Mehr Gerechtigkeit

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die schönste Frucht der Gerechtigkeit ist Seelenfrieden.

Leitgedanken

A - G

  1. « Autorität wie Vertrauen werden durch nichts mehr erschüttert als durch das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden. » Theodor Storm
  2. « Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin? » Mt 20,15
  3. « Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist, dir beizustehen, wenn du im Unrecht bist. Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist. » Mark Twain
  4. « Der höhere Mensch will Gerechtigkeit, der gewöhnliche Gunst. » Konfuzius
  5. « Die Gerechtigkeit ist nicht untätig. Sie unterwirft sich nicht der Ungerechtigkeit. » Raymond Poincaré
  6. « Die Gerechtigkeit ist ohnmächtig ohne die Macht; die Macht ist tyrannisch ohne die Gerechtigkeit. » Blaise Pascal
  7. « Der Mensch kann nicht in einem einzelnen Lebensbereich recht tun, während er in irgend einem anderen unrecht tut. Das Leben ist ein unteilbares Ganzes. » Mahatma Gandhi
  8. « Es ist besser, es geschehe dir Unrecht, als die Welt sei ohne Gesetz. Deshalb füge sich jeder dem Gesetze. » Johann Wolfgang von Goethe
  9. « Gerechtigkeit ist die Nächstenliebe der Weisen. » Gottfried Wilhelm Leibniz
  10. « Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich die vom Unrecht nicht Betroffenen genau so entrüsten wie die Beleidigten. » Platon

H - Z

  1. « Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg: Es allen Recht machen zu wollen. » Platon
  2. « In den Abgründen des Unrechts findest du immer die größte Sorgfalt für den Schein des Rechts. » Johann Heinrich Pestalozzi
  3. « in dubio pro reo » Im Zweifel für den Angeklagten
  4. « Liebe das, was dir widerfährt und zugemessen ist; denn was könnte dir angemessener sein? » Marc Aurel
  5. « Pulchrum est accusari ab accusandis. » Schön ist (es), von denen angeklagt zu werden, die angeklagt werden müssen. lat. Spruch
  6. « Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; / denn sie werden satt werden. » Mt 5,6
  7. « Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit wird ewige Stille und Sicherheit sein. » Jesaja 32,17
  8. « Undank ist der Welten Lohn. » Redensarten
  9. « Vergiß nicht, daß es besser ist, Opfer zu sein, als Henker. » Anton Tschechow
  10. « Von allen Tugenden die schwerste und seltenste ist die Gerechtigkeit. Man findet zehn Großmütige gegen einen Gerechten. » Grillparzer
  11. « Wenn du im Recht bist kannst du es dir leisten, die Ruhe zu bewahren. Bist du es nicht, kannst du es dir nicht leisten, sie zu verlieren. » Mahatma Gandhi
  12. « Wenn jemand Gerechtigkeit liebt, / in ihren Mühen findet er die Tugenden. Denn sie lehrt Maß und Klugheit, / Gerechtigkeit und Tapferkeit, / die Tugenden, die im Leben der Menschen nützlicher sind als alles andere. » Weish 8,7

Sonstiges

Hierarchien werden nie enden

Es lebe das freie Spiel der Kräfte !

Es wird immer ein freies Spiel der Kräfte geben – auch zwischen Sozialismus und Liberalismus, zwischen Nivellierung und Individualismus.

  • Was ist gerecht ?
  • Wie viel Ungleichheit ist gerecht ?

Das persönliche Gerechtigkeitsempfinden ist subjektiv. Echte Gleichheit wird es nie geben und kann es nie geben. Weil zwei Menschen niemals gleich waren oder geboren wurden – und sich daher übertriebene Gleichmacherei auf Dauer nicht gefallen lassen werden.

Andererseits gibt es auch ein Maß an Ungleichheit, das sich die Mehrheit nicht mehr gefallen lässt. Wenn es zu viele gibt, die „zu wenig“ zu verlieren haben – dann stellen diese eine Bedrohung dar für jene, die sehr wohl noch etwas zu verlieren haben.

Gleichheit und Ungleichheit - Nivellierung und Differenzierung - verlaufen in Zyklen. Irgendwann wird doch fast jeder zum Sozialisten, Kapitalisten, Konservativen usw. – die einen früher, andere eben später. Die meisten Leute sind jedenfalls bereit - ja wollen sogar - gewisse Risiken eingehen, um Erfolg zu haben. Und Erfolg bedeutet, fast per definitionem: Ungleichheit.

