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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Mit einer Weisheit, die keine Träne kennt, mit einer Philosophie, die nicht zu lachen versteht, und einer Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt, will ich nichts zu tun haben.

Leitgedanken

  • Liebe besteht nicht darin, dass man einander anschaut, sondern dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt. Antoine de Saint-Exupery
  • In vollen Zügen trinken wir die schmeichelnde Lüge, aber nur tropfenweise schlucken wir die bittere Wahrheit hinunter. Denis Diderot
  • Liebe, die von Herzen liebt, ist am reichsten, wenn sie gibt. Liebe, die von Opfern spricht, ist schon rechte Liebe nicht. Emanuel Geibel
  • Verschafft Recht den Unterdrückten und Waisen, / verhelft den Gebeugten und Bedürftigen zum Recht! Ps 82,3
  • Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist. Phil 3,13
  • Mensch, werde wesentlich: denn wenn die Welt vergeht, so fällt der Zufall weg, das Wesen, das besteht. Angelus Silesius
  • Gesell dich einem Bessern zu, / daß mit ihm deine Kräfte ringen. / Wer selbst nicht weiter ist als du, / der kann dich auch nicht weiterbringen. Friedrich Rückert
  • Wenig brauchen ist besser als viel haben. Aurelius Augustinus
  • Es ist das Schicksal des Genies, unverstanden zu bleiben. Aber nicht jeder Unverstandene ist ein Genie. Ralph Waldo Emerson
  • Freiheit findet sich nur dann, wenn man die Macht nicht missbraucht; aber es ist eine ewige Erfahrung, dass jeder, der Macht hat, ihrem Missbrauch geneigt ist; er geht so weit, bis er auf Schranken stösst. So unwahrscheinlich es klingt: selbst die Tugend bedarf der Begrenzung. Charles de Montesquieu
  • Jeder Narr kann kritisieren, verurteilen, reklamieren - und die meisten Narren tun es auch. Dale Carnegie
  • Es gibt Menschen, die den Mut haben, Unterwerfung zu verweigern, ohne die Herrschsucht zu haben, die den Wunsch zu befehlen hervorruft. Bertrand Russel
  • Der sichere Weg zum Erfolg ist, es doch noch einmal zu versuchen. Thomas Edison
  • Du denkst über die Wahrheit, als wäre sie eine Formel, die du aus einem Buch herauspicken kannst. Wahrheit kostet den Preis der Einsamkeit. Wenn du der Wahrheit folgen willst, musst du lernen, allein zu gehen. Anthony de Mello

Sonstiges

Sich selbst beherrschen

Häufig kommt Zorn einfach vom Interesse an sich selbst, also von Selbstsucht. Es geht nicht so, wie man es will, der Stolz ist verletzt, oder man fühlt sich igendwie von anderen unbeachtet oder schlecht behandelt. Also ist man frustriert, gerät aus der Fassung und wird zornig.

»Ein Tor macht seinem Zorn Luft, aber ein Weiser beherrscht sich selbst.« (Sprüche 29:11)

Die Zehn Gebote eines Liberalen

  1. Fühle dich keiner Sache völlig gewiss.
  2. Trachte nicht danach, Fakten zu verheimlichen, denn eines Tages kommen die Fakten ans Licht.
  3. Versuche niemals, jemanden am selbständigen Denken zu hindern, denn das würde dir gewiss gelingen.
  4. Wenn dir jemand widerspricht, und sei es dein Ehegatte oder dein Kind, bemühe dich, ihm mit Argumenten zu begegnen und nicht mit Autorität, denn ein Sieg, der von Autorität abhängt, ist unrealistisch und illusionär.
  5. Habe keinen Respekt vor der Autorität anderer, denn es gibt in jedem Fall auch Autoritäten, die gegenteiliger Ansicht sind.
  6. Unterdrücke nie mit Gewalt Überzeugungen, die du für verderblich hältst, sonst unterdrücken diese Überzeugungen dich.
  7. Fürchte dich nicht davor, exzentrische Meinungen zu vertreten; jede heute gängige Meinung war einmal exzentrisch.
  8. Freue dich mehr über intelligenten Widerspruch als über passive Zustimmung, denn wenn dir Intelligenz soviel wert ist, wie sie dir wert sein sollte, dann liegt im erstgenannten eine tiefere Zustimmung als im letztgenannten.
  9. Befleißige dich peinlich der Wahrheit, selbst dann, wenn sie nicht ins Konzept passt; denn es passt noch viel weniger ins Konzept, wenn du versuchst, sie zu verbergen.
  10. Beneide nicht das Glück derer, die in einem Narrenparadies leben, denn nur ein Narr kann das für Glück halten.

