Schlichten statt Richten

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet !

Leitgedanken

Neu

  • Zu sehen, was recht ist, und es gegen seine Einsicht nicht tun, ist Mangel an Mut. Konfuzius
  • Behutsamkeit / Gewinnt den Streit. Abraham a Sancta Clara
  • Von daher rühren auch die meisten Streitigkeiten, indem die Menschen ihre Gedanken nicht richtig darstellen oder die Gedanken des andern falsch deuten. Baruch (Benedictus) de Spinoza
  • Ich glaube an die Gewaltlosigkeit als einziges Heilmittel. Mahatma Gandhi

A - H

  • Besser schlichten, als richten. Sprichwort
  • Der alte Grundsatz "Auge um Auge" macht letztlich alle blind. Martin Luther King
  • Die tätige Liebe ist der Ort, an dem wir Gott erfahren. Ladislaus Boros
  • Ein Ältester, der viele Sprichwörter kennt, kann jeden Streit schlichten. Sprichwort aus Nigeria
  • Es ist leichter, alle zu lieben als einen. Die Liebe zur ganzen Menschheit kostet gewöhnlich nichts als eine Phrase; die Liebe zum Nächsten fordert Opfer. Peter Rosegger
  • Es wohnt in uns ein heiliger Geist, der Beobachter über unsere guten und schlechten Taten. Seneca

I - Z

  • Multi vocati, pauci electi. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt. Mt 22,14
  • Seid unparteiisch, wendet euer Antlitz nicht von jemandem ab, damit ich mein Antlitz nicht von euch abwende. Quelle
  • Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand! Sprichwort
  • Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. Sprücheportal
  • Wir würden viel Frieden haben, wenn wir uns nicht soviel mit dem, was andere reden und tun, beschäftigen würden, was uns doch gar nichts angeht. Thomas von Kempen

Sonstiges

Außergerichtlicher Streitbeilegungsversuch als Prozessvoraussetzung

Eine Klage gegen den Entzug von Licht und Luft durch Bäume oder andere Pflanzen ist nur dann zulässig, wenn zuvor eine außergerichtliche Streitbeilegung versucht wurde und diese nicht binnen 3 Monaten gelungen ist (Art 3 des Zivilrechtsänderungsgesetzes 2004). Zur Streitbeilegung sind berufen:

  1. Eine von einer Notariatskammer, einer Rechtsanwaltskammer oder ein sonstigen Körperschaft öffentlichen Rechts eingerichtete Schlichtungsstelle.
  2. Bei Zustimmung beider Parteien ein eingetragener Mediator.
  3. Das zuständige Bezirksgericht im Wege der Beantragung eines dortigen so genannten „prätorischen Vergleichs“.

Sich vertragen ist besser als klagen

Zunehmend werden Streitigkeiten - auch in Bagatellsachen - ohne vorhergehenden Versuch einer Streitbeilegung vor das Gericht gebracht und dort bis in die letzte Instanz ausgetragen. Mancher steht am Ende dieses Weges trotz des im wahrsten Sinne des Wortes „erstrittenen" Urteils vor einem Scherbenhaufen: Die Rechtsfrage ist zwar zu seinen Gunsten entschieden, die menschliche Beziehung mit dem anderen Beteiligten aber oftmals für immer zerstört. Hinterher fragt er sich dann, ob Gesprächsbereitschaft und ein wenig Entgegenkommen nicht für beide besser gewesen wäre. Viele Bürger teilen deshalb die Auffassung, dass sich vertragen besser als klagen ist. [...]

Tipps im Umgang mit Konflikten

Wer begreift, dass Konflikte im menschlichen Leben unausweichlich sind, sollte lernen, mit ihnen gewaltfrei umzugehen. Streiten kann gelernt werden wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

Schieds- und Schlichtungsordnung

der Vorarlberger Rechtsanwaltskammer

Wir sind kostengünstig

Eine Streitbeilegung auf unserer Stufe ist äußerst kostengünstig. Die Gebühren sind von den Gerichtsbehörden festgelegt und bewegen sich heute je nach Kanton von Fr. 30.- minimal bis ca. Fr. 600.- maximal; auch für nach oben unbegrenzte Streitwerte. Die Kostenaufstellung ist transparent und von den Parteien kontrollier- und nachvollziehbar. Die Gebührentarife sind von den Gerichten festgelegt.

