Mehr Gerechtigkeit

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die schönste Frucht der Gerechtigkeit ist Seelenfrieden.

Leitgedanken

Neu

A - F

  • Autorität wie Vertrauen werden durch nichts mehr erschüttert als durch das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden. Theodor Storm
  • Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin? Mt 20,15
  • Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit. Platon
  • Die Selbstgerechten, das sind wohl die größten Räuber der Tugend. Konfuzius
  • Du sollst das Recht des Armen in seinem Rechtsstreit nicht beugen. Von einem unlauteren Verfahren sollst du dich fern halten. Wer unschuldig und im Recht ist, den bring nicht um sein Leben; denn ich spreche den Schuldigen nicht frei. Du sollst dich nicht bestechen lassen; denn Bestechung macht Sehende blind und verkehrt die Sache derer, die im Recht sind. Ex 23,6-8
  • Ein Unrecht ist erst vollkommen, wenn das letzte Wort dagegen verstummt. Otto F. Walter
  • Es gibt keinen Menschen, der nicht die Freiheit liebte; aber der Gerechte fordert sie für alle, der Ungerechte nur für sich allein. Ludwig Börne
  • Es gibt zwei Arten von Menschen: Gerechte, die sich für Sünder halten, und die andern Sünder, die sich für Gerechte halten. Blaise Pascal
  • Es ist besser, es geschehe dir Unrecht, als die Welt sei ohne Gesetz. Deshalb füge sich jeder dem Gesetze. Johann Wolfgang von Goethe

G - Z

  • Gerechtigkeit und Treue sind die beiden Pfeiler, auf denen der Bogen Vertrauen ruht. Peter Fröhling
  • Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich die vom Unrecht nicht Betroffenen genau so entrüsten wie die Beleidigten. Platon
  • in dubio pro reo Im Zweifel für den Angeklagten
  • Juristen sind Leute, die die Gerechtigkeit mit dem Recht betrügen. Harold Pinter
  • Liebe das, was dir widerfährt und zugemessen ist; denn was könnte dir angemessener sein? Marc Aurel
  • Pulchrum est accusari ab accusandis. Schön ist (es), von denen angeklagt zu werden, die angeklagt werden müssen. lat. Spruch
  • Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; / denn sie werden satt werden. Mt 5,6
  • Undank ist der Welten Lohn. Redensarten
  • Wenn du im Recht bist kannst du es dir leisten, die Ruhe zu bewahren. Bist du es nicht, kannst du es dir nicht leisten, sie zu verlieren. Mahatma Gandhi
  • Wer in der Gerechtigkeit fest steht, erlangt das Leben, / wer dem Bösen nachjagt, den Tod. Spr 11,19

Sonstiges

Leidenschaft für Gerechtigkeit

Unserer Meinung nach, kann eine erfolgreiche libertäre Bewegung – eine konsequente Hingabe zur individuellen Freiheit – nur in einer Leidenschaft für Gerechtigkeit wurzeln. In ihr liegt die Triebfeder unseres Bestrebens. Sie kann uns in schwierigen Zeiten stützen. Die Jagd nach dem schnellen Geld, intellektuelle Spielereien, oder die kühle Berechnung allgemeiner ökonomischer Gewinne vermögen dies nicht. Um aber eine Leidenschaft für Gerechtigkeit zu entwickeln, braucht es eine Theorie darüber, was Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit sind – also, eine Reihe ethischer Prinzipien der Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, die durch die utilitaristische Wirtschaftstheorie nicht bereitgestellt werden können. Weil wir eine Welt sehen, die übersät ist von Ungerechtigkeiten, dass es zum Himmel schreit, streben wir eine Welt an, in der diese Ungerechtigkeiten ausgelöscht werden. Andere traditionelle und radikale Ideen, wie etwa die „Beseitigung der Armut“, sind, im Gegensatz zu dieser Idee, tatsächlich utopisch, denn der Mensch kann die Armut nicht durch den bloßen Gebrauch seines Willens aus der Welt schaffen. Die Armut kann nur durch ein Zusammenspiel bestimmter ökonomischer Faktoren beseitigt werden – insbesondere durch Investition von Ersparnissen in Kapital. Diese ökonomischen Faktoren können nur auf lange Sicht ihre Wirkung entfalten. Der Wille des Menschen ist erschreckend ohnmächtig beim Spiel des Naturrechts – um diesen altmodischen aber immer noch treffenden Ausdruck zu verwenden. Ungerechtigkeiten dagegen sind Taten, die von einer Gruppe von Menschen an einer anderen Gruppe begangen werden. Sie sind menschliches Handeln und genau deswegen unterliegen sie unmittelbar dem menschlichen Willen.