Die Freiheit, das Recht und das Gute

Wie kann die freie Welt ihrer moralischen Verantwortung gerecht werden? Die Freiheit behält ihre Würde nur, wenn sie auf ihren sittlichen Grund und auf ihren sittlichen Auftrag bezogen bleibt. Eine Freiheit, deren einziger Inhalt in der Möglichkeit der Bedürfnisbefriedigung bestünde, wäre keine wirklich menschliche Freiheit. Die Freiheit des Einzelnen kann vielmehr nur in einer Ordnung von Freiheiten bestehen. Der Begriff der Freiheit verlangt seinem Wesen gemäß nach der Ergänzung durch zwei weitere Begriffe: das Recht und das Gute. Ohne Zweifel wird Freiheit aber häufig egoistisch und oberflächlich verstanden. Freiheit ist aber nicht ohne Opfer und Verzicht zu haben. Sie verlangt Sorge darum, dass Moral als eine öffentliche und gemeinschaftliche Bindung so verstanden werde, dass man ihr die eigentliche Macht zuerkenne. An dieser Stelle liegt die Gefährdung der modernen Demokratien. Es ist schwer zu sehen, wie die Demokratie, die auf dem Mehrheitsprinzip beruht, ohne einen ihr fremden Dogmatismus einzuführen, diejenigen moralischen Werte in Geltung halten kann, die von keiner Mehrheitsüberzeugung getragen werden.

Vernunft und Liebe

Tatsächlich muß jede Erklärung des Wirklichen ungenügend bleiben, die nicht auch ein Ethos sinnvoll und einsichtig begründen kann. Nun hat in der Tat die Evolutionstheorie, wo sie sich zur philosophia universalis auszuweiten anschickt, auch das Ethos evolutionär neu zu begründen versucht. Aber dieses evolutionäre Ethos, das seinen Schlüsselbegriff unausweichlich im Modell der Selektion, also im Kampf ums Überleben, im Sieg des Stärkeren, in der erfolgreichen Anpassung findet, hat wenig Tröstliches zu bieten. Auch wo man es auf mancherlei Weise zu verschönern strebt, bleibt es letztlich ein grausames Ethos. Das Bemühen, aus dem an sich Vernunftlosen das Vernünftige zu destillieren, scheitert hier recht augenfällig. Zu einer Ethik des universalen Friedens, der praktischen Nächstenliebe und der nötigen Überwindung des Eigenen, die wir brauchen, ist dies alles wenig tauglich. Der Versuch, in dieser Krise der Menschheit dem Begriff des Christentums als religio vera wieder einen einsichtigen Sinn zu geben, muß sozusagen auf Orthopraxie und Orthodoxie gleichermaßen setzen. Sein Inhalt wird heute – letztlich wie damals – im tiefsten darin bestehen müssen, daß Liebe und Vernunft als die eigentlichen Grundpfeiler des Wirklichen in eins gehen: Die wahre Vernunft ist die Liebe, und die Liebe ist die wahre Vernunft. In ihrer Einheit sind sie der wahre Grund und das Ziel alles Wirklichen.

Schwierigkeit und Problem

Auf die Gefahr hin, scheinbar in semantische Haarspalterei zu verfallen, ist es notwendig, eine klare Unterscheidung zwischen dem Gebrauch der Begriffe Schwierigkeit und Problem zu machen. Wenn wir im folgenden von Schwierigkeiten sprechen, sollen damit unerwünschte Sachlagen oder Situationen gemeint sein, die entweder durch vernünftige Maßnahmen (meist durch eine Veränderung erster Ordnung, wie zum Beispiel die Anwendung von Wärme zum Ausgleich von Kälte) und ohne die Notwendigkeit besonderer Fachkenntnisse behoben werden können, oder wir verstehen darunter den noch häufigeren Fall alltäglicher Lebensschwierigkeiten, für die niemand eine Lösung kennt und mit denen man zu leben lernen muß. Dagegen werden wir von Problemen dann sprechen, wenn wir damit jene ganz spezifischen Spiele ohne Ende, Sackgassen und Konflikte meinen, die durch falsche Lösungsversuche von Schwierigkeiten erzeugt und erhalten werden.

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