Konflikttheorie

In der Konflikttheorie spricht man von einem Nullsummenspiel, wenn Konfliktparteien so miteinander verstrickt sind, dass wenn einer gewinnt, der andere automatisch entsprechend verliert. Beziehungsweise wenn eine Partei (oder alle) glauben, dass sobald einer gewinnen würde, der andere entsprechend verlieren müsste. Dabei ist es unerheblich, ob es sich bei den Konfliktparteien um je eine einzelne Person, um Gruppen, Organisationen, Staaten oder ganze Kulturen oder Religionen handelt. Verbreitete Strategien sind Kampf, wo es Sieger und Verlierer gibt, und Kompromiss, wo alle ein bisschen gewinnen und ein bisschen verlieren.

Konfliktlösung setzt meistens voraus, dass die Beteiligten 'aus dem Nullsummenspiel aussteigen'. Also sich die Idee zu eigen machen, dass es Lösungen geben kann, bei denen alle Beteiligten einen Gewinn haben (auch Win-Win genannt). Es soll gemeinsam eine dauerhafte Lösung gefunden werden, die von allen Beteiligten getragen und akzeptiert wird. Dazu ist gegenseitige Achtung erforderlich und ein ernsthaftes Interesse an den Bedürfnissen, Ängsten und Beweggründen des jeweils Anderen.

Konstruktive Konfliktlösung

Nur ein Streit ohne Sieger ist ein gewonnener Streit.

Solange ein Konflikt existiert, hält er die Gruppe davon ab, Ziele geschlossen anzustreben, Aufgaben koordiniert abzuwickeln und Beziehungen vertrauensvoll zu gestalten. Eine konstruktive Konfliktlösung ist deshalb anzustreben.

Pädagogik des Friedensstifters

Sie verlangt ein reiches inneres Leben, klare und gute moralische Bezüge, ein entsprechendes Verhalten und einen angemessenen Lebensstil.

Tatsächlich tragen die Werke des Friedens zur Verwirklichung des Gemeinwohls bei und wecken das Interesse für den Frieden, erziehen zu ihm. Gedanken, Worte und Gesten des Friedens schaffen eine Mentalität und eine Kultur des Friedens, eine Atmosphäre der Achtung, der Rechtschaffenheit und der Herzlichkeit.

Frieden stiften

Vermittler kommen immer dann zum Einsatz, wenn rechtliche Verfahren und Institutionen entweder nicht vorhanden sind, von den Konfliktparteien nicht akzeptiert werden oder aber rechtliche Verfahren und ihre Urteile den Konflikt anheizen statt lösen würden.

William Miller (Michigan) betont in seinem Beitrag insbesondere die ambivalente und undefinierbare Rolle des Vermittlers als "go-between", der zwar einerseits die Nachrichten der einen Seite der anderen Seite übermittelt. Andererseits ist es aber gerade diese Tätigkeit, welche die Kommunikation erst zustande kommen lässt. Damit wird dem Vermittler die entscheidende Rolle zugewiesen, seine eigenen Handlungsspielräume zur Ermöglichung und zur Erhaltung des gegenseitigen Austausches und Verhandelns auszunutzen. Es ist gerade diese allererste Phase von Konfliktlösungsprozessen und Friedensverhandlungen, in denen einem Vermittler besondere Bedeutung zuzukommen scheint: nämlich, die Konfliktparteien dazu zu bewegen, ohne Ansehensverlust oder gar Vorab-Zugeständnisse Gespräche aufzunehmen und Bereitschaft zum Aushandeln der Interessen zu signalisieren. Dieser Prozess, den "Frieden in den Köpfen" möglich zu machen und dann möglichst auch in der praktischen Umsetzung zu begleiten und zum erfolgreichen Abschluss zu führen, muss als Kerngeschäft von Vermittlern angesehen werden.

