Verpasst - verraten - vergessen

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

« Es gibt in der ganzen Vorarlberger Geschichte nichts, was ruhmvoller für die Nachfahren, was daher gründlicher Erforschung würdiger wäre als die unerhörte Entwicklung zur demokratischen Freiheit, durch die das Land dem ganzen übrigen Österreich, aber auch vielen anderen Staaten um Jahrhunderte vorausgeeilt ist. Alles, was seine gewiss nicht arme Geschichte sonst noch zu bieten hat, tritt zurück hinter dieser Tatsache, die nur Gedankenlose, Entwurzelte oder moderne Gewaltanbeter nicht zu schätzen vermögen. »

Tatsachen

« Am 27. Dezember 1918 faßte die provisorische Landesversammlung einen Beschluß über die Durchführung des von der provisorischen Nationalversammlung in Wien beschlossenen Staatsgesetzes betreffend die Übernahme der Staatsgewalt in den Ländern. »

  • Franz Vögel, Landstände und Landtag, Vorarlberg erklärt sich selbständig, Bregenz 1961, S139

Fragen

  • Wer hat die provisorische Landesversammlung zu diesem voreiligen Beschluss ermächtigt ?
  • Wer hat die provisorische Landesversammlung daran gehindert, die im Naturrecht übergeordnete Landesgewalt im Bundesstaat durchzusetzen ?
  • Wer hat die provisorische Landesversammlung daran gehindert, die am 14.03.1919 beschlossene Landesverfassung – in der die staatliche Zugehörigkeit Vorarlbergs nicht ausdrücklich festgelegt wurde – dem Landesvolk zur darin ausdrücklich vorgesehenen Abstimmung vorzulegen ?

Sonstiges

Baettig-Motion

Der Bundesrat [d.h. die schweizerische Bundesregierung] wird beauftragt, einen verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Rahmen zu erarbeiten, damit grenznahe Regionen in der Form neuer Kantone in die Schweiz integriert werden können, wenn die Mehrheit der dortigen Bevölkerung ein solches Begehren stellen würde.

Demnach sollen nicht Baden-Württemberg und andere ausländische Nachbarregionen der Schweiz annektiert werden. Die Schweiz soll sich lediglich für den Fall vorbereiten, dass beispielsweise die Baden-Württemberger, Elsässer oder Vorarlberger mit direktdemokratischer Mehrheit entscheiden sollten, der Schweiz beizutreten.

Die Motion ist weniger absurd als sie auf den ersten Blick erscheinen mag, wie die Geschichte zeigt.

Die Lehre von Lustenau

« Wenn Ferdinand Riedmann und seine Verbündeten Schweizer Franken gesammelt und diese dem Spenderwillen entsprechend investiert hätten, könnte das Vorarlberger Landesvolk das verlorene Selbstbestimmungsrecht wieder finden. »

Verbindungen

Nachwort

« Fast alle richtige Politik stammt aus historischer Einsicht in die Lehren der Vergangenheit. Und diese Einsicht muss sich, wie jede andere Kunst des Lebens, jede neue Generation durch neue Arbeit aneignen. »

  • Otto Ackermann, Carl Hilty und die Helvetik, Werdenberger Jahrbuch 1998, S88

« Die Zunft der Historiker schreibt (...) über weite Strecken die ‚Geschichte der Sieger’ und lässt nur zu gern die unterlegenen Standpunkte im Schutthaufen des Vergessens begraben. »