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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Mit einer Weisheit, die keine Träne kennt, mit einer Philosophie, die nicht zu lachen versteht, und einer Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt, will ich nichts zu tun haben.

Leitgedanken

  • Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen. Konrad Adenauer
  • Wenn Du ein Gärtchen hast und eine Bibliothek so wird Dir nichts fehlen. Marcus Tullius Cicero
  • Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, denn andere Wasser strömen nach. Auch die Seelen steigen gleichsam aus den Wassern empor. Heraklit
  • Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe muss abwarten, geduldig sein, bis seine Zeit zum Blühen kommt. Dietrich Bonhoeffer
  • Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich. Volksmund
  • Res severa (est) verum gaudium (Die ernste Sache ist die wahre Freude). Quelle
  • Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Quelle
  • Den Glaubenden ist nichts unmöglich, den Liebenden nichts schwer. Bernhard von Clairvaux
  • Tritt frisch auf! Tu's Maul auf! Hör bald auf! Martin Luther
  • Wirf deine Angst ab, verlaß dich auf deine inneren Hilfsquellen, vertraue dem Leben, und es wird dir’s vergelten. Du vermagst mehr als du denkst. Ralph Waldo Emerson
  • Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst; sie liegt in unseren Herzen eingeschlossen. Fjodor Michailowitsch Dostojewskij
  • Die Not lehrt beten, aber sie lehrt auch denken und wer immer satt ist, der betet nicht viel und denkt nicht viel. Theodor Fontane
  • Das, worauf es im Leben ankommt, können wir nicht vorausberechnen. Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet hat. Antoine de Saint-Exupéry
  • Gerade das ist es ja, das Leben, wenn es schön und glücklich ist ein Spiel! Natürlich kann man auch alles mögliche andere aus ihm machen, eine Pflicht oder einen Krieg oder ein Gefängnis, aber es wird dadurch nicht hübscher. Hermann Hesse, Die Morgenlandfahrt

Sonstiges

Weltherrschaft

„Weltherrschaft“ ist doch eine Illusion – das gibt es doch gar nicht – und es hätte auch keiner was davon! Wenn es um Dinge geht, die man nicht beweisen kann (weil sie auf – persönlichem – Glauben basieren), kann doch jeder behaupten, was er will. Und die einzige Chance, diesen Gordischen Knoten zu durchtrennen, ist seinem eigenen Empfinden zu vertrauen – und weder irgend welchen Ängsten, noch diffusen Hoffnungen, noch Theorien. (Und da muss man fein unterscheiden – immer wieder und bei allem.

Warum sollte denn eine Lehre, ein Mensch, eine Sicht der Dinge ganz richtig sein – und alle anderen falsch? Genau das sagen aber UNISONO fast alle dieser Lehren. Und jede sagt: aber UNSERE ist WIRKLICH die richtige… Weil es die Menschen nicht ertragen, dass es so viele andere Menschen, Sichtweisen, Interessen etc. gibt. Weil sie sich dadurch schwach und unwichtig fühlen.)

Der Sinn von Religion liegt mE darin, dass man erinnert wird, dass es etwas Größeres als die eigenen Ängste, Triebe, Meinungen etc. gibt. Und: dass es mehr gibt als die materielle Ebene…. Aber diese Rechthaberei zwischen all den Theorien und ihren Vertretern – was soll das bringen? Der Grund für solche Theorien ist mE:

  • Dass wir uns großteils viel zu wichtig nehmen.
  • Dass wir die Verantwortung für die Leiden des Lebens gerne auf andere schieben.
  • Dass wir ständig gegenseitig aufeinander projizieren! Gutes Beispiel das Video: interessant – aber es strotzt nur so von Projektionen, Annahmen, Schuldzuweisungen, Übertreibungen, einseitigen Betrachtungen usw.(Ohne Projektion, kämen die Leute gar nicht auf solche Ideen. „Takes one, to know one“, sagen die Kinder in Amerika…)

Wenn man Gott näher kommen will, muss man seinem Herzen folgen, nicht einer Ideologie. Davon bin ich fest überzeugt. Ein Freund von mir hat es so gesagt: Gefühle sind die Sprache Gottes. (Denn die habe ICH, HIER, JETZT – und SPÜRE es. Warum soll der liebe Gott über solche Umwege mit mir kommunizieren?)

