Mehr Hoffnung

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Sprichwort

Leitgedanken

A - D

  1. « ... wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. » Paulus von Tarsus
  2. « Der Beschwichtiger ist einer der ein Krokodil futtert, in der Hoffnung daß es ihn zuletzt frißt. » Winston Churchill
  3. « Der Mensch in der Krisis, das ist der Mensch, der seine Sache nicht mehr dem Gespräch anvertraut, weil ihm dessen Voraussetzung, das Vertrauen, verloren gegangen ist. » Martin Buber
  4. « Die drei schwierigsten Dinge sind: ein Geheimnis für sich zu behalten, eine Enttäuschung zu vergessen und Muße vernünftig zu nutzen. » Chilon aus Sparta
  5. « Die Hoffnung rührt mich, sie nährt ja die halbe Welt, und ich hab sie mein Lebtag zur Nachbarin gehabt, was wär sonst aus mir geworden. » Ludwig van Beethoven
  6. « Die Hoffnung, so trügerisch sie ist, dient wenigstens dazu, uns auf angenehmem Weg an das Ende des Lebens zu führen. » François de La Rochefoucauld
  7. « Die Hoffnungslosigkeit ist schon die vorweggenommene Niederlage. » Karl Jaspers
  8. « Die Zeit heilt alle Wunden, aber den Verband liefert der Alltag. » Italienische Weisheit
  9. « Du hast nichts zu erhoffen, wenn du blind bist gegenüber jenem Lichte, das nicht von den Dingen, sondern vom Sinn der Dinge herrührt. » Antoine de Saint-Exupéry

E - M

  1. « Ende gut, alles gut. » William Shakespeare
  2. « Ein Leben ohne Gott, ein Leben ohne Jesus Christus, ein Leben ohne Trost und Hoffnung, das ist ein armseliges Leben! » Unbekannt
  3. « Eine Kerze anzünden ist besser, als die Dunkelheit zu verwünschen. » Sprichwort aus China
  4. « Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung. » Lucius Annaeus Seneca
  5. « Hoffen heißt: die Möglichkeit des Guten erwarten; die Möglichkeit des Guten ist das Ewige. » Søren Kierkegaard
  6. « Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wünsche wird sich schicken, wenn es meinem Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. » Nürnberg 1676
  7. « Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muß anders werden, wenn es besser werden soll. » Georg Christoph Lichtenberg
  8. « In jedem Wunsch schlummert die Enttäuschung seiner Erfüllung. » Nikolaus von Kues
  9. « Ja, ich labe den Ermatteten und sättige den Verschmachtenden. » Jer 31,25
  10. « Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden. » Epiktet

N - Z

  1. « Nur die Sache ist verloren, die man selber aufgibt. » Gotthold Ephraim Lessing
  2. « O glücklich, wer noch hoffen kann, / Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen! / Was man nicht weiß, das eben brauchte man, / Und was man weiß, kann man nicht brauchen. » Johann Wolfgang von Goethe
  3. « Schlägt Dir die Hoffnung fehl, nie fehle Dir das Hoffen! Ein Tor ist zugetan, doch tausend sind noch offen. » Friedrich Rückert
  4. « Solange ich atme, hoffe ich. » Marcus Tullius Cicero
  5. « Steh auf / steh auf / wenn dich etwas umgeworfen hat / steh auf / gerade wenn du meinst / du könntest nicht aufstehen / der Stein vor deinem Grab / wird sich von selbst fortbewegen / es wird dir ein Stein vom Herzen fallen / mach alle Ostergeschichten wahr / und frage nicht ob sie wahr sind / probier sie aus / ob sie auf dich passen / sie passen auf dich / sie sind keine Totengeschichten / probier sie / dann wirst du sehen / es sind Wahrsagegeschichten. » Wilhelm Willms
  6. « Unverhofft kommt oft. » Redensarten
  7. « Verzaget nicht, auch wenn ihr immer weniger werdet. Solange auch nur einer von euch atmet und lächelt, hat der Schöpfer die Hand nicht vom Menschengeschlecht abgezogen. » Dostojewski
  8. « Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. » Dietrich Bonhoeffer
  9. « Weil ich an die Kraft des Geistes und der Wahrheit vertraue, glaube ich an die Zukunft der Menschheit. » Albert Schweitzer
  10. « Zu den herben Enttäuschungen des Lebens zählen oft die erfüllten Wünsche. » Mutter Theresa

Sonstiges

Hoffnung und Mutlosigkeit

Wie sieht ein Hoffen aus, das sowohl die offenen Fragen unserer Zukunft aufnimmt als auch zugleich für das gegenwärtige Leben befähigt? Worin besteht die Besonderheit einer begründeten Hoffnung im Unterschied zu Illusion und optimistischem Wunschdenken und im Gegensatz zu Resignation und pessimistischer Mutlosigkeit?

Hoffnung und Verzweiflung

Verzweiflung ist nicht das direkte Gegenteil der Hoffnung, zumal sie denselben Gegenstand haben. Ihre Gegensätzlichkeit besteht darin, daß Hoffnung sich vorwärts bewegt, während Verzweiflung sich zurückzieht.

