Selbstbestimmt

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Unschätzbares Gut ist es, sein eigener Herr zu sein.

Leitgedanken

  • Ein Kennzeichen der Moderne und ihrer Perversion ist die stille, geregelte, schleichende Unterdrückung auf dem Verordnungsweg, die wir Bürokratie nennen. In ihr tritt Verwaltung an die Stelle der Regierung, die Verordnung an die Stelle des Gesetzes und die anonyme Verfügung eines Büros an die Stelle öffentlich-rechtlicher Entscheidungen. Für all dies können keine Personen mehr verantwortlich gemacht und zur Rechenschaft gezogen werden. Hannah Arendt
  • Es gibt nur eine Autorität: Die innere! Gefühle sind die Sprache Gottes. Christoph Bösch
  • Dem wird befohlen, der sich nicht selber gehorchen kann. Friedrich Nietzsche
  • Der Wille des Menschen kann Gottes Willen ebenso wenig beugen, wie ein Astrologe den Lauf der Sterne ändern kann. Khalil Gibran
  • Die Jugend kennzeichnet nicht einen Lebensabschnitt, sondern eine Geisteshaltung. Marc Aurel
  • Keine Regierung und keine Bataillone vermögen Recht und Freiheit zu schützen, wo der Bürger nicht imstande ist, selber vor die Haustüre zu treten, und nachzusehen was es gibt. Gottfried Keller, Das Fähnlein der sieben Aufrechten
  • Mehr Mut zum Eigensinn ist nötig in einer Zeit, die uns mit gesellschaftspolitisch linken Theorien und Parteiprogrammen betäuben will. Eduard Stäuble
  • Sein eigener Herr ist man nur, wenn man Herr über seine Zeit ist. Seneca

Sonstiges

Sozialer Einfluss

... stört Klugheit der Masse

Schwarmintelligenz. Der Begriff aus dem Tierreich wird gern für Internet-Aktionen verwendet. Die Masse ist aber nur unter bestimmten Bedingungen klüger als der Einzelne.

Seit den Umstürzen des „arabischen Frühlings“ ist der Glaube an das Internet und die Schwarmintelligenz, an die Weisheit der Masse, die sich über Handys und Facebook zum Aufstand organisierte, Allgemeingut. Ist das wirklich so? Ist eine Masse von Menschen klüger als ein einzelner.? Darüber wird in der Wissenschaft seit Langem gestritten. Schweizer Forscher haben nun die Diskussion weiter angeschoben.

Blickt man in die Geschichte zurück, ist Skepsis angebracht. Oft genug hat die Masse sich geirrt. 1933 zum Beispiel.. „Die Masse vernichtet alles, was anders, was ausgezeichnet, persönlich, eigenbegabt und erlesen ist. Wer nicht ,wie alle‘ ist, wer nicht ,wie alle‘ denkt, läuft Gefahr, ausgeschaltet zu werden.“ Das schrieb 1956 der spanische Soziologe und Philosoph José Ortega y Gasset in seinem wichtigsten Buch „Aufstand der Massen“. Auch er stand damals unter dem Eindruck der politischen und geschichtlichen Geschehnisse. Ob die Masse dumm oder weise ist, hat vor Ortega y Gasset schon Forscher beschäftigt, wie Heiko Rauhut, Soziologe an der Universität Zürich erläutert: „Der britische Naturforscher Francis Galton wollte 1906 beweisen, dass die Masse dumm sei. Zuschauer auf einer Viehmesse sollten das Gewicht eines Ochsen schätzen. Er vermutete, sie würden scheitern, musste sich aber eines Besseren belehren lassen: Der mittlere Schätzwert lag deutlich näher beim tatsächlichen Gewicht des Tieres als die allermeisten Einzelschätzungen.“

Heiko Rauhut und seine Kollegen stellten – wie kürzlich im Magazin der Universität Zürich berichtet wurde – im Versuchslabor 144 Probanden sechs verschiedene Wissensfragen, die sie fünf Mal hintereinander beantworten mussten. Einer ersten Gruppe wurde nach jeder Runde der Mittelwert der abgegebenen Zahlen mitgeteilt, eine zweite erhielt die Verteilung aller Werte. Die Kontrollgruppe gab ihre Schätzungen ab, ohne zu wissen, wie die anderen geantwortet hatten. „Bei Schätzungen kann Schwarmintelligenz funktionieren. Doch in unseren Experimenten hat sich gezeigt, dass Menschen in die Irre geführt werden, wenn sie erfahren, was andere denken“, stellt Heiko Rauhut fest.