Natürlich gibt es Lehrer, Philosophen, religiöse Texte – aber letztlich ist das Gewissen und Empfinden die wichtigste Instanz. Alles andere ist von fehlbaren Menschen übertragen – die Fehler machen – weil es ihnen an Fähigkeiten - oder auch Charakter mangelt. Wer ständig über (fast alle) anderen schimpft, kann doch kein Prophet des Himmels sein? Letztlich muss jeder in sich selbst hinein hören – und vor allem spüren – wenn er die Wahrheit finden will. Das beste Zeichen für Wahrhaftigkeit, ist mE Demut.

Und es gibt so viele Kräfte, Interessen und Konkurrenten auf der Welt, dass es mE sinnlos ist, alles in Schwarz und Weiß einzuteilen. Und deshalb sage ich: es ist an fast allem etwas dran – aber es ist auch bei fast allem ein Teil falsch. Und das zu UNTERSCHEIDEN, bleibt, jedem für sich, nicht erspart.

Gerade jene, die auf jede Frage eine Antwort „haben“, sind mir ein bisschen suspekt. Speziell, wenn sie jedes Faktum, dass ihrer Theorie widerspricht, einfach als zusätzlichen „Beweis“ dafür werten, dass ihre Theorie stimmt! (Realistischer Weise muss man sich doch sagen, dass nicht immer das richtig ist, was man selbst gern glauben MÖCHTE. Sehr oft ist gerade das richtig, was man nicht wahrhaben möchte. Wer die Wahrheit sucht, muss sich mitunter selbst ein bisschen verleugnen… Stattdessen suchen wir doch oft selektiv nach Informationen, die gerade unsere eigene Meinung bestätigen!) Man kann aber niemanden daran hindern….

Aber ich frage mich immer: wer hat etwas davon? Und meistens sind es ja BEIDE Seiten! Das Feindbild und die Polarisierung hilft beiden – aber nicht den Betroffenen. Letztlich wollen uns beide Seiten versklaven – siehe auch Marx. Sie wollen die Menschen „befreien“, um sie sich selbst dann unterwerfen zu können….

Man nimmt sich mE auch einfach zu wichtig, wenn man glaubt, dass die Apokalypse gerade zu UNSERER Lebenszeit stattfinden wird – das hat fast jede Generation schon geglaubt. J

Also ich halte mich an gesunden Menschenverstand, Empfinden und eigenes Gewissen. (Was natürlich auch nicht immer gelingt!) Speziell dann, wenn eben die Theorien zu KOMPLIZIERT werden, zu verwirrend….

Rechenschaft ablegen

Wir wissen zu unserer Lebensgestaltung nur, daß es Mächte gibt, die den Menschen überraschend fruchtbar werden lassen. Wo aber soll man das einzig Richtige, die Wahrheit für jeden Menschen finden?

Wahrheiten kann man nicht durch Beweisketten erschließen, man muß sie erproben. Wenn Apfelsinenbäume in diesem Boden und nicht in jenem gut anwurzeln und reichlich Früchte tragen, dann ist dieser Boden ihre Wahrheit. Wenn ein Glaube, eine Kultur, ein Wertmaßstab, ein Arbeitsplan im Menschen jene Erfüllung, von der wir hier sprechen, auszulösen vermögen, dann ist eben dieser Wertmaßstab, diese Kultur, dieser Arbeitsplan, dieser Glaube die Wahrheit des Menschen.

Die Logik? Sie sehe zu, wie sie mit dem Leben fertig wird und von ihm Rechenschaft abzulegen vermag!

NEUE ZEIT – NEUES CREDO!