Verzweiflung

Vom Umgang mit einem bedrohlichen Affekt

[...] Die Verzweiflung durchstimmt das Dasein also dermaßen, daß sie die in der Stimmung sich ausdrückende ursprüngliche Einheit von Ich und Welt aufsprengt, so daß das Lebensgefühl im ganzen aus den Fugen gerät und die Vertrautheit mit der Welt verlorengeht. So spricht sich auch von dieser Seite her betrachtet in der Verzweiflung die Erfahrung eines Negativen aus, die nicht nur Rückzug in die Innerlichkeit, Selbsthaß, Einsamkeit und Unproduktivität zur Folge hat, sondern außerdem dermaßen zu ängstigen in der Lage ist, daß der Gedanke an die Preisgabe des Lebens zum alles beherrschenden werden kann. Von dieser Warte aus gesehen hat man es bei der Verzweiflung nicht bloß mit Hoffnungslosigkeit zu tun. Nein, tiefe Verzweiflung ist mehr als das: sie ist Ausweglosigkeit schlechthin, ist eine Sackgasse des Lebens - eine Sackgasse, die zudem in Flammen steht, wie Cioran betont -, ist eine Hölle auf Erden, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint. Verzweifeln, so haben es bereits Thomas von Aquin und Isidor von Sevilla auf den Punkt gebracht, verzweifeln heißt in die Hölle hinabsteigen.

Aber, so sei abschließend gefragt, läßt sich diese Erfahrung des Negativen einzig durch ein anderes Nichtiges kurieren, will sagen: durch das schlichte Nicht-Sein, den Suizid? Oder läßt sich ihr vielleicht auch anders begegnen, gar vorbeugen? Kierkegaard etwa suchte gegen das Gefühl der Ausweglosigkeit das Bewußtsein anderer Möglichkeiten zu beschwören: Möglichkeit, schreibt Kierkegaard im ersten Abschnitt der Krankheit zum Tode, „ist das allein Rettende. Wenn einer ohnmächtig wird, so ruft man nach Wasser, Eau de Cologne, Hoffmannstropfen; aber wenn einer verzweifeln will, so heißt es schaff Möglichkeit, schaff Möglichkeit, Möglichkeit ist das allein Rettende; eine Möglichkeit, dann atmet der Verzweifelte wieder, er lebt wieder auf; denn ohne Möglichkeit kann ein Mensch gleichsam keine Luft bekommen“. [...]

Über das Leben

Das Leben ist eine Chance - nutze sie.

Das Leben ist Schönheit - bewundere sie.

Das Leben ist Seligkeit - genieße sie.

Das Leben ist ein Traum - mach daraus Wirklichkeit.

Das Leben ist eine Herausforderung - stelle dich ihr.

Das Leben ist Pflicht - erfülle sie.

Das Leben ist ein Spiel - spiele es.

Das Leben ist kostbar - geh sorgfältig damit um.

Das Leben ist Reichtum - bewahre ihn.

Das Leben ist Liebe - erfreue dich an ihr.

Das Leben ist ein Rätsel - durchdringe es.

Das Leben ist ein Versprechen - erfülle es.

Das Leben ist Traurigkeit - überwinde sie.

Das Leben ist eine Hymne - singe sie.

Das Leben ist eine Tragödie - ringe mit ihr.

Das Leben ist ein Abenteuer - wage es.

Das Leben ist Glück - verdiene es.

Das Leben ist das Leben - verteidige es.

Hoffnung oder Hoffnungslosigkeit

Kraft vorhanden oder Kraft nicht vorhanden, das ist die Frage.

Blinde Hoffnung, unbegründete oder nicht begründbare Hoffnung wäre wohl besser mit Selbsttäuschung oder Illusion zum umschreiben. - Keller konnte seine Hoffnungen nicht in seiner Weltanschauung begründen. Er zehrte von Vergangenem, ähnlich, wie zu befürchten ist, wie jene, die glauben, dass die Marktwirtschaft den sittlichen Menschen hervorbringe. Es ist umgekehrt. Der sittliche Mensch ist Voraussetzung, dass es zum Tausch und zum Handel kommen kann. Sonst gibt's Gewalt, Mord und Totschlag als einfachste und unkomplizierte Lösung. Warum sollte ich tauschen, wenn ich mir eine Sache ohne Gegenlestung mittels Raub, nötigenfalls Totschlag verschaffen kann? Die Fragen des Eigentums und des Schutzes desselben stehen im Raum. - Im Dekalog stehen zwei, resp. gar drei Gebote, zum Schutz des Eigentums, eines bezüglich Totschlags und noch eins bezüglich Wahrheitsliebe. "Vater" des Dekalogs ist das menschliche Gewissen, resp. jener, der das menschliche Gewissen geschaffen haben muss. Er ist letztlich der Schutzherr über alles Eigentum. Wer sich vergreift, schlägt gegen Seine Gebote aus. Sein Machtwort lautet: Die Erde ist mein, und alles was darinnen ist. - Du Ernst Heim sagtest, dass das letzte Hemd keine Taschen hat. So wird es dann auch sein. Ergo: Wir sind in diesem iridischen Leben nicht mehr als Verwalter. Verwalter werden Rechenschaft abzulegen haben, werden für ihr Verhalten nicht einem Verwalter-Kollegen, sondern dem wahren Eigentümer Rechenschaft ablegen müssen. Das zu wissen ist befreiend, gleichzeitig wird einem der Ernst einer Sache bewusst, nicht wahr ?

  • Rudolf Schmidheiny, CH-Ohringen


Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

« Führe uns vom Tod zum Leben, von der Unwahrheit zur Wahrheit. Führe uns von der Verzweiflung zur Hoffnung, von der Angst zum Vertrauen. Führe uns vom Hass zur Liebe, vom Krieg zum Frieden. Lass Frieden erfüllen unser Herz, unsere Welt. »

Verbindungen

Persönliche Werkzeuge