Recht und Gerechtigkeit

Eindrücklicher als wir es von Professor Stäuble gehört haben, kann man den Zusammenbruch der tradierten Werte und den Moralzerfall nicht darstellen. Es stellt sich die Frage nach den Ursachen. Eine davon, eine wesentliche, sehe ich in dem, was sich heute Politik nennt.

Wir wissen, dass die zehn Gebote der Bibel eine zeitlose Kurzform dessen sind, was wir im Abendland unter Moral verstehen. Die meisten der Gebote kann man in dem Satz zusammenfassen: Du sollst keine Gewalt ausüben, nicht lügen und nicht stehlen, auch nicht den Besitz Deines Nachbarn begehren! Strenger Schutz der Person und ihres Eigentums also.

Was aber ist der Kerngehalt der heutigen Politik? Er lautet: Ihr Wähler, wenn Ihr wollt, dass Eure Gesundheitsdienste und die Ausbildung Eurer Kinder von anderen bezahlt werden, ja, wenn Ihr ganz generell das Geld anderer Leute haben wollt, dann beraubt und bestehlt sie nicht, werdet nicht gewalttätig und verwendet keine Waffen, sondern kommt zu uns, wählt unsere Partei; wir erledigen das für Euch, indem wir entsprechende Gesetze machen und alles Hab und Gut nach Euren Wünschen umverteilen. Wenn Ihr das selber erledigt, ist das kriminell und höchst unmoralisch. Wenn wir es tun, ist es «soziale Gerechtigkeit».

So wird also im Sozial- und Wohlfahrtsstaat aus Raub, Bedrohung, Erpressung und Gewalt ganz wundersam Moral, nur weil ein Paragraph davor steht. Wenn das lange genug betrieben wird, gleichen sich auch die persönlichen Werthaltungen der Menschen dieser Perversion von Recht und Gerechtigkeit an. Wir sind jedoch nicht nur Opfer, sondern auch Mitbetreiber dieses Prozesses der Auflösung von Verantwortung und Zerstörung von unverzichtbaren Werten und Normen. Und dem können wir nur entgegentreten, wenn wir Staat und Politik — und unseren eigenen politischen Wunschkatalog — auf die Kernaufgaben des Rechtsstaates beschränken, nämlich auf die Gewährleistung der inneren und äusseren Sicherheit.

Gibt es ein objektives Recht ?

Der Staat gewährt ein Recht auf Aufenthalt, der Staat weist aus. Er sperrt Kranke in Quarantäne, kann eine Impfpflicht verfügen. Der Staat bestimmt, wer wen wo heiraten darf. Der Staat macht Gesetze, genauer gesagt, sind es Politiker, noch genauer gesagt, Parteien.

Kaum jemand genießt in Österreich geringeren Respekt als Politiker. Sie sind es andererseits, die unsere Gesetze machen. Wie groß kann da der Respekt vor den Gesetzen sein? Und die Justiz? Auf welchem Auge ist sie (gerade) blind? Ideologische Modeströmungen…

Es „gibt“ kein Recht auf irgendetwas.

Soziale Gerechtigkeit

« Die übelste Wirkung, so Hayek, habe das Wort "sozial" in der Wendung "soziale Gerechtigkeit", da diese suggeriere, dass Gerechtigkeit nur dann herrsche, wenn die Einkommensunterschiede mit Hilfe staatlicher Verordnungen vermindert oder beseitigt werden. Dieser Ruf nach „Verteilungsgerechtigkeit“ – dass jeder Einzelne nur das bekommen soll, was er moralisch verdient – sei insofern sinnlos, als sich moralisches Verdienst nicht objektiv bestimmen lasse. Niemand könne die Größe des Beitrags des Einzelnen zum Gesamtwohl feststellen, weshalb man die Bestimmung der Belohung den Marktmechanismen überlassen müsse. »


Parteien vertreten Sonderinteressen

Der klassische Liberalismus verspricht niemand Sondervorteile, denn er tritt dafür ein, daß alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Aus liberaler Sicht darf das Parlament nur Gesetze beschließen, die so allgemein sind, daß sie von bestimmten Gruppen oder Einzelpersonen und deren Interessen abstrahieren. Diese abstrakten Gesetze sollen nicht ein bestimmtes Ergebnis herbeiführen, sondern nur allgemeingültige Spielregeln aufstellen. Im Gegensatz dazu möchte jede Partei ihren Anhängern Gutes tun, indem sie ihre Gegner belastet. Liberalismus und Parteiarbeit schließen sich gegenseitig aus.