GESINNUNGSWANDEL, KULTURWANDEL, SYSTEMWANDEL...

Die globalisierte Welt ist eine Welt der äußeren Autoritärten und großen Institutionen; der Homogenisierung und zunehmenden Überforderung. Sie ist beherrscht von einem Kampf der Ideologien, einer Materialschlacht um Ressourcen - und einer Flucht in die Eskalation.... Von wachsender Anmaßung und Selbstüberschätzung, auf Kosten von Demut und Bescheidenheit.

Je mehr jeder Einzelne seine eigene Verantwortung freiwillig abgibt -und in Abhängigkeit gerät (von immer mehr Konsum; von zusehends anonymer und eigengesetzlicher Technologie; von den Meinungen immer enger spezialiserter Experten - und nicht zuletzt, von den Leistungen eines macht- und geldgierigen Staates) - desto mehr menschliches Potential wird vergeudet.

Vielleicht nehmen wir einfach die Materie zu wichtig, auf Kosten des Geistes? Den Intellekt, auf Kosten von Gefühl und Empfinden? Gesetze, auf Kosten von Prinzipien? Das Kollektiv, auf Kosten des Individuums - aber auch das Ego, auf Kosten von Empathie und Mitgefühl?

Vielleicht Wissen, Information und Ideologie - auf Kosten von Gewissen, persönlichem Glauben und Bewusstsein für Zusammenhänge? Vielleicht auch Spezialisierung und Expertentum - auf Kosten von Ganzheitlichkeit, gesundem Menschenverstand und eigenständigem Urteilsvermögen?

Ganz sicher die Parteien, auf Kosten der Menschen. Das Große gegenüber dem Kleinen; die Quantität gegenüber der Qualität; und das Gemachte gegenüber dem Gewachsenen...

Wir bräuchten wieder größtmögliche Meinungs- und Vertragsfreiheit! Einen offenen Diskurs und ein schöpferisches Klima... Kleinere, überschaubare Einheiten. Und eine Gemeinschaft der Individuen, statt eines Kollektivs der Egoisten.

Die drei Siebe des Sokrates

Eines Tages kam ein Bekannter zum griechischen Philosophen Sokrates gelaufen.

“Höre, Sokrates, ich muss dir berichten, wie dein Freund….”

“Halt ein” unterbrach ihn der Philosoph.

“Hast du das, was du mir sagen willst, durch drei Siebe gesiebt?”

“Drei Siebe? Welche?” fragte der andere verwundert.

“Ja! Drei Siebe! Das erste ist das Sieb der Wahrheit. Hast du das, was du mir berichten willst, geprüft ob es auch wahr ist?”

“Nein, ich hörte es erzählen, und…”

“Nun, so hast du sicher mit dem zweiten Sieb, dem Sieb der Güte, geprüft. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn es schon nicht wahr ist – wenigstens gut?” Der andere zögerte. “Nein, das ist es eigentlich nicht. Im Gegenteil…..”

“Nun”, unterbrach ihn Sokrates. “so wollen wir noch das dritte Sieb nehmen und uns fragen ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so zu erregen scheint.”

“Notwendig gerade nicht….”

“Also”, lächelte der Weise, “wenn das, was du mir eben sagen wolltest, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste weder dich noch mich damit.”

Freie Meinungsäußerung

Demokratie, Rechtsstaat, Kultur und Menschlichkeit stehen und fallen mit der Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung

Es gibt viele Sichtweisen - und viele alternative Modelle für Politik und Gesellschaft. Es sollte eigentlich möglich sein, dass jeder Einzelne die Dinge so beschreiben und artikulieren kann, wie er sie wirklich sieht oder empfindet. Normale Gespräche werden jedoch zusehends schwieriger. Immer mehr Menschen leiden gleichsam unter ideologischen „Allergien“: es genügt oft ein einziges Wort – und jede sachliche Diskussion wird unmöglich. Jeder erwartet vom anderen das Schlechteste, unterstellt gleich das Schlechteste – und fühlt sich bestätigt, wenn dann die selbsterfüllende Prophezeiung auch eintrifft… Es hat nun einmal nicht jeder dieselben Ansichten, Interessen, Vorlieben und Ängste. Es sind eben auch nicht alle Menschen gleich. Einander dies jedoch zum Vorwurf zu machen, bringt wenig.

