Rechte und Pflichten

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Fürchte Gott, tue Recht, scheue niemand.

Leitgedanken

  • Die Nichtzusammenarbeit mit dem Schlechten gehört ebenso zu unseren Pflichten wie die Zusammenarbeit mit dem Guten. Mahatma Gandhi
  • Es gibt ein unfehlbares Rezept, eine Sache gerecht unter zwei Menschen aufzuteilen: Einer von ihnen darf die Portionen bestimmen, und der andere hat die Wahl. Gustav Stresemann
  • Ich schlief und träumte, das Leben wäre Freude. Ich erwachte und sah: Das Leben ist Pflicht. Ich handelte - und siehe: Die Pflicht war Freude. Rabindranath Tagore
  • Laß dir an dem Bewußtsein genügen, deine Pflicht getan zu haben; andere mögen es erkennen oder nicht. Christoph Martin Wieland
  • Wer seine Pflicht erfüllt, hat Charakter, wer NUR seine Pflicht erfüllt, hat keinen. Hellmut Walters

Sonstiges

Ideologien sind Halbwahrheiten zur Rechtfertigung des Eigennutzes

Wenn wir von Recht und Freiheit reden, meinen wir meist vor allem die eigenen Rechte und Freiheiten…

Freiheit erfordert Freiräume – und diese bestehen vor allem dadurch, dass sie nicht ausgenützt werden... (Auch Rechte wären Freiräume – wenn es aber zu viele „Rechte“ gibt, beschränken sie einander letztlich gegenseitig.)

„Natur“ heißt vor allem auch: freies Spiel der Kräfte. Wer die Natur schützen will, muss das freie Spiel der Kräfte schützen. Wir messen gerne mit zweierlei Maß: die einen wollen lieber Flüsse regulieren – andere eher den Markt. Die einen rufen nach dem Staat und meinen Sozialleistungen – andere wiederum, meinen Polizei oder Militär...

Wirtschaft bedeutet Markt – aber nicht alles im Leben kann man kaufen… Das Problem ist nicht die Marktwirtschaft, eher der Materialismus. Konsum ist keine Leistung.

Nächstenliebe funktioniert besser bei Nahestehenden als bei Fremden...

Gerechtigkeit durch Gleichheit wird immer eine Illusion bleiben. Die Hierarchien werden nie enden. Keine zwei Menschen werden je ganz gleich sein. Geld kann man umverteilen – Glück und Leid hingegen, nicht.

Kooperation ist wichtig, aber es wird auch nie ein Leben ganz ohne Konkurrenz geben. Wollen wir etwa eine staatliche Partnervermittlung? Eine Erbschaftssteuer auf „gute“ Gene – auf Intelligenz, Gesundheit, Attraktivität oder ganz generell „Erfolg“? (Sind Verlierer bessere Menschen? Erfolg ist immer "ungerecht".)

Die ultimative Glaubensfrage lautet: gibt es, haben wir eine Bestimmung – oder ist alles Zufall?

Es gibt kein Recht auf Freiheit

Freiraum muss man einander freiwillig zugestehen – oder individuell erkämpfen

Erst da kommt das Recht ins Spiel, als Schiedsrichter, Hygienefaktor. Wo ist der Grenznutzen der Freiheit am größten? Faire „Verteilung“ der Freiräume bedeutet oft „gerechte Ungleichheit“... Das vermehrte das spürbare Glück möglichst vieler, förderte Kooperations- und Partizipationsbereitschaft, minimierte Konflikte – oder erleichterte es, diese kreativ aufzulösen.

„Sicherheit“ existiert oft nur in der Vorstellung. Die (menschliche) Natur ist unkontrollierbar. („Naturschutz“ hieße demnach: Das Funktionieren des freien Spiels der Kräfte sichern...) Übertriebenes Sicherheitsdenken schürt oft erst recht wieder irrationale Ängste: Sicherheit wird dann zur Droge, die trotz ständig steigender Dosis zu immer größerer Bedürftigkeit führt...

Wären Freiheit und Empathie nicht viel wichtiger als Sicherheit und Gleichheit?

Vier zentrale Punkte: Freiheit, Nächstenliebe, Wahrhaftigkeit und Zivilcourage... Freiraum ist Voraussetzung für individuelle Entfaltung und Unabhängigkeit. Mut wichtige Quelle individuellen und gesellschaftlichen Wachstums. Liebe macht Menschen (überhaupt erst) zu Menschen. Und Ehrlichkeit wäre schließlich die Wurzel dessen, was als „Nachhaltigkeit“ zum Schlagwort geworden ist...

Spontane Ordnung

« Viele der größten Errungenschaften sind weder bewusstem und zielgerichtetem Denken noch bewusst koordinierten Bemühungen zu verdanken, sondern spontanen Ordnungen. [...] »

Welche "Menschenrechte" haben wir?

Würden alle Ansprüche, die bereits als „Menschenrechte“ postuliert worden sind, wirklich realisiert, hätten wir paradiesische Zustände. Das wäre natürlich schön – aber es ist weltfremd. Denn mit jedem Fortschritt tendieren wir ja meist auch dazu, selbstgefälliger und bequemlicher zu werden. (Oft sind daher äußere - etwa technologische - Fortschritte, ja sogar mit inneren, also „menschlichen“ Rückschritten verbunden.) „Menschenrechte“ sind und bleiben im Grunde immer Forderungen – selbst wenn sie vom Papst - oder aber auch von Greenpeace oder ATTAC kommen... Denn Rechte haben wir letztlich immer nur jene, die wir einander auch (mehr oder weniger freiwillig) zugestehen. Es gilt natürlich die goldene Regel, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Aber wer tut das schon?