Gerechtigkeit und Liebe

Recht ist vor allem eine Frage der Macht

Überschätzen wir nicht „das“ Recht? Woher kommt es – Rechte fallen ja nicht vom Himmel. Letztlich wird es immer um das Recht des Stärkeren gehen, in welcher Form auch immer. Man nehme Steuern und Umverteilung: es ist müßig, zu sagen, „meins muss meins bleiben“ – wenn es eine ausreichend starke Mehrheit von Menschen gibt, die anderer Meinung sind… Genauso aber, hat natürlich niemand das Recht zu sagen, „wir machen alle gleich!“ Im Grunde geht es um ein mehr oder weniger freies Spiel der Kräfte. Leistung spielt eine Rolle, Gewissen und Gerechtigkeitsempfinden, unterschiedliche Bedürfnisse – aber auch Schläue, bis hin zur Brutalität. Im Grunde haben wir nur die Rechte – mit Ausnahme jener, die wir uns nehmen, ohne dass jemand etwas dagegen unternimmt – die wir einander auch gegenseitig zugestehen. Manche tun dies aus Berechnung, schließen Verträge, wählen Politiker (von denen sie – oft vergeblich – hoffen, dass diese dann ihren jeweiligen Wählern genehme Gesetze beschließen werden); manche tun es aus Angst, andere aus Mitgefühl. Zwingen kann man andere letztlich nur durch Gewalt – ob diese nun staatlich oder persönlich sei.

Wir leben in einer verwalteten Welt. Es gibt viele Vertragsregelungen, von denen man hofft, dass sich die Menschen auf ihrer Basis „vertragen“ werden. Wenn jedoch zu viel geregelt wird, steigt die Tendenz, sich weniger an die Regeln zu halten. Es geht also auch hier um das richtige Maß. Recht ist immer auch eine Frage von Verzicht oder Opferbereitschaft. Daher ist Freiwilligkeit wichtig: Inwiefern sehe ich ein, dass die anderen auch ihre Freiheit, ihre Rechte brauchen?

Wenn jeder immer alle seine „Rechte“ voll ausschöpft, entstehen sofort wieder neue Konflikte. Recht ist ja gewisser Maßen auch eine Vertrauensfrage – basierend auf geschriebenen und ungeschriebenen Verträgen; ein Freiraum, der nur so lange bestehen bleibt, wie er eben nicht voll ausgenützt wird. (Etwa, indem nicht alle zugleich eine Bank stürmen.)

Verträge schließen – statt Rechte zu fordern

Je mehr Rechte wir fordern, desto mehr begrenzen wir letztlich unsere Freiheit. „Sich vertragen, heißt Verträge schließen“, heißt es andererseits. (Je mehr wir die Möglichkeit haben, unsere Rechte und Pflichten, Freiheiten und Grenzen, selbst auszuhandeln, desto höher ist wohl auch die Bereitschaft, diese zu akzeptieren, sich daran zu halten.)

Freiheit und Recht müssen irgendwie in Einklang gebracht werden. Freiheit ist kein Selbstzweck. Ohne Regeln, wird ja auch jedes Spiel langweilig. Wenn es aber gar keine Freiheit mehr gibt, gibt es überhaupt kein Spiel mehr…

Mangelnde Affektkontrolle andererseits, hat wenig mit Freiheit zu tun. Das Leben ist nicht grenzenlos – nicht nur wegen des Todes. (Wohl gerade deshalb, suchen jedoch viele Menschen nach der illusionären „grenzenlosen“ Freiheit – vielleicht um unausweichliche Grenzen zu verdrängen?)