Es wäre wohl wichtig, fein zu differenzieren – möglichst alle Aspekte einer Angelegenheit zu berücksichtigen, dabei ehrlich, aber auch einfühlsam zu sein. Polarisierung und Schwarz-Weiß-Malerei führen meist zu Übertreibung und Hysterie – oder dazu, dass alles Unerwünschte auf die jeweils anderen projiziert wird! Hier lastet vielleicht der Fluch des „Wissenschaftlichen“ und des kategorischen Imperativs: doch nicht alles muss immer gleich zu einem Gesetz erhoben werden, „objektiv richtig“ sein, zu einem zwingenden Rechtsanspruch führen. Wenn wir einander aber gegenseitig unsere eigenen Empfindungen verbieten, hört sich alles auf! Jeder müsste die Gelegenheit haben, Dinge so zu beschreiben, wie er sie auch wirklich sieht...

Wir brauchen die Autonomie des Einzelnen – und die respektvolle gegenseitige Ergänzung in Vielfalt.

Einige Gedanken zur Bürokratie

Eine Erscheinung, der sich die Synergetik erst jetzt zuzuwenden beginnt, ist die Bürokratie oder, genauer gesagt, das ständige Anwachsen der Bürokratie. Das Anwachsen der Bürokratie mit immer höherem finanziellen Aufwand an Personalkosten scheint in einem völligen Widerspruch zum Verhalten bei wirtschaftlichen Vorgängen zu sein, bei denen immer wieder effiziente Rationalisierungen vorgenommen werden. Es sollen hier einige Gesichtspunkte, wie es zu einem solchen Anwachsen kommen kann, schlaglichtartig beleuchtet werden.

Wie wir schon im Kapitel über Wirtschaft sahen, ist ein entscheidender Motor beim Verhalten der Firmen die Frage nach dem Gewinn. Eine Frage, die unmittelbar mit dem Überleben der Firma selbst verknüpft ist . Diese Erfolgsrückkopplung über den Gewinn fehlt bei sehr vielen Verwaltungsstellen. Das sie selbst nichts produzieren ausser viel beschriebenem Papier ist es zum einen Schwierig, die Arbeit einer Verwaltung mit Masstäben des wirtschaftlichen Erfolgs zu messen. Zum anderen wächst, vor allen Dingen im staatlichen Bereich, der Verwaltungsapparat immer mehr an, wobei das Anwachsen selbst wieder grössere innere Reibungsverluste mit sich bringt. Allein schon deshalb, weil bei einem grösser gewordenen Apparat immer mehr Mitarbeiter oder Chefs mit einer Frage befasst sind und die Zahl der Wechselbeziehungen zwischen den Einzelnen quadratisch mit der Zahl der Mitarbeiter anwächst. dies gilt aber nicht nur für Stellen im staatlichen Bereich. Das Anwachsen der Verwaltungen bei grösseren Firmen ist nicht zu übersehen und dürfte zuweilen die Konkurrenzfähigkeit von Firmen erheblich schwächen. Ein Gesichtspunkt der Analyse von Verwaltungsvorgängen zeigt bald, dass hier grundlegende Prinzipien der Selbstorganisation, die uns ja immer wieder in der Natur begegnen, völlig vernachlässigt werden. Es findet ein gewaltiger Strom von Informationen von den leitenden Stellen in die unteren Stellen und auch umgekehrt statt, der einem bei einer naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise völlig absurd erscheinen muss. Einerseits werden die Handlungen der untergeordneten Stellen immer mehr bis ins einzelne reglementiert, was einen enormen Aufwand an Vorschriften und Regeln erfordert. Dabei kann aber selbst der beste Jurist oder Verwaltungsfachmann die im einzelnen auftretenden Probleme gar nicht voll und ganz übersehen. Es sei denn, er wäre der liebe Gott. Auf diese Weise werden Regeln, die zu starr angelegt sind, widersinnig und können zu unmenschlichen Entscheidungen führen. Nicht zu verkennen ist allerdings dabei, dass eine zu lose Formulierung der Regelungen Anlass zu Willkürakten, etwa im juristischen Bereich, geben könnte, wo etwa der eine freigesprochen wird, während der andere für das gleiche Delikt ins Gefängnis muss. Die Frage die man aber zu prüfen hätte, ist, ob viele Verwaltungsabläufe nicht doch wesentlich Arbeitszeit sparen würden und auch menschliche Beziehungen erleichtern würden, wenn man grössere Spielräume einräumt.

