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Vorwort
« Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. »
Leitgedanken
A - F
- « Alle Menschen sind klug – die einen vorher, die anderen nachher. » Voltaire
- « Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag, doch niemals klug genug für den, der kommen mag. » Friedrich Rückert
- « An allem Unfug, der passiert, sind nicht nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern. » Erich Kästner
- « Aufmerksamkeit, mein Sohn, ist, was ich dir empfehle; bei dem, wobei du bist, zu sein mit ganzer Seele. » Friedrich Rückert
- « Dass ich erkenne, was die Welt, im Innersten zusammenhält. » (Faust I) Hans Georg Seedig, Daniel Dressler, Andreas Haupt
- « Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. » Redensarten
- « Denn: Viel Wissen, viel Ärger, / wer das Können mehrt, der mehrt die Sorge. » Koh 1,18
- « Derjenige, der sich mit Einsicht für beschränkt erklärt, ist der Vollkommenheit am nächsten. » Johann Wolfgang von Goethe
- « Du sollst nicht Gedanken, sondern denken lernen. » Immanuel Kant
- « Es irrt der Mensch, solang er strebt. » Johann Wolfgang von Goethe
- « Es wird immer alles gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht. » Herrmann Hesse
G - T
- « Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, // Und grün des Lebens goldner Baum. » Mephistopheles
- « Ich glaube nicht, dass derselbe Gott, der uns Sinne, Vernunft und Verstand gab, uns ihren Gebrauch verbieten wollte. » Galileo Galilei
- « Ist es nicht schrecklich, dass der menschlichen Klugheit so enge Grenzen gesetzt sind und der menschlichen Dummheit überhaupt keine? » Konrad Adenauer
- « Jedes Tun ist Erkennen, und jedes Erkennen ist Tun. » Humberto Maturana / Francisco Varela, Der Baum der Erkenntnis
- « Lege dich nie mit einem Idioten an. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dann mit seiner Erfahrung. » Volksmund
- « Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden. » Sören Aabye Kierkegaard
- « Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden. » Albert Einstein
- « Nichts übt den Geist mehr als das Bemühen, Rätselhaftes zu ergründen: Man kommt dabei auf Dinge, die man auf gebahntem Wege nach einem klaren Ziele nicht gefunden haben würde.» J. W. v. Goethe
- « Nur der Boden erkennt die Güte der Saat. » Antoine de Saint-Exupéry
- « Ohne kritischen Einspruch, ohne das Engagement unbequemer Denker verkümmert eine Gesellschaft. Wir brauchen Streit und Widerspruch, wir brauchen die Zumutungen und Fragen unabhängiger Köpfe. » Roman Herzog
U - Z
- « Um Vollkommenheit zu erreichen, muss man erst vieles nicht begriffen haben! Begreifen wir zu schnell, so begreifen wir wahrscheinlich nicht gründlich. » Fjodor Dostojewski
- « Um zu sehen, musst du die Augen offen halten. Um zu erkennen, musst du sie schließen und denken. » Antiker Philosoph
- « Überraschung und Verwunderung sind der Anfang des Begreifens. » José Ortega y Gasset
- « Vollkommenheit ist die Norm des Himmels, Vollkommenes wollen die Norm des Menschen. » Johann Wolfgang von Goethe
- « Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel. » Paul Watzlawick
- « Was einer ist, was einer war, beim Scheiden wird es offenbar. Wir hören's nicht, wenn Gottes Weise summt, wir schaudern erst, wenn sie verstummt. » Hans Carossa
- « Wenn man sagt, daß man einer Sache grundsätzlich zustimmt, so bedeutet es, daß man nicht die geringste Absicht hat, sie in der Praxis durchzuführen. » Otto von Bismarck
- « Wenn wir bewahren wollen, was wir haben, müssen wir vieles ändern. » Johann Wolfgang von Goethe
- « Wer darauf besteht, alle Faktoren zu überblicken, bevor er sich entscheidet, wird sich nie entscheiden. » Henri-Frédéric Amiel
- « Wir unterschätzen das, was wir haben, und überschätzen das, was wir sind. » Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach
Sonstiges
Die Moral ist der Feind des Ethos
Moralvorstellungen können uns davon abhalten, unserem Gewissen zu folgen. Wir sollten das tun, was wir wirklich selbst in einer bestimmten Situation für richtig erachten – statt das, was „man“ uns sagt, dass „man“ zu tun habe… Ohne jegliche Tabus.