Schlichten oder Richten

In dieser Hinsicht bietet die Rechtsgeschichte ein überaus reichhaltiges Anschauungsmaterial, das auch für die heutige Zeit noch weitgehend aktuell ist und mit Gewinn herangezogen werden kann. Die Frage “Schlichten oder Richten ?“ begleitet die Rechtsgeschichte gleichsam als Dauerthema. Es hat immer beide Formen der Konfliktlösung gegeben und in verschiedenen Epochen ist ihr Wert oder Unwert unterschiedlich beurteilt worden, wobei viele der gegenwärtig im Zusammenhang mit der “Alternativendiskussion‘ erörterten Fragen und Probleme schon in den vergangenen Jahrhunderten ausgiebig erörtert worden sind; man denke nur an die zentralen Streitfragen, ob überhaupt und wenn ja, welche Personen zu welchem Zeitpunkt und in welchen Streitfällen fakultativ oder obligatorisch einen Vergleichsversuch unternehmen sollen. Der Umstand, dass diese überaus sachkundigen theoretischen Diskussionen jedoch nur höchst selten zu einem eindeutigen Ergebnis geführt haben, sondern sich eben gute Argumente sowohl für die eine als auch für andere Auffassungen finden ließen, nähren Zweifel, ob eine Wiederholung dieser Diskussion in der heutigen Zeit überhaupt zielführend ist. Viel Neues wird sich jedenfalls nicht sagen lassen. Dazu kommt, dass auch die praktischen Erfahrungen der Vergangenheit nicht immer eindeutige Schlüsse zulassen, weil nicht leicht zu trennen ist, ob sich die betreffende Einrichtung an sich nicht bewährt hat, oder ob nur die maßgebenden äußeren Begleitumstände einen größeren Erfolg verhindert haben. Letztlich scheint es in einem großen Maß eine Frage der “juristischen Weltanschauung“ und des vorherrschenden “juristischen Zeitgeistes“ zu sein, ob man außergerichtliche Streiterledigungsmodelle grundsätzlich für sinnvoll und notwendig oder aber für bedenklich und gefährlich hält.

Schlichten ist besser als Richten (D)

Was Sie über Schiedsfrauen und Schiedsmänner wissen sollten

Einigung der Parteien (D)

Die unter Eid zur Verschwiegenheit verpflichteten Friedensrichter können schlichten, aber nicht richten.

Außergerichtliche Streitbeilegung

Eine gerichtliche Auseinandersetzung führt oft zu einer Verhärtung der Fronten zwischen den Streitparteien. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, vor der Einleitung eines ordentlichen Gerichtsverfahrens „gütliche Wege der Einigung“ in Betracht zu ziehen. Zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen Bürgern müssen nicht unbedingt in einem gerichtlichen Verfahren enden. Neben Gemeindevermittlungsämtern bestehen weitere alternative Formen der Streitbeilegung, etwa die Schlichtung und die Mediation.

Frieden schließt Konflikt nicht aus (D)

Frieden überwindet die Angst. Frieden ist Vertrauen. Das heißt dann auch, dass dieser Frieden, den Christus uns gibt, dieser Frieden, den er uns anders gibt als die Welt, den Konflikt nicht ausschließt. Frieden im Vertrauen führt manchmal zum Mut einen Konflikt anzupacken, ihm nicht aus dem Wege zu gehen.

Besser schlichten als richten (D)

In der Stadt Kaltenkirchen gibt es ein Schiedsamt, das für außergerichtliche Schlichtungsverfahren zuständig ist. Diese Aufgaben werden vom ehrenamtlichen Schiedsmann und dessen Stellvertreter als Streitschlichter wahrgenommen. Was jedoch diese Schiedsmänner eigentlich machen, ist den meisten Bürgerinnen und Bürgern weitgehend unbekannt. Eines wissen wir: Gestritten wird tagtäglich und fast überall, ob in der Familie, unter Freunden und Verwandten, insbesondere aber in der Nachbarschaft und in Vereinen.

Solch ein Streit kann sich häufig zu einer regelrechten Feindschaft entwickeln, wenn die Klügere oder der Klügere nicht nachgeben. Der Gang zur Rechtsanwältin oder zum Rechtsanwalt – und dann zum Gericht – sind in der Regel die nächsten Schritte.

Rechtsfrieden herstellen

Das Motto der Schlichtung durch Schiedsämter (Schiedsfrauen und Schiedsmänner) lautet: "Schlichten statt Richten". Es geht gerade nicht zwingend darum zu beurteilen, welche von beiden Parteien recht hat, sondern eine gemeinsame Lösung des rechtlichen Konflikts zu finden, bei der beide Parteien nachgeben (Vergleich) und mit welcher beide Parteien - sicher im rechtlich zulässigen Rahmen - auskommen können und der Rechtsfrieden wieder hergestellt wird. Das kann auch eine Lösung sein, welche in dieser Form durch ein Gericht nicht entschieden würde.

