Lehre der Werte

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Krone allen Sammelns aber ist das Sammeln unserer Einfälle und die schönste aller Liebhabereien ist die Pflege unserer Einfälle, ihre Verwandlung in Werte.

Leitgedanken

  1. « Die Menschen aber, die ihren eigenen Weg zu gehen fähig sind, sind selten. Die große Zahl will nur in der Herde gehen, und sie weigert die Anerkennung denen, die ihre eigenen Wege gehen wollen. » Blaise Pascal
  2. « Haben wir denn derart jeden Maßstab verloren, daß wir glauben, der Mensch müsse sich neuen Technologien anpassen, statt daß wir als Vorbedingung jeder neuen Technologie fordern, daß sie dem Menschen angepaßt sein müsse? » Hans A. Pestalozzi
  3. « Unschätzbares Gut ist es, sein eigener Herr zu sein. » Seneca
  4. « Tu, was du willst und vergiss nicht die Liebe ! » Michael Twardosz
  5. « Wer etwas haben will, muss auch etwas geben. » Martin Luther
  6. « Wir müssen lernen, die materiellen Wunder der Technologie mit den spirituellen Bedürfnissen unserer menschlichen Natur in Einklang zu bringen. » John Naisbitt
  7. « Wozu hätten wir Freunde nötig, wenn wir sie nie nötig hätten? » William Shakespeare

Sonstiges

Lehre vom Naturrecht

Der Analphabet Nikolaus von Flüe hat 1457 ein ca. 50jähriges Gerichtsdokument, das dem Pfarrer von Sachseln einen umstrittenen "Nassen Zehnten" zusprach, nicht anerkannt, weil niemand sich erinnern konnte, dass dieser Zehnten je bezahlt wurde. Die Ältesten von Sachseln schworen, a) dass sie sich nicht erinnern und b) dass sie sich ehrlich erinnern. Dies war dann die Rechtsgrundlage der Nichtakzeptanz des Nassen Zehnten. Der Bischof von Konstanz war kirchenrechtlich anderer Meinung und stellte die Kirchgemeinde Sachseln unters Interdikt (Verbot des Sakramentenempfangs.).

Auf diese Weise hat sich Klaus von Flüe gegen einen ungerechten Zehnten wie auch gegen den damaligen, von überlegenen Kirchenjuristen beherrschten "Justizstaat" gewehrt. Selbstverständlich sind wir heute in der Rechtskultur weiter, gottseidank.

Aber es gibt kein gottgewolltes Annehmen von Scharia-Recht im Namen des Völkerrechtes. Aber wir sollten, ... jedoch durchaus im Sinn und Geist von Klaus von Flüe, ein Stück des alteidgenössischen anarchischen Freiheitsgeistes auch gegenüber dem modernen Justizstaat bewahren. Gerade die Lehre vom Naturrecht legitimiert uns, nicht alles, was als anerkannt gilt, auch selber gegen die eigenen Ueberzeugungen und das eigene Gewissen zu akzeptieren.

  • Pirmin Meier

Krise der Werte

So überschreibt der stellvertretende Chefredakteur der "Neuen Zürcher Zeitung" Gerhard Schwarz seinen Leitartikel in der NZZ vom 30./31.Jänner 2010 aus Anlass der Tagung des "World Economic Forum" in Davos. Er gilt als liberaler Denker.

Gerhard Schwarz diagnostiziert "Arten von Werte-Erosionen, die zur Krise beigetragen haben und ... unser Wirtschaftssystem untergraben" und nennt als solche: Verlust an Langfristdenken, falsches Verständnis von Wettbewerb, mangelnde Verantwortung für das eigene Schicksal, Rückzug der Orientierung an Bürger- und Kundennutzen, Unterlassen von permanentem Ringen um gesellschaftliche, politische Akzeptanz durch die "masters of the universe". Aber er stellt auch fest, dass viele Moralisten "säuerlich über Gier und Maßlosigkeit jammern - und damit nur die anderen meinen". Moral könne durch Gesetze weder erzwungen noch in größerem Ausmaß ersetzt werden.

Das wollen wir hinterfragen.

Führen, gestalten, bewegen

Werte und Weisheit für eine globalisierte Welt

Ausweg aus der Krise

Abschied vom "alten" ökonomischen Denken - Renaissance echten UNTERNEHMERTUMS...

Als Ausweg aus „der Krise“, bedürfte es einer langsamen, aber sicheren Entwöhnung von alten (Konsum-)Gewohnheiten… Nicht zu schnell, um Panik zu vermeiden; dafür aber nachhaltig. Eine grundlegende Umsteuerung wäre nötig. Statt Produzieren, Verbrauchen und Wegwerfen - lieber subjektive Fähigkeiten und Neigungen, spürbaren Nutzen, konkrete Problemlösung, sparsamen Umgang mit Ressourcen in den Mittelpunkt stellen. Schluss mit Wettrüsten und Materialschlacht; Besinnung auf Qualität, Notwendigkeit, kreative Wertschöpfung. Werte schöpft, wer (sich und andere) glücklich und /oder zufrieden macht.

Das „alte“ ökonomische Denken ist kein Naturgesetz, sondern spiegelt eigentlich gesellschaftliche Paradigmen und Ideologien (von Planbarkeit und Machbarkeit wider). Außerdem geht es von einem äußerst materialistischen, konsumorientierten Weltbild aus. Nicht das Er-Leben, subjektive Zufriedenheit und Selbstverwirklichung stehen im Mittelpunkt; sondern möglichst viel zu haben, zu bekommen, verbrauchen zu können… Kompensation - wie auch das Fortschrittsdenken, von dem es schwer zu trennen ist. Ebenfalls materialistisch… Verlagerung des Lebens von innen nach außen. (Die Wirtschaft wächst, die Technologie schreitet fort – der Mensch stagniert.)

Konzepte wie „Arbeitsplatzsicherung“ und „Wachstumssteigerung“ sind ziemlich theoretische Konstruktionen. (Man fragt zu wenig, ob es sich dabei um sinnvolle, wenigstens aber nützliche Arbeit handelt; und ob etwa das Wachstum wirklich konkrete Probleme löst oder Bedürfnisse befriedigt… Alles ziemlich abstrakt.) Letztlich geht die ökonomische Theorie fast immer von der (kollektiven) Planbarkeit wirtschaftlicher Prozesse aus. (So wird sie mehr oder weniger zu einer Unterform der Soziologie.) Und Märkte wären ja an sich etwas ganz Natürliches, aber nicht alles im Leben kann man kaufen, nicht für alles kann (und sollte) es einen Markt geben…

Letztlich müsste man wieder mehr vom Unternehmertum ausgehen: Jemand hat eine Idee, bestimmte Fähigkeiten und Interessen, ein Ziel – und unternimmt etwas, um Dinge oder Leistungen anbieten zu können, die für andere einen Nutzen stiften – wodurch diese wieder zu einer Gegenleistung bereit sind… Eigentlich ganz einfach – aber etwas in Vergessenheit geraten, vor lauter Pyramidenspielen, Konjunkturprogrammen, Konsumorgien…


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