Verantwortung und Freiheit

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Der fundamentale Akt der Freiheit ist der des Verzichtes auf Unterjochung eines Unterjochbaren, der Akt des »Seinlassens«.

Leitgedanken

  • Wo die Freiheit ist, ist das Vaterland. Carl Schurz
  • Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre fragt nur: Ist es recht? Und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht. Theodor Storm
  • Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit. Nicolas-Sébastien de Chamfort
  • Der Freiheit eine Gasse. Arnold Winkelried, Schlacht bei Sempach (1386)
  • Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Immanuel Kant
  • Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten. George Bernard Shaw
  • Freiheit ist Gabe und Aufgabe. Sie erfordert Selbstbestimmung anstelle von Fremdbestimmung, Mitverantwortung anstelle von Gleichgültigkeit, Mitmenschlichkeit anstelle von Vereinzelung. Freiheit umfasst Rechte und Pflichten. Sie ist untrennbar von der Verantwortung der Person für sich und andere. Unbekannter Autor
  • Freiraum existiert nur, wenn er nicht ausgenützt wird. Jedes neue Recht / Freiheit entwertet alte. Recht und Freiheit sind knappe Güter. Christoph Bösch
  • Ich bin für die Freiheit. Aber Freiheit degeneriert zur Willkür, wenn sie nicht in persönliche Verantwortung umgesetzt wird. Was großartig ist, war immer schon schwer zu bewerkstelligen und selten. Viktor Frankl zugeschrieben; Quelle
  • Niemand ist frei, der über sich selbst nicht Herr ist. Matthias Claudius
  • Wenn Wörter ihre Bedeutung verlieren, verlieren Menschen ihre Freiheit. Konfuzius
  • Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren. Benjamin Franklin
  • Wir sind nicht nur für unser Tun verantwortlich, sondern auch für das, was wir nicht tun. Molière (eigentlich Jean-Baptiste Poquelin)

Sonstiges

Besinnung auf Freiheit und Verantwortung

« Die «Bürgerlichen» ­ wer sind sie überhaupt? Das «Bürgerliche» ­ was ist eigentlich damit gemeint? Zu diesen Fragen hat Prof. Dr. Eduard Stäuble, Publizist und langjähriger früherer Abteilungsleiter beim Schweizer Fernsehen, kürzlich beim «Athenaeum Club Ostschweiz» ein Grundsatzreferat gehalten. In seiner Rede, die auf grosses Interesse gestossen ist, richtete der Autor einen flammenden Appell an alle freiheitlich denkenden Schweizer, sich auf die gemeinsamen Ziele zu besinnen. »

Bereich der Verantwortung

« Verantwortung muss um wirkungsvoll zu sein, persönliche Verantwortung sein. In einer freien Gesellschaft kann es keine kollektive Verantwortlichkeit der Mitglieder einer Gruppe als solcher geben, ausser sie haben sich durch Verabredung alle persönlich und einzeln verantwortlich gemacht. Eine gemeinsame oder geteilte Verantwortung kann für den Einzelnen die Notwendigkeit schaffen, anderen zuzustimmen, und damit die Macht eines jeden beschränken. Wenn die Verantwortung für dieselben Belange vielen zugeschrieben wird, ohne ihnen zugleich die Verpflichtung zu gemeinsamem und einverständlichem Handeln aufzuerlegen, ist das Ergebnis gewöhnlich, dass niemand wirklich die Verantwortung übernimmt. So wie jedermanns Eigentum niemandes Eigentum ist, so ist auch jedermanns Verantwortung niemandes Verantwortung. »

  • Friedrich A. von Hayek, Die Verfassung der Freiheit S107
  • Ernst Heim

Freiheit bedeutet Verantwortung

Es ist ein modernes Missverständnis, „Freiheit“ als absolute Unbeschränktheit in unserem Handeln zu verstehen. Doch maßloses und rücksichtsloses Handeln untergräbt jede freie Gesellschaft und damit letztlich auch die eigene Freiheit, unser Potential zur Entfaltung zu bringen.

Verantwortung

Bis man wirklich Verantwortung übernimmt, gibt es Zweifel, die Möglichkeit sich zurückzuziehen, und immer Ineffizienz.

Was alle Handlungen von Initiative oder Schöpfung angeht, so gibt es eine elementare Wahrheit, deren Nichtbeachtung zahllose Ideen und hervorragende Pläne umbringt:

Dass in dem Moment, in dem man sich sich definitiv verpflichtet, sich die Vorsehung ebenfalls bewegt. Alle möglichen Dinge, die sonst nie passiert wären, passieren, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen, folgt aufgrund der Entscheidung und bringt zu eigenen Gunsten alle Arten von Vorfällen und Bewegungen und materieller Unterstützung, von denen kein Mensch geglaubt hätte, dass sie auf diesem Wege kommen würden.

Was immer du meinst und glaubst tun zu können, beginne es! Handeln enthält Magie, Anmut und Kraft.

Liebe – und tu, was du willst

Wir brauchen die neue Welt-Freiheit!

Gerade jetzt sollten wir die ganze Freiheit ausschöpfen, die wir haben.

Alles ist möglich. Eine bessere Weltordnung sollte nicht auf Zwangsbeglückung beruhen, sondern aus individueller Freiheit und Verantwortung erwachsen. (Oder wollen wir weiter eine Ideologie durch die andere ersetzen?)