Der andere noch weit grössere Aufwand besteht darin, untergeordnete Stellen im einzelnen zu kontrollieren und jegliche Art einer eigenen Verantwortung dieser Stellen auszuschalten. Dies bedeutet natürlich einen mehrfachen Arbeitsaufwand, weil die höhergeordneten Stellen alles, was bereits unten kontrolliert worden ist, nochmals, oft sogar mehrmals, nachvollziehen. Auf diese Weise kann die Kontrolle mehr kosten, als das, was in einem unteren Bereich durch fahrlässiges oder selbst in einzelnen Fällen durch vorsätzliches schädliches Handeln verursacht werden kann.

Schliesslich haben wir an zahlreichen Beispielen synergetischer Systeme feststellen können, dass Kontrollvorgänge, bei denen aktiv in die Handlungen von oberen ins untere Niveau eingegriffen wird, zu chaotischen Zuständen führen können, d.h. zu Funktionsabläufen, die ihrer tatsächlichen Wirkung nach dem ursprünglichen Bezweckten diametral entgegengesetzt sind. Jeder der mit Verwaltungsvorgängen zu tun hat, wird diese Feststellungen nur bestätigen können. Die Antwort vom Blickwinkel der Synergetik ist hier relativ einfach. Ob man aber Bürokraten findet, die bereit sind, diese zu akzeptieren, bleibt zweifelhaft. Wenn wir an die Vorbilder aus der belebten und unbelebten Natur denken, so werden wir sehr schnell dazu geführt, viel mehr Selbstorganisation auf den unteren Niveaus zuzulassen, d.h. nur allgemeine Rahmenvorschriften, die die einzelnen untern Stellen dann jeweils nach den örtlichen Gegebenheiten durch Eigeninitiative ausfüllen können. Zugleich kann damit der Nachrichtenfluss erheblich eingeschränkt werden. Wie wir nämlich von der Natur her wissen, kommt es nicht auf die Übersendung aller Nachrichten an, dies ist sogar im Gegenteil ganz hinderlich, sondern auf die Übersendung der relevanten Nachrichten. Zum Beispiel braucht der Chef einer chemischen Fabrik keineswegs über die Details der chemischen Prozesse informiert zu sein, die zur Herstellung seiner Produkte nötig sind. Für ihn sind ganz andere Kenngrössen massgebend, z.B. die damit verbundenn Kosten. Dafür, dass neue Herstellungsprozesse eingeführt werden, hat er gerade seine Mitarbeiter und diesen kann und darf er nicht hineinreden. Wie diese im einzelnen bei der Auffindung neuer Verfahren oder neuer Stoffe vorzugehen haben, ist gerade deren Spezialität.

Ich will nicht verschweigen, dass ich skeptisch bin, dass sich je ein Anwachsen der Bürokratie verhindern lässt. Es sei denn durch den Zusammenbruch der ganzen Firma oder des Staates, worauf das Spiel von neuem beginnen kann.

  • Hermann Haken, Erfolgsgeheimnisse der Natur / Synergetik: die Lehre vom Zusammenwirken

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