Wer bestimmt, welche Rechte wir haben? Letztlich unser Empfinden. (Man könnte es auch Gewissen nennen - und Gefühle als die "Sprache Gottes" bezeichnen... Oder, wie André Heller sang: "An was soll ich denn glauben, außer an das, was ich spüre?") Was empfinden die meisten Leute als gerecht? Was empfinden zwei Menschen im Umgang miteinander als gerecht? Hat nicht jeder andere Rechte – weil ja auch jeder andere Bedürfnisse, aber auch andere Verdienste hat? „Gleiches“ Recht ist erstens schwer realisierbar (denn was heißt schon „gleich“?) - zweitens leider fast immer ungerecht.

Naturrecht, Positivismus und Historizismus...

Bezüglich Naturrecht habe ich eher ein Zwischenposition: im freien Spiel der Kräfte gibt es gewisse Regeln und auch (Natur-)Gesetze - aber natürlich auch den freien Willen der Individuen. Sozusagen ein Programm - aber auch die Freiheit, es so oder so zu interpretieren, auszuleben, mit Inhalt zu erfüllen… Oder anders: Natur und Kultur - Gewachsenes und Gemachtes - der Mensch ist Teil der Natur, aber kann auch selbst schöpferisch sein (natürlich kann ich nur schöpfen, was irgendwo schon "angelegt" ist - aber da habe ich immerhin Freiheitsgrade...)

Oder Religion: aus der Natur der Kult, die Kultur, aber auch die Kunst - und irgendwann wird es dann gekünstelt (und das könnte man dann etwa für die Auswüchse von Soziologie, Wissenschaft, Political Correctness, Staatswesen etc. sagen…) Kultur führt in Dekadenz und Degeneration – und dann heißt es: Zurück zur Natur, den Ursprüngen...

Die Plan- und Machbarkeit hat ihre Grenzen: Regelungen können ein Fortschritt sein - aber früher oder später beißt sich die Katze in den Schwanz (z.B.: übertriebenes Sicherheitsbedürfnis, in Rechtsstaat, aber auch Medizin u.a.) Also ich glaube, dass das Gemachte (Gesetze, aber auch "Geschichte") nie zu weit von den Ursprüngen des Lebens, der Kultur, aber auch der Natur abweichen sollte - dass es andererseits aber dennoch Fortschritt gibt - eben durch eigenständige Entscheidungen, Handlungen und Pläne von Menschen (und zwar sowohl als Einzelne als auch in Gruppen.)

Wenn der Staat pleite ist, verschenkt er Rechte

Jedem das Deine: Papa Staat wird’s schon richten… Statt Geld, werden eben Rechte umverteilt. Und statt Geld zu drucken, tut man so, als könne man neue Rechte schaffen... Rechte sind wie Geld: man kann nicht geben, ohne vorher genommen zu haben. Neue Rechte inflationieren die alten!

Im Grunde ist Recht ein Hygienefaktor. Es kann niemanden wirklich glücklich machen... Das Leben bleibt wohl „ungerecht“: Schicksal, Gene, IQ, Gesundheit, Schönheit, Beliebtheit – alles ist ungleich verteilt. Andererseits: muss das überhaupt ungerecht sein? Wir können ja in niemanden hinein schauen: Was jedem Einzelnen „gerecht“ ist, lässt sich doch schwer von außen beurteilen.

Verfassungsmehrheit für Minderheitenrechte? Ein Paradoxon? Nicht unbedingt. Aber Recht fällt nicht vom Himmel. (Es muss respektiert werden und durchsetzbar sein.) Und letztlich basiert Recht (leider) immer noch auf dem Faustrecht. (Oder als Glauben - bzw. in ideologischen Vorstellungswelten.)

„Recht“ ist jedenfalls ein nicht vermehrbarer Freiraum.


Sind die Götter schuld

- dass wir so sind, wie wir sind ?

Wer kann „etwas dafür“? Wofür ist jeder selbst verantwortlich? „Es gibt keine Erbsünde“, sagen die meisten. Es gibt aber unser aller Erbe: Die konkrete Welt, wie sie gerade ist. Und wer die Vorteile in Anspruch nehmen will, ist auch für die Nachteile mit verantwortlich. Welche Rechte haben wir? Wohl letztlich nur jene, die wir einander gegenseitig zugestehen. Die einen berufen sich auf Gott, andere auf den Staat. Oft wird dann einfach nur Schwarzer Peter gespielt. Es gibt die Demokratie, den Rechtsstaat, den Markt, wissenschaftliche Forschung – lauter nützliche Mechanismen. Aber perfekt sind sie alle nicht. Letztlich kommt es immer auf die Menschen an: Auf Mut, Verantwortung, Mitgefühl und Wahrhaftigkeit.

Es gibt kein Recht auf irgendwas

Außer wir spielen Gott - und verfügen einfach, was sein soll, zu sein hat, wer welches „Recht“ hat, welche Ansprüche...

Schicksal ist ungerecht!

Pröll schlägt jetzt vor, Transferleistungen (Umverteilung) transparent zu machen. Gute Idee. Denn die Wahrheit hat noch nie geschadet. Wenn man schon etwas geschenkt bekommt, ohne jemals „bitte“ oder „danke“ gesagt zu haben, so soll man es wenigstens wissen...

Es gibt kein „Recht auf…“ – eher schon eine „Pflicht zu…“ Zum Beispiel Mitgefühl, Solidarität, Hilfe für Leidende… Letztlich mag es auf das Gleiche herauskommen – aber es ist doch ein großer Unterschied. Weil einfach ehrlicher, daher würdevoller.

Verbindungen