Das erste, was bei „neuen Weltordnungen“ meist auf der Strecke bleibt, ist leider die Freiheit: Große missionarische Geister komponieren die Welt neu. Und setzen sich dann selbst auf den Thron der Götter, die sie gerade gestürzt haben…

Wir brauchen Visionäre, Vorbilder, Anführer - die Mut, Ideen und Optimismus haben, andere mitzureißen. Aber wir brauchen auch freie und selbstverantwortliche Individuen, die unabhängig ihren eigenen Weg gehen…

Das soziologische und technokratische Machbarkeitsdenken bleibt meist zum Scheitern verurteilt. Wir brauchen nicht noch mehr Institutionen, sondern endlich mehr individuelle Kreativität, Freiheit und Verantwortung. Auf der Seite der Freiheit – auf der Seite der Leidenden.

Verantwortung: Grenzen der Freiheit

« Verantwortung, wenn sie allgemein verbindlich und einklagbar sein soll, verlangt nach einer dem einzelnen Menschen und der Gesellschaft übergeordneten Instanz, die allein uns zur Verantwortung ziehen kann. »

Freiheit, Gleichheit, Eigentum

... sind nach Locke in seiner Abhandlung wichtig für die Existenz des Menschen. Eigentum entsteht durch das Bearbeiten der Natur; es ist das Prinzip der Arbeit an der Natur; es erzeugt Gebrauchsgegenstände und Eigentum über einen Aneigungsprozeß qua Arbeit, der die individuell wirkenden Eigenschaften des Menschen auf das Eigentum überträgt. Das Geld ist im Gegensatz zur Naturalwirtschaft das Mittel zur Tauschwirtschaft auf höherer Ebene: Es kann akkumuliert werden und kann Kapital bilden; es sprengt aber den Rahmen dieser Subsitenzwirtschaft und sorgt für soziale Ungleichheit. Die institutionelle Ordnung sei durch den Vertrag zu gestalten. Dazu bedürfe es der Legislative, Judikative und Exekutive in der Gesetzgebung und der Gewaltenvollstreckung.

Es gibt nur eine Freiheit

Es gibt nur eine Freiheit: Die Willens-, Entscheidungs- und Gewissensfreiheit des Einzelnen. Ansonsten gibt es Freiräume. Diese werden immer kleiner, wenn jeder seine Freiheit voll „ausschöpft“. Die viel zitierten „Rechte auf…“ werden zwar gerne als Freiheiten verkauft – im Grunde jedoch, sind sie eher das Gegenteil. Sofern sie wirklich ernst genommen werden, schränken sie nicht nur andere, ältere Rechte ein – sondern auch die individuelle Freiheit. Weil sie den gesellschaftlichen Freiraum einschränken. Und weil sie aus freien, eigenverantwortlichen Willensentscheidungen mehr oder weniger vorgegebene Automatismen machen. (Und weil sozusagen, viele Menschen Rechte erhalten, die sie gar nicht brauchen – während ihnen andere vorenthalten werden, die sie sehr wohl bräuchten...)

Kollektive Freiheit kann es nicht geben: weil das Kollektiv kein Bewusstsein, keinen Willen, keine Richtung hat.

Sind wir nicht (alle) selbst schuld?

Jeder Mensch ist verantwortlich – für jeden Gedanken, jede Entscheidung, jede Tat. Und jeder Mensch ist daher auch mehr oder weniger „schuldig“… Daher ist Gleichmacherei und wahllose Umverteilung so ungerecht.

Wenn individuelle Verantwortung nicht mehr zurechenbar ist, hört sich überhaupt jegliche Verantwortung auf... Menschen müssten doch für die Folgen ihrer Entscheidungen und Handlungen Verantwortung tragen (können)! Fehler können – und sollen – verziehen werden; aber erst, wenn sie auch als Fehler anerkannt sind. Denn ohne Reue ändert sich nie etwas.

Im persönlichen Empfinden der meisten Menschen ist Gleichheit nicht gerecht – große Ungleichheit allerdings auch nicht… Es kommt auf das Maß, die Verhältnismäßigkeit an. Ein Elefant ist keine Eintagsfliege. Nicht jeder kann das gleiche leisten, hat die gleichen Bedürfnisse. Unfair handelt jedoch, wer sich nicht wenigstens bemüht; oder, wer Dinge beansprucht, die er gar nicht braucht. (Geholfen sollte im Grunde nur denen werden, die wirklich Hilfe brauchen. Andererseits sollten auch nur jene Hilfe in Anspruch nehmen, die sie auch wirklich benötigen… „Doppeltes“ Subsidiaritätsprinzip.)



Freiheit und Gesetz

« In der gegenwärtigen Praxis wird alles "Gesetz" genannt, was in der entsprechenden Weise von einer gesetzgebenden Körperschaft beschlossen worden ist. Aber von diesen Gesetzen im formalen Sinn sind nur einige - heutzutage gewöhnlich nur ein sehr kleiner Teil - wirkliche (oder "materielle") Gesetze, die die Beziehungen zwischen solchen Personen oder zwischen solchen Personen und dem Staaat regeln. Der grösste Teil der sogenannten Gesetze sind vielmehr Instruktionen des Staates an seine Beamten über die Art, in der sie den Staatsapparat zu bedienen haben, und über die Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen. Heute ist es überall die Aufgabe derselben Legislative, die Verwendung der Mittel zu lenken und die Regeln niederzulegen, die der gewöhnliche Staatsbürger befolgen muss. Das ist, obwohl es die gewöhnliche Praxis ist, keine notwendige Lage der Dinge. Ich frage mich immer, ob es nicht erstrebenswert wäre, die Vermischung dieser beiden Arten von Entscheidungen dadurch zu vermeiden, dass die Aufstellung allgemeiner Regeln und der Erlass von Befehlen an die Verwaltung getrennten repräsentativen Körperschaften übertragen werden und deren Entscheidungen einer unabhängigen richterlichen Überprüfung unterworfen werden, so dass keine ihre Grenzen überschreiten wird. »

  • Friedrich A. von Hayek, Die Verfassung der Freiheit S288

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