Denn sonst führt oft der sinnlose Zwang dazu, dass wir gerade dort, wo es eigentlich darauf ankäme, gewissenlos agieren… Welche „Verschwendung“ unserer Güte… Nicht weil mir jemand zusieht, möchte ich gut und richtig handeln – sondern aus Prinzip, um der Sache selbst willen.
Probleme erörtern
Erörtern heißt, zu einer Problemstellung abwägend, also von verschiedenen Seiten betrachtend, Stellung zu nehmen. Das zu erörternde Problem wird häufig als eine Entscheidungsfrage formuliert, zu der sich stets zwei Thesen bilden lassen, die als Gegensatz dastehen. Die eine These ist somit immer das Gegenteil der anderen. Zur deutlichen Unterscheidung spricht man von These und Gegenthese (Antithese).
In der These drückt sich der Standpunkt (die Position) aus, die man zu einer Entscheidungsfrage selbst einnimmt. Die gegenteilige Einstellung wird dann als Gegenthese bezeichnet. Der Standpunkt, für den man sich entschieden hat, ist zugleich das Argumentationsziel. Die einzelnen Begründungen, die man zur Stützung der These und Gegenthese anführt, werden Argumente genannt.
Verstehen und Verstanden werden
Eine Gegenüberstellung von Verständlichkeitshelfern und Verständlichkeitskillern.
Niemanden mehr bekehren wollen
Die vielen Perspektiven sind ein Zugang zur „ganzen“ Wahrheit…
Niemand kann allein die ganze Wahrheit erkennen. Es gibt einfach zu viele legitime Sichtweisen... Die anderen sind auch nicht ganz dumm! „Recht haben“, wäre so gesehen ein Eigentor. Wir „gewinnen“ dank besserer Rhetorik – im Endeffekt weiß aber keiner, was wirklich stimmt… (Letztlich geht es dann bestenfalls um Interessen, nicht um Annäherung an Wahrheit. Wir verwechseln gerne Interessen und Wahrheit.)
Bekehrungseifer ist oft ein Ausdruck der Schwäche und Unsicherheit. Sind wir nicht alle (auch) Zuseher? (Die durch Schilderung ihrer Perspektive einen Beitrag leisten können – um das „ganze“ Bild eher erkennen zu können?)
Volksverdummung und Entmündigung
... durch Expertokratie, "Mediokratie" (Herrschaft des Mittelmaßes?) und Konsumdiktatur
Doch wir sind selber schuld. (Denn dem wird befohlen, der sich nicht selbst gehorchen kann.)
Jeder Mensch ein Medium, (s)ein eigener Experte, ein Wertschöpfer (statt bloß "Konsum-Herdentier").
Die "Expertokratie" ist letztlich undemokratisch. Denn nur mündige Bürger, können gute Wähler sein... Sonst verkommt die Demokratie zu einem (kleiner werdenden) Massen-Herdenauftrieb für das so genannte Stimmvieh. (Die Schwächen der Demokratie sind ja gerade Unmündigkeit, Desinteresse und mangelnder Durchblick der Wahlberechtigten.) Auch Konsumenten (von Industrie- und Medienprodukten) sollten natürlich möglichst mündig, eigenständig, verantwortungsbewusst - und stärker innengeleitet sein. (Sonst entsteht ein Teufelskreis aus Angebot und Nachfrage nach ständiger Dosissteigerung - und immer größerer Verdrängung.) Nicht „die“ Industrie, Medien, Politiker sind alleine schuld, sondern wir alle zusammen: aus Bequemlichkeit, Unehrlichkeit, mangelndem Mut, blindem Eigennutz...
Affe, Herdentier oder eigenständiges Individuum
Wir sind nützliche Idioten der Evolution, solange wir nicht unsere eigene Individualität entdecken und leben.
Evolution ist auf die Erhaltung und Entwicklung der Art ausgerichtet. Der Einzelne ist dabei ziemlich uninteressant. Deshalb muss jeder auch auf sich selbst schauen. Sich kennen, zu sich stehen, seine eigene Bestimmung leben…
Denn Evolution wird sonst zum Selbstzweck. Das Überleben der Art ist ja nur die Voraussetzung für das (Er)leben des Einzelnen.