Bereits geringer sozialer Einfluss kann demnach die Weisheit der vielen stören. Klug ist die Masse nur, wenn ihre Mitglieder voneinander völlig unbeeinflusst sozial agieren können.

Das allerdings ist in der Realität schwer möglich. „Beeinflussung funktioniert auch nonverbal, durch Mimik und Gestik etwa“, sagt Rauhut. Die Forscher fanden heraus, dass die soziale Beeinflussung zu einer Annäherung der Schätzwerte führte. „Die Leute wurden sich unter sozialem Einfluss sicherer, dass sie richtig lagen. Die Teilnehmer hatten mehr Vertrauen in die eigene Antwort“, sagt Rauhut. Sie lagen damit falsch. Bei den beeinflussten Antworten lag der Durchschnittswert der Schätzungen nicht näher beim wahren Wert als bei jenen Antworten, die unbeeinflusst waren.

„Diesen Effekt müsste man in der Realität beachten. Etwa bei wichtigen Statistiken, für die Experten befragt werden. Man sollte sie zunächst nicht zusammenbringen und miteinander reden lassen. Sie sollten möglichst unabhängig voneinander ihre Meinung abgeben“, regt Heiko Rauhut an.

Zu ähnlichen Ergebnissen auf einem anderen Gebiet kam der Sozialpsychologe Wolfgang Stroebe von der Universität Utrecht. Er untersuchte die Effekte des in Firmen so beliebten „Brainstormings“. Dabei stellte sich heraus, dass Gruppen bis zu 50 Prozent weniger Ideen haben als Einzelne, die ungestört nachdenken können. Sobald sich Menschen zu Gruppen zusammenschließen, entstehen auch die darin spezifischen Effekte. Es bilden sich Hierarchien und Konkurrenzen, Schüchterne melden sich nicht, die Wortführer dominieren das Gespräch. Effizienter sei, wenn jeder Teilnehmer seine Ideen festhalte und dann allen zugänglich mache.

Der hier erwähnte Modebegriff Schwarmintelligenz stammt übrigens aus dem Tierreich. Mit Intelligenz des Schwarms wird das Verhalten von Ameisen, Fischen und Insekten beschrieben. Die Masse ist oft etwas besser imstande, Räubern zu entkommen oder Nahrungsangebote zu finden als einzelne Individuen.

  • SN 24.01.2013

Geistiges Selbstvertrauen

« Die organisierten staatlichen, sozialen und religiösen Gemeinschaften unserer Zeit sind darauf aus, den Einzelnen dahin zu bringen, daß er seine Überzeugungen nicht aus eigenem Denken gewinnt, sondern sich diejenigen zu eigen macht, die sie für ihn bereit halten. Ein Mensch, der eigenes Denken hat und damit geistig ein Freier ist, ist ihnen etwas Unbequemes und Unheimliches. Er bietet nicht genügende Gewähr, daß er in der Organisation in der gewünschten Weise aufgeht. Alle Körperschaften suchen heute ihre Stärke nicht so sehr in der geistigen Wertigkeit der Ideen, die sie vertreten, und in der der Menschen, die ihnen angehören, als in der Erreichung einer höchstmöglichen Einheitlichkeit und Geschlossenheit. In dieser glauben sie die stärkste Widerstands- und Stoßkraft zu besitzen. »