Recht und Gerechtigkeit

Eindrücklicher als wir es von Professor Stäuble gehört haben, kann man den Zusammenbruch der tradierten Werte und den Moralzerfall nicht darstellen. Es stellt sich die Frage nach den Ursachen. Eine davon, eine wesentliche, sehe ich in dem, was sich heute Politik nennt.

Wir wissen, dass die zehn Gebote der Bibel eine zeitlose Kurzform dessen sind, was wir im Abendland unter Moral verstehen. Die meisten der Gebote kann man in dem Satz zusammenfassen: Du sollst keine Gewalt ausüben, nicht lügen und nicht stehlen, auch nicht den Besitz Deines Nachbarn begehren! Strenger Schutz der Person und ihres Eigentums also.

Was aber ist der Kerngehalt der heutigen Politik? Er lautet: Ihr Wähler, wenn Ihr wollt, dass Eure Gesundheitsdienste und die Ausbildung Eurer Kinder von anderen bezahlt werden, ja, wenn Ihr ganz generell das Geld anderer Leute haben wollt, dann beraubt und bestehlt sie nicht, werdet nicht gewalttätig und verwendet keine Waffen, sondern kommt zu uns, wählt unsere Partei; wir erledigen das für Euch, indem wir entsprechende Gesetze machen und alles Hab und Gut nach Euren Wünschen umverteilen. Wenn Ihr das selber erledigt, ist das kriminell und höchst unmoralisch. Wenn wir es tun, ist es «soziale Gerechtigkeit».

So wird also im Sozial- und Wohlfahrtsstaat aus Raub, Bedrohung, Erpressung und Gewalt ganz wundersam Moral, nur weil ein Paragraph davor steht. Wenn das lange genug betrieben wird, gleichen sich auch die persönlichen Werthaltungen der Menschen dieser Perversion von Recht und Gerechtigkeit an. Wir sind jedoch nicht nur Opfer, sondern auch Mitbetreiber dieses Prozesses der Auflösung von Verantwortung und Zerstörung von unverzichtbaren Werten und Normen. Und dem können wir nur entgegentreten, wenn wir Staat und Politik — und unseren eigenen politischen Wunschkatalog — auf die Kernaufgaben des Rechtsstaates beschränken, nämlich auf die Gewährleistung der inneren und äusseren Sicherheit.

Soziale Gerechtigkeit

« Die übelste Wirkung, so Hayek, habe das Wort "sozial" in der Wendung "soziale Gerechtigkeit", da diese suggeriere, dass Gerechtigkeit nur dann herrsche, wenn die Einkommensunterschiede mit Hilfe staatlicher Verordnungen vermindert oder beseitigt werden. Dieser Ruf nach „Verteilungsgerechtigkeit“ – dass jeder Einzelne nur das bekommen soll, was er moralisch verdient – sei insofern sinnlos, als sich moralisches Verdienst nicht objektiv bestimmen lasse. Niemand könne die Größe des Beitrags des Einzelnen zum Gesamtwohl feststellen, weshalb man die Bestimmung der Belohung den Marktmechanismen überlassen müsse. »

Parteien vertreten Sonderinteressen

Der klassische Liberalismus verspricht niemand Sondervorteile, denn er tritt dafür ein, daß alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Aus liberaler Sicht darf das Parlament nur Gesetze beschließen, die so allgemein sind, daß sie von bestimmten Gruppen oder Einzelpersonen und deren Interessen abstrahieren. Diese abstrakten Gesetze sollen nicht ein bestimmtes Ergebnis herbeiführen, sondern nur allgemeingültige Spielregeln aufstellen. Im Gegensatz dazu möchte jede Partei ihren Anhängern Gutes tun, indem sie ihre Gegner belastet. Liberalismus und Parteiarbeit schließen sich gegenseitig aus.

Über die Herrschaft des Fürsten

Wenn aber die ungerechte Regierung von vielen geführt wird, so heißt das Demokratie, das ist Volksherrschaft, in der die breite Masse durch die Macht ihrer Überzahl die Reichen unterdrückt. Dann wird das ganze Volk wie ein einziger Tyrann sein.

Verbindungen