Individualismus kann sowohl Egoismus als auch Altruismus bedeuten. Jedoch immer aus freien Stücken – nicht als kollektiver Automatismus. Innere Freiheit statt äußerem Zwang – der dann ja auch zum inneren Zwang werden kann…
Es könnte doch sein, dass die Götter gar nicht die Natur erschaffen haben, sondern nur den Geist. (Dass also wirklich „die“ Evolution unabhängig abläuft.) Aber der Geist kann aus dem Programm der Gene und Naturgesetze aussteigen. Und dann auch einen freien Willen manifestieren. (Den die Hirnforscher in „ihrer“ Welt natürlich nicht finden…) Das könnte parallel laufen – jeder also die Wahl haben, ob er Affe, Herdentier oder eigenständiges Individuum sein will…
Das freie Spiel der Kräfte
Ist das Leben ein reiner Willensakt, eine Verkettung von Zufällen – oder einfach ein Mysterium? Warum interessieren wir uns für Geschichte und „Geschichten“? Weil wir darin einen Sinnzusammenhang zu erkennen meinen? Weil wir unsere eigene Rolle im Fluss der Zeit suchen? „Jeder ist seines Glückes Schmied“, sagt man. Warum eigentlich Schmied – und nicht Schöpfer? Können wir nur Vorhandenes gestalten – sind etwa auch der Willensfreiheit ganz bestimmte Grenzen gesetzt? Und gibt es eigentlich eine „Bestimmung“ (was auch immer man sich genau darunter vorstellen mag)? Bestimmung und freier Wille müssten einander jedenfalls nicht ausschließen. Könnten auch gleichsam als Kräfteparallelogramm betrachtet werden... Vielleicht ist Bestimmung ja einfach eine Wahrscheinlichkeit – und „Zufall“ dann eine Wahrscheinlichkeit von etwa fünfzig Prozent. („Absoluter“ Zufall, eine von exakt fünfzig Prozent.) Das zuvor konstruierte "Kräfteparallelogramm", könnte man dann vielleicht auch als „Schicksal“ bezeichnen. Nie genau vorhersehbar, aber auch nicht völlig beliebig. Teils Konsequenz eigenen Handelns, teils „zufällig“. (Sei es als Folge einer individuellen Bestimmung – sei es aber auch als Auswirkung des freien Willens anderer...)
Wenn man nun also das Leben sozusagen als ein mehr oder weniger freies Spiel des Schicksals ansehen möchte, so hätte dies bestimmte Implikationen für Politik, Recht, aber auch Wissenschaft. Jedes gute Spiel braucht Regeln, aber auch Freiheiten – in einem möglichst ausgewogenen Verhältnis. Was jedem Spiel schadet, wären einerseits Regeln, deren Einhaltung nicht kontrolliert wird; andererseits jedoch auch mehr oder weniger willkürliche Eingriffe im Nachhinein. Beispiele: Gerechte Verteilung von Ressourcen ermöglichen, anstatt diese nachher umzuverteilen. Rollengerechtigkeit statt Nivellierung. Gleichheit vor dem Gesetz, statt Gleichheit durch das Gesetz. Oder etwa in der Medizin: Prävention statt Symptombekämpfung. (Das könnte auch für Gentechnologie gelten: Lieber Probleme direkt lösen, statt in Eskalation, Materialschlacht oder Dosissteigerung zu flüchten.)
Der Fürst
« Auch möge es nicht als Anmaßung gelten, wenn sich ein untergeordneter Mann von niedrigstem Stande dazu aufwirft, der Fürsten Regierungen durchzugehen und ihnen Regeln geben zu wollen. Denn, wie die, welche die Landschaft zeichnen, sich niedrig in die Ebene stellen, um die Natur der Berge und Höhen gewahr zu werden, hingegen den Standpunkt auf Bergen in der Höhe nehmen, wenn sie die Ebnen betrachten wollen, so muß man auch, um die Natur der Völker wohl zu erkennen, Fürst sein; und ein Gemeiner muß man sein, um die der Fürsten wohl zu erkennen. »
Lernen durch Versuch und Irrtum
(engl. trial and error learning) Bei dieser Art des Lernens reagieren Menschen oder Tiere auf unbekannte Situationen durch scheinbar zufälliges Verhalten. Sie probieren verschiedene Verhaltensmuster aus. Wenn eines dieser Muster Erfolg hat, wird es verstärkt und in einer ähnlichen Situation wieder eingesetzt.
