feigheit. (GH)
Und eines Tages, erschweren uns unsere toten, enttäuschten Träume das Atmen und wir suchen sogar den Tod. Es ist der Tod, der uns von unseren Gewißheiten befreit, von unserer Arbeit und von dieser furchtbaren Ruhe des Sonntag Nachmittag.

Verbindungen