Schlichten statt Richten (D)

Warum schlichten statt richten ?

  • Schlichten kann mehr Frieden schaffen als richten
  • Schlichten kann Konflikte umfassender lösen
  • Schlichten können Fachleute, richten nur Juristen
  • Schlichten kann Ihre Geheimnisse wahren
  • Schlichten kann Zeit und Geld sparen

Friedliches Zusammenleben

Sowohl das vermehrte Streitschlichtungsbedürfnis als auch die gelegentlichen Mängel, vor allem aber die hohen Kosten und die doch immer wieder überlange Dauer komplizierter gerichtlicher Verfahren haben einerseits unter dem Schlagwort vom „verbesserten Zugang zum Recht“ zu Forderungen nach Verbesserungen (ua) im gerichtlichen Vorverfahren geführt, andererseits unter dem Schlagwort der „Gerichtsentlastung“ nach Alternativen zur Befassung der ordentlichen Gerichte suchen lassen. Dieses Anliegen wurde durch die Überlegung verstärkt, dass es einer zivilisierten Gesellschaft durchaus entspricht, nicht alle Streitigkeiten sofort und nur vor staatliche Gerichte zu bringen, sondern nach Wegen zu suchen, wie bereits entstandene Streitigkeiten nicht so weit fortschreiten, dass die Beteiligten meinen, nur noch die staatlichen Entscheidungs- und Zwangsinstanzen anrufen zu können, statt selbst einen Kompromiss zu erzielen und im Idealfall den Frieden wiederherzustellen. Die Überlegung, auf welche Weise möglichst viele Streitigkeiten ohne gerichtliche Entscheidung gelöst werden könnten, findet ihre Rechtfertigung aber auch darin, dass in der Regel aus einem Rechtsstreit, der mit einer kontradiktorischen Entscheidung geendet hat, ein Verlierer und ein Gewinner hervorgeht, wodurch nur äußerst selten die wichtige Befriedungsaufgabe erfüllt werden kann.

Die wesentliche Bedeutung einer Streitvermittlung und -beilegung ohne gerichtliche Entscheidung liegt also in gar nicht so seltenen Fällen in der besseren Möglichkeit, die Parteien wieder zusammenzuführen und nicht nur Gesetze für und gegen sie wirken zu lassen, sondern ihnen zu helfen, ein Verständnis aufzubauen, das ihre Einstellung zueinander positiv verändert. Vor allem wegen dieses Aspektes und nicht nur wegen des Kosten- und Zeitfaktors sollten streitige Gerichtsverfahren nur die ultima ratio sein: Streitlösungen, die vom Willen beider Parteien getragen sind, bieten schlicht eine wesentlich günstigere Ausgangslage für ein künftiges friedliches Zusammenleben der Parteien.

Allerdings müssen grundsätzlich alle Überlegungen, die Gerichte durch Streitvermeidung und außergerichtliche Konfliktlösung zu entlasten, dort ihre Grenze finden, wo der freie Weg, die Gerichte anzurufen, tatsächlich oder rechtlich abgeschnitten wird. Es wäre sicherlich ein Widerspruch, einerseits den besseren Zugang zum Recht zu propagieren, andererseits aber den Rechtsweg durch der Gerichtsentlastung dienende Maßnahmen empfindlich zu beschränken oder gar abzuschneiden.

Lösungsmöglichkeiten

Im Prinzip gibt es nur drei Möglichkeiten einen Konflikt zu lösen:

  1. Man stützt sich auf anerkannte Rechte und Normen und bestimmt, wer im Recht ist.
  2. Man setzt sich durch seine eigene überlegene Macht durch oder eine übergeordnete Instanz / Person beendet den Konflikt durch ein „Machtwort“.
  3. Man versucht die Interessen auszugleichen und einen Kompromiss zu finden.

Bei den ersten Lösungen gehen jeweils Sieger und ein Verlierer aus dem Konflikt hervor. Bei der dritten Lösung gibt es nur Sieger, da man gemeinsam einen Kompromiss ausgehandelt hat.

Konflikte sind normal

Sie müssen nicht einmal schlecht sein. Doch die Art, wie mit ihnen umgegangen wird, kann oft zu großem Schaden führen. Lernen Sie, wie Sie Konflikte kreativ lösen. Hier habe ich ein paar Ideen für Sie.

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