Es gibt nur eine Autorität

…die innere Autorität jedes Einzelnen

Vergesst die Experten! Sie sind nur Spezialisten, die über immer weniger immer mehr wissen – aber oft nicht einmal verstehen. Was soll die subalterne Hörigkeit? Wir entmündigen uns nur immer mehr selbst, geraten in Abhängigkeit – und kennen uns dann wirklich nicht mehr aus… Bewusstsein für Zusammenhänge, subjektives Empfinden und Gewissen, aber auch gesunder Menschenverstand, sind durch nichts zu ersetzen. Experten können Berater sein, entscheiden muss jeder für sich! In der Politik als Wähler; in Wirtschaft, Kultur und Medien als Konsumenten und Schaffende; bei Religion und Wissenschaft als Glaubende oder eben Nicht-Glaubende. Die allerschlechtesten Vorbilder sind Prominente – sie kennen sich oft nicht einmal in einem Spezialgebiet aus.

Es gibt keine Autorität - außer der inneren!

Die Untertanen verbeugen sich

... vor Parteien, Medien und Experten. Wir haben uns ein Leben lang unterworfen - und jetzt sollen wir uns plötzlich befreien?

Als brave Untertanen wählen, kaufen, lesen, glauben wir einfach, was man uns vorsetzt... Und wenn wir uns selbst bevormunden lassen, so sollen es gefälligst auch die anderen zu tun!

Die Macht füllt das Vakuum... Denn dem wird befohlen, der sich nicht selbst gehorchen kann! Ganz ohne Autorität geht es natürlich nicht - aber warum eigentlich nicht die eigene?


Der Einsichtige ist glücklich

Wer die Einsicht besitzt, ist auch maßvoll; wer maßvoll ist, auch gleichmütig; wer gleichmütig ist, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen; wer sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, ist ohne Kummer; wer ohne Kummer ist, ist glücklich: also ist der Einsichtige glücklich, und die Einsicht reicht aus für ein glückliches Leben!


Jung sein

« Die Jugend kennzeichnet nicht einen Lebensabschnitt, sondern eine Geisteshaltung; sie ist Ausdruck des Willens, der Vorstellungskraft und der Gefühlsintensität. Sie bedeutet Sieg des Mutes über die Mutlosigkeit, Sieg der Abenteuerlust über den Hang zur Bequemlichkeit.

Man wird nicht alt, weil man eine gewisse Anzahl Jahre gelebt hat: Man wird alt, wenn man seine Ideale aufgibt. Die Jahre zeichnen zwar die Haut - Ideale aufgeben aber zeichnet die Seele. Vorurteile, Zweifel, Befürchtungen und Hoffnungslosigkeit sind Feinde, die uns nach und nach zur Erde niederdrücken und uns vor dem Tod zu Staub werden lassen.

Jung ist, wer noch staunen und sich begeistern kann. Wer noch wie ein unersättliches Kind fragt: Und dann? Wer noch Ereignisse herausfordert und sich freut am Spiel des Lebens.

Ihr seid so jung wie euer Glaube. So alt wie eure Zweifel. So jung wie euer Selbstvertrauen. So jung wie eure Hoffnung. So alt wie eure Niedergeschlagenheit.

Ihr werdet jung bleiben, solange ihr aufnahmebereit bleibt: Empfänglich fürs Schöne, Gute und Große; empfänglich für die Botschaften der Natur, der Mitmenschen, des Unfasslichen. Sollte eines Tages euer Herz geätzt werden von Pessimismus, zernagt von Zynismus, dann möge Gott Erbarmen haben mit eurer Seele - der Seele eines Greises. »

Ich bin ein freier Mensch

« Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolge haben. Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, statt die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn wir sagen: Ich bin ein freier Mensch. »

Freiheit bedeutet Verantwortung

« Sich der Politik zu widmen, um die Gesellschaft zu kurieren, ist wie am Ausschlag zu kratzen, anstatt die innere Gesundung zu suchen. Die Illusion sitzt tief, dass man "die Politik" verändern müsse, um die Gesellschaft zu verändern, ... »

Verbindungen