Über die Herrschaft des Fürsten

Wenn aber die ungerechte Regierung von vielen geführt wird, so heißt das Demokratie, das ist Volksherrschaft, in der die breite Masse durch die Macht ihrer Überzahl die Reichen unterdrückt. Dann wird das ganze Volk wie ein einziger Tyrann sein.

  • Gregor Hochreiter

Soziale Ungerechtigkeit

Als Tocqueville-Paradox bezeichnet man in der Soziologie das Phänomen, "dass sich mit dem Abbau sozialer Ungerechtigkeiten gleichzeitig die Sensibilität gegenüber verbleibenden Ungleichheiten erhöht".

Echte Gerechtigkeit bedeutet Rollengerechtigkeit

Jetzt wird wieder überall nach Umverteilung gerufen. Die Wiedereinführung einer Erbschaftssteuer ist dabei eine beliebte Forderung. (Müsste man dann konsequenter Weise nicht gleich auch eine Steuer auf die Vererbung „guter“ Gene einführen?) Warum soll denn eigentlich nur beim Geld umverteilt werden? Gibt es nicht auch große Ungleichheit betreffend Intelligenz, körperliche Gesundheit, Attraktivität und andere Fähigkeiten? Haben nicht manche Menschen außerdem einfach unverschämtes Glück? Man müsste das Schicksal umverteilen, doch das ist unmöglich. Gerechtigkeit durch Gleichheit ist letztlich illusorisch. Möglich wäre nur eine Rollengerechtigkeit: Elefant ist nicht gleich Eintagsfliege! (Jeder hat andere Bedürfnisse und Fähigkeiten.) Man kann nur jedem Menschen den Freiraum lassen, sich seinem Wesen gemäß zu entfalten. Seine Fähigkeiten zu entwickeln, einen entsprechenden Beitrag zu leisten – dafür Gegenleistungen zu erhalten… Bedürfnisse hängen schließlich von unserer Eigenart ab, sind unterschiedlich. Und es wird (und muss wohl) immer Hierarchien geben. Bessere und Schlechtere. (Nicht jeder kann eine Hauptrolle spielen. Es bleibt immerhin jedoch die Hoffnung gemäß der Bergpredigt: Die Letzten werden die Ersten sein.)

Systematische Gleichmacherei macht viele Menschen zum Hans-im-Glück: Man gibt auf, was man kann und hat (das primäre Kapital wären ja eigentlich unsere Fähigkeiten, Ideen, eigenen Energien!) – bis am Ende immer weniger übrig bleibt. („Sozialfall“.) Die Entwurzelung vieler Menschen entsteht ja gerade erst dadurch, dass sie sich selbst verleugnen, verlieren, verkaufen. Dass sie schon als Kinder aus sich selbst vertrieben werden – indem man sie dafür belohnt, dass sie sich verstellen. Für das Kollektiv, die Norm, den Markt; gemäß der Wissenschaft, gängigen Ideologie, gültigen Machtstruktur. Denn wer sich selbst verliert, wird abhängig. Und genau das wollen ja die etablierten Parteien, Konzerne, Militärs usw.

Umverteilung ist fast immer auch Verschwendung. Denn die Dinge kommen meist nicht dort hin, wo sie den größten Nutzen stiften. Wer aber nicht hat oder bekommt, was er wirklich braucht, sucht und nimmt natürlich Ersatz… Wirklich befriedigend ist dies nicht. Also muss die Dosis gesteigert werden - bis zur Sucht. Und das erhöht wiederum die Abhängigkeit und nützt dem „Establishment der Einäugigen“. (Mittelmaß) Um an der Macht zu bleiben, trotz Mittelmäßigkeit. In Summe jedoch, geht es ständig abwärts. (Trotz Wirtschaftswachstum und technologischem Fortschritt.) Rollengerechtigkeit ist ein Recht, bedeutet Freiheit – aber natürlich auch eine Verpflichtung. Zu geben, was man hat – und nicht zu nehmen, was man gar nicht braucht. So könnte der Teufelskreis der Kompensationen (des Neides, der Frustration und Vergeblichkeit) und Fehlsteuerungen durchbrochen werden. Alles und jeder an seinem Platz! Durch Innenorientierung – statt ständig nur auf die Symptome früherer Fehler zu reagieren… Ein gordischer Knoten: Neubeginn